Generic filters
FS Logoi
Generic filters

Recycling statt Deponie: thyssenkrupp MillServices & Systems startet Forschungsprojekt mit Klimaschutzeffekt

Einen vielversprechenden Ansatz zur Wiederverwendung der bei der Roheisenentschwefelung entstehenden Schlacke und zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks verfolgt thyssenkrupp MillServices & Systems: Statt die bei der Entschwefelung entstehende Schlacke zu entsorgen, finden deren Bestandteile industrieübergreifend Wiederverwendung. Das geschieht als Baustoff, als Dünger in der Landwirtschaft und in der Stahlproduktion. Ein entsprechendes Forschungsprojekt startete am 1. Januar […]

von | 04.02.22

(Quelle: thyssenkrupp)
Broschüre Schlackenmanagement - TKMSS

Einen vielversprechenden Ansatz zur Wiederverwendung der bei der Roheisenentschwefelung entstehenden Schlacke und zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks verfolgt thyssenkrupp MillServices & Systems: Statt die bei der Entschwefelung entstehende Schlacke zu entsorgen, finden deren Bestandteile industrieübergreifend Wiederverwendung. Das geschieht als Baustoff, als Dünger in der Landwirtschaft und in der Stahlproduktion. Ein entsprechendes Forschungsprojekt startete am 1. Januar 2022 und erfolgt gemeinsam mit zwei Fraunhofer-Instituten, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, einem Zementhersteller sowie einem Anlagenbauer.

„Wir verfolgen einen Zero-Waste-Ansatz: Unser Ziel ist die vollumfassende Wiederverwendung der bei der Roheisenentschwefelung entstehenden Schlacke“, erklärt Dr. Michael Dohlen, der bei thyssenkrupp MillServices & Systems den Bereich Forschung und Entwicklung leitet und das Projekt federführend betreut.

Das Prinzip: Vor der Weiterverarbeitung des im Koks-Hochofen erzeugten Roheisen im Stahlwerk, reduziert das Unternehmen den Schwefelgehalt mit Hilfe von Kalkverbindungen. Dabei entsteht Roheisenentschwefelungsschlacke, die Eisen, calcium- und siliciumhaltige Mineralien und Schwefel enthält. Bisher verwendet das Unternehmen Teilmengen in der Eisenherstellung wieder und entsorgt den Großteil auf knapper werdenden Deponien.

Wiederverwertung aller Bestandteile

thyssenkrupp MillServices & Systems will das ändern und Mithilfe der am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP genutzten elektrodynamischen Fragmentierung das gesamte Eisen aus der Schlacke zurückgewinnen und wiederverwenden. Die enthaltenen kalk- und siliciumhaltigen Mineralien werden ebenfalls extrahiert und kommen beispielsweise in der Zementindustrie zur Anwendung. Der Schwefel steht der Düngemittelindustrie zur Verfügung. Von den geschätzt 450.000 Tonnen Roheisenentschwefelungsschlacke, die pro Jahr in Deutschland entstehen, könnten mit diesem Verfahren 200.000 Tonnen in der Eisen- und Stahlindustrie wiederverwendet werden. 180.000 Tonnen sind es in der Zementbranche und 22.000 Tonnen in der Düngemittelindustrie. Dies schafft eine Kreislaufwirtschaft und eine Schonung natürlicher Ressourcen wie Kalkstein- und natürliche Sandvorkommen setzt ein. Die CO2-Emissionen in den beteiligten Industriezweigen reduzieren sich.

Das Forschungsprojekt zahlt auf die Nachhaltigkeitsstrategie von thyssenkrupp Materials Services ein, der Dachgesellschaft von thyssenkrupp MillServices & Systems. Ziel des globalen Werkstoffhändlers und -dienstleisters ist es, ab 2030 klimaneutral zu agieren. Neben den Ansprüchen an die eigene Organisation, unterstützt Materials Services seine Kunden mit grünen Produkten und nachhaltigen Supply-Chain-Lösungen.

Das Forschungsprojekt

Das Verbundprojekt mit dem Titel „Reduzierte Prozessemissionen in der Stahl- und Zementherstellung – Aufbereitung und Nutzung von Roheisenentschwefelungsschlacke (RESycling)“ läuft über vier Jahre und ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Maßnahme „Vermeidung von klimarelevanten Prozessemissionen in der Industrie (KlimPro-Industrie)“gefördert. Die thyssenkrupp MillServices & Systems ist ein führender Anbieter von Industriedienstleistungen mit System. Die Industriedienstleistungen gliedern sich in fünf Geschäftsbereiche. Einer davon ist das Schlackenmanagement und umfasst Flüssigschlackentransporte, Aufbereitung, Metallseparation, Schlackenvermarktung sowie Forschung & Entwicklung. Die Gesellschaft gehört zu Materials Services.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Die ganze Welt der Metallurgie, immer in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Fraunhofer CCPE auf der Circular Valley Convention 2026: Monomaterialien, Recyclingtechnologien und Künstliche Intelligenz für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft

Fraunhofer CCPE auf der Circular Valley Convention 2026: Monomaterialien, Recyclingtechnologien und Künstliche Intelligenz für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft

Das Fraunhofer CCPE präsentiert auf der Circular Valley Convention 2026 vom 11. bis 12. März 2026 innovative Lösungen für die Transformation der Kunststoffwirtschaft. Im Fokus stehen unser Monomaterial-Ansatz, fortschrittliche Recyclingtechnologien und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Diese Ansätze tragen entscheidend zu Zirkularität und Effizienz in der Branche bei.

mehr lesen

Fachinformationen für Sie

Praktische Erfahrungen bei Regelung von Gasnitrierprozessen

Praktische Erfahrungen bei Regelung von Gasnitrierprozessen

Autor: Stefan Heineck
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Die Anforderungen an Wärmebehandlungsbetriebe sowie an den Anlagenbau steigen ständig und es werden effektivere Technologien gesucht. Der im letzten Jahr durch die Sensorentwicklung erzielte Fortschritt eröffnet neue Möglichkeiten der Prozessführung ...

Zum Produkt

Thermisch induzierte Spannungen am Strahlheizrohr unter Berücksichtigung von Fluid-Struktur-Interaktion

Thermisch induzierte Spannungen am Strahlheizrohr unter Berücksichtigung von Fluid-Struktur-Interaktion

Autor: Martin Hellenkamp/Ralf Bölling/Nils Giesselmann/Herbert Pfeifer
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Hohe Temperaturen sowie vor allem lokale Temperaturspitzen und deren Gradienten in den unterschiedlichen Komponenten des Industrieofens stellen ein Problem für die Haltbarkeit der Ofenkonstruktion oder einzelner Ofenkomponenten dar. Um ...

Zum Produkt

Sicherer Einsatz biolöslicherer Faserdämmstoffe in Atmosphären von Thermoprozessanlagen

Sicherer Einsatz biolöslicherer Faserdämmstoffe in Atmosphären von Thermoprozessanlagen

Autor: Jürgen Rank/Volker Uhlig, Dimosthenis Trimis, Hubertus Semrau
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Ziel des Projektes war es, die Unsicherheit über die zulässigen Einsatzbedingungen der biolöslicheren Hochtemperaturwollen deutlich zu verringern. Für die Anwender im Thermoprozessanlagenbau werden Aussagen bereitgestellt, um Erzeugnisse aus ...

Zum Produkt

Datenschutz
prozesswaerme.net, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
prozesswaerme.net, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: