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MemKoWI in Dillingen gestartet – CO2- und Wasserstoffabtrennung aus Industriegasen ©Uwe Braun, SHS – Stahl-Holding-Saar
©Uwe Braun

Dillinger startet CO2- und Wasserstoffabtrennung aus Industriegasen

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Themen: |
Autor: Birgit Schmunk

Datum: 17. Jan. 2024

17. Januar 2024 | Projekt MemKoWI in Dillingen: Eine Versuchsanlage zur CO2-Abtrennung aus Industriegasen mithilfe von Membranverfahren wurde erfolgreich am Standort des Iqony-Gichtgaskraftwerks der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) in Dillingen installiert.

Im Rahmen des BMWK-Projekts “Membranverfahren für die Abtrennung von Kohlendioxid und Wasserstoff aus Industriegase” (MemKoWI) arbeiten neun Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam an innovativen Gastrennverfahren für eine zukunftsorientierte Industriegesellschaft. Die Anlage wurde vom Helmholtz-Zentrum Hereon im Institut für Membranforschung entwickelt.

Alle Funktionstests der verschiedenen, im Rahmen des vom BMWK geförderten MemKoWI-Multi-Partner-Projektes geplanten Testvarianten konnten anschließend erfolgreich durchgeführt werden.

MemKoWI-Projekt ebnet den Weg zu CO2-armer Stahlproduktion

Innerhalb des MemKoWI-Projektes werden in den kommenden Monaten zunächst verschiedene Versuche zur Industrietauglichkeit zur Abtrennung von CO2 aus Rauchgas des Kraftwerkes und anschließend aus Hochofen-Gichtgas durchgeführt. Ziel ist, Bedingungen für die CO2-Abtrennung aus industriellen Großanlagen wie der Stahlerzeugung zu schaffen. Das abgetrennte CO2 kann dann z.B. als Rohstoff in anderen Industrien genutzt werden und so CO2-Emissionen der Stahlerzeugung deutlich senken.

Verschiedene Polymer- und keramische Membran-Werkstoffe von Hereon und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) werden dabei in unterschiedlichen Konfigurationen getestet und die gewonnenen Erkenntnisse zur weiteren Optimierung der Membran-Technologien durch die Partner genutzt.

In einer späteren Phase des MemKoWI-Projektes soll eine Versuchsanlage des VDEh-Betriebsforschungsinstituts (BFI) zur Abtrennung von Wasserstoff aus Hochofengichtgas und Koksofengas bei Dillinger folgen. Somit leistet das BMWK-geförderte MemKoWI-Multi-Partner-Projekt einen wichtigen Beitrag auf Dillingers Weg in Richtung einer CO2-armen Stahlerzeugung.

Gleichzeitig können künftig so gewonnenes CO2 und Wasserstoff als Rohstoffe für Industrieprozesse auch außerhalb der Stahlindustrie im Sinne der CO2-armen Transformation, Sektorenkopplung und Kreislaufwirtschaft genutzt werden.

Partner des Projekts

Am BMKW-Verbundprojekt MemKoWI (FKZ 03EE5115) sind beteiligt: Helmholtz-Zentrum Hereon, Aktien-Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke, atech innovations, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Forschungszentrum Jülich, Iqony, Linde, thyssenkrupp Polysius, VDEh-Betriebsforschungsinstitut.

 

(Quelle: SHS/2024)