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ArcelorMittal Bremen
©ArcelorMittal/Kerstin Rolfes

Grüner Wasserstoff in rauen Mengen: ArcelorMittal Bremen und EWE vertiefen Partnerschaft

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Autor: Birgit Schmunk

Datum: 16. Jan. 2024

16. Januar 2024 | Die Unternehmen ArcelorMittal Bremen und EWE wollen ihre Kooperation im Bereich Wasserstoff ausweiten. Nach der Grundsteinlegung für eine 10-Megawatt-Wasserstofferzeugungsanlage in Bremen planen sie nun die Lieferung von grünem Wasserstoff aus einer 320-Megawatt-Erzeugungsanlage in Emden nach Bremen ab 2028. Ziel ist die erhebliche Reduzierung von CO2-Emissionen in der Stahlherstellung.

Die Projekte sind Teil des “Clean Hydrogen Coastline”-Großprojekts, das die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abdeckt. EWE plant, bis zu 400 Megawatt Elektrolysekapazität für die Wasserstoffproduktion in der Nähe der deutschen Nordseeküste aufzubauen. Beide Unternehmen betonen die Notwendigkeit von Fördermitteln und EU-Genehmigungen, um die Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

Stefan Dohler, EWE-Vorstandsvorsitzender, kommentiert: „Die Energiewende wird nur mit dem Einsatz von Wasserstoff gelingen. Davon bin ich überzeugt. Durch die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien wird die Voraussetzung geschaffen, industrielle Prozesse wie zum Beispiel die Stahlherstellung klimaneutral zu gestalten. Wasserstoff ist damit eine unverzichtbare Komponente, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen und um die drei Sektoren Energie, Mobilität und Industrie zu koppeln“.

Entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette plant EWE daher gemeinsam mit Partnern Projekte und setzt diese nach und nach um – von der Erzeugung aus Erneuerbaren, über die Speicherung und den Transport bis zur Anwendung, vor allem in der Industrie und im Schwerlastverkehr.

Frank Hohlweg, Chief Operating Officer und Vorstandsmitglied von ArcelorMittal Bremen, sagt: „Grüner Wasserstoff ist für unsere zukünftige Stahlerzeugung ein wesentlicher Bestandteil, um unsere Produktion zu dekarbonisieren. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den kompletten Technologiewechsel möglich zu machen. Dafür sollen in Zukunft unsere Hochöfen durch neue Elektrolichtbogenöfen und eine Direktreduktionsanlage ersetzt werden. Bis grüner Wasserstoff in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar ist, planen wir in der Übergangsphase den Einsatz von Erdgas, womit die Emissionen bereits um mehr als 60 Prozent reduziert werden. Mit dem Einsatz von grünem Wasserstoff werden wir dann den entscheidenden Schritt in Richtung CO2-freier Produktion gehen.“

 

EU-Fördergenehmigung und zügige Bundesfinanzierung der Fördermittel notwendig

Beide Manager sind sich einig, dass für die Vorhaben eine baldige Fördergenehmigung auf europäischer Ebene notwendig ist. Ziel der Kooperation ist es, durch frühes und mutiges Engagement einen Hochlauf der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland und in der EU zu verwirklichen. Eine dauerhafte Investitionssicherheit für die Umsetzung von Großprojekten wie „Clean Hydrogen Coastline“ oder die Umstellung von Produktionstechnologien ist dafür essenziell.

Wasserstoff in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen ist ebenso notwendig für die Umsetzung wie die zügige Fördermittelgenehmigung der EU-Kommission als rechtliche Voraussetzung für die Investitionen. Ohne wettbewerbsfähige Preise und Mengen, feste Zusicherung der Fördermittel, zügige Fördermittelbereitstellung und schnelle Genehmigungsverfahren können die Unternehmen ihre Projekte voraussichtlich nicht, bzw. nicht im geplanten Zeitrahmen umsetzen.

Hintergrund

EWE will nahe der deutschen Nordseeküste bis zu 400 Megawatt Elektrolysekapazität aufbauen, aus der je nach Absatzmarkt jährlich bis zu 40.000 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Erzeugungskapazitäten bedarfsgerecht bis in den Gigawatt-Maßstab auszubauen. Transportiert werden soll der Wasserstoff aus den EWE-Anlagen über Wasserstoffpipelines, die unter anderem im Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ gebaut werden, ebenso wie im geplanten Vorhaben „HyPerLink“ des Ferngasnetzbetreibers Gasunie. Diese Leitungsanbindungen sind Teil des geplanten Wasserstoffkernnetzes. Durch die Positionierung der EWE-Produktionsanlagen an wichtigen Offshore-Anbindungspunkten besteht zudem die Möglichkeit, den Import von grünem Wasserstoff zu integrieren.

ArcelorMittal hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral Stahl zu produzieren. In Europa sollen die CO2-Emissionen bis 2030 bereits um 35 Prozent reduziert werden. Um diese Ziele zu erreichen, ist am Standort von ArcelorMittal Bremen vorgesehen, die beiden Hochöfen in zwei Schritten durch eine Direktreduktionsanlage und zwei Elektrolichtbogenöfen zu ersetzen.

 

(Quelle: ArcelorMittal/2024)