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Dillinger und SMS: KI optimiert Stahlerzeugung

Dillinger setzt nun den Advanced Raw Material Trecker von SMS group bei der Stahlproduktion ein. Der Tracker soll das Hochofenverfahren mit künstlicher Intelligenz optimieren. Mit ihrem Kooperationsvertrag wollen die beiden Unternehmen die Digitalisierung der Eisen- und Stahlerzeugung beschleunigen.

von | 19.09.23

Mitglieder von Dillinger und SMS group: In der Mitte André Schneider, CEO von Paul Wurth (SMS) und Dr. Peter Maagh, Geschäftsführer von SHS, Vorstand Technik bei Dillinger.
Quelle: Uwe Braun / SHS |SMS Group

Die Aktien-Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) setzt den Advanced Raw Material Tracker von SMS group bei der Stahlproduktion ein. Der Tracker soll das Hochofenverfahren mit künstlicher Intelligenz optimieren. Mit ihrem Kooperationsvertrag wollen die beiden Unternehmen die Digitalisierung der Eisen- und Stahlerzeugung beschleunigen.

Die Optimierung des Hochofenbetriebs geschieht durch die Modellierung und Digitalisierung von Logistikprozessen. Der Advanced Raw Material Tracker basiert auf Technologie der Prozessleitsoftware und Bedienerführung “BFXpert” von SMS group. Anhand von drei digitalen Modellen überprüft er das Schüttgut während des Prozesses:

  • Das Transportmodell ist verantwortlich für die Überwachung des Schüttguts, das auf das Förderband geladen wird. So können Förderbänder effizienter belegt werden.
  • Das Bunkermodell liefert beim Befüllen und Entleeren des Materialbunkers eine Echtzeitberechnung der Materialverteilung, die auf den Materialeigenschaften basiert.
  • Das Modell für die Möllerberechnung liefert Informationen sowie die radiale Verteilung der einzelnen Materialanteile im Hochofen, um wiederum eine optimale Belegung der Förderbänder zu erreichen.

 

Bereits im Einsatz

An zwei Hochöfen am Standort Dillingen sind diese Modelle bereits erfolgreich in den Produktionsbetrieb integriert. Dies ermögliche eine frühzeitige Erkennung von Störungen und steigere Effizienz. Mit geringerem Personaleinsatz können nun täglich 10.000 Tonnen Roheisen pro Tag produziert werden, so Dillinger.

Dr. Peter Maagh, Chief Operations and Technology bei Dillinger erklärt: „Die Modelle haben bisher gezeigt, dass das System in der Lage ist, sich schnell an Veränderungen in der Qualität des Einsatzgutes anzupassen.

 

Ihre Implementierung hat zu einer effizienteren logistischen Planung in Bezug auf das Einsatzgut und das Schüttgut im Transportsystem sowie zu verbesserten Instandhaltungspraktiken geführt. Die Integration dieser Modelle in BFXpert erleichtert die Überwachung von Beschickungsprozessen.“

Auch Lastspitzen können durch die optimierte Beladung der Förderbänder reduziert werden. Ebenso steht es um den Transport von Rundkorn, da ein unerwünschtes Abfließen des Materials von den Schrägförderern verhindert werden kann.

Fabrice Hansen, Chief Technology Officer bei SMS digital sagt: „Wir sind stolz darauf, dass wir gemeinsam mit Dillinger den Advanced Raw Material Tracker auf Basis einer bewährten Anwendung entwickeln können. Diese Lösung wurde bereits erfolgreich auf den Markt gebracht und wird nun noch präziser auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten.“

SMS Group

Advanced Raw Material. Tracker (Quelle: SMS Group)

(Quelle: Dillinger/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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