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Corona: Projekt AMable fördert flexible AM-Lösungen gegen das Virus

Das Coronavirus legt derzeit das öffentliche und private Leben lahm und vielerorts fehlt es an medizintechnischer Ausstattung und Lösungen zum Schutz gegen die Ausbreitung des Virus. Zusammen mit Institutionen aus ganz Europa unterstützt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT im EU-Projekt AMable Unternehmen bei der Realisierung von Additive-Manufacturing-Ideen, mit denen sich Engpässe besser überwinden lassen.

von | 22.04.20

Mit der additiven Fertigung lassen sich Produkte schnell und flexibel herstellen. Die AMable-Partner unterstützen Unternehmen und bringen ihre Expertise für den prozesssicheren 3D-Druck mit Werkstoffen aller Art ein (© Fraunhofer ILT, Aachen).

Nachdem AMable bereits KMU erfolgreich den Weg zum industriellen 3D-Druck mit Metall und Kunststoff geebnet hat, bieten die Partner nun Hilfe und öffentliche Fördermittel für COVID-19-Projekte an. Die AMable-Partner rufen dazu auf, in einem ersten Schritt Ideen und in einem zweiten Schritt passende Lösungskonzepte für die additive Herstellung neuer Produkte einzureichen.
Um die Menschen vor den langfristigen Auswirkungen der Pandemie zu schützen, wollen die Partner des EU-Projekts AMable neue Wege gehen. Im Rahmen der I4MS-Initiative der EU (ICT Innovation for Manufacturing SMEs) lautete die Aufgabe bisher, den 3D-Druck mit Metall und Kunststoff in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu forcieren. Nun stehen Maßnahmen für die schnelle und zuverlässige Versorgung mit Lösungen für die überlebensnotwendige Arbeit vor allem der Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegekräfte an. Für die Produktion in KMUs und der Industrie sowie im Handwerk rücken hier auch Lösungen in den Fokus, welche die Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen.

Call for ideas: Welche Ideen sind per 3D-Druck realisierbar?

„Dazu gibt es bereits viele Ideen von KMUs, diese vordringliche Aufgabenstellung mit Hilfe von additiven Verfahren zu lösen“, berichtet Ulrich Thombansen, Projektkoordinator und Wissenschaftler am Fraunhofer ILT. „Wir prüfen, in welchen Fällen sich mit dem 3D-Druck Bauteile schneller und zuverlässiger als mit konventionellen Verfahren herstellen lassen und wie sich der aktuelle Bedarf mit neuen Lösungen schnellstmöglich decken lässt.“
AMable bietet universelle Unterstützung in allen Phasen der additiven Fertigung an. Die Partner der Plattform verfügen über die nötige Expertise für den prozesssicheren 3D-Druck mit Werkstoffen aller Art – vom Kunststoff oder Metall bis hin zur Keramik. Gefragt ist momentan allerdings eher die Lösung für den kleinen Extruder-3D-Drucker vor Ort, damit Produkte auf Bedarf produziert werden können, meint Thombansen. Entsprechend lautet die Botschaft: „Nennt uns Ideen für den 3D-Druck, mit denen sich z. B. medizintechnische Arbeiten besser und leichter als bisher erledigen lassen. Wir wollen also verstehen, wo die additive Fertigung im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Pandemie einen Beitrag leisten kann.“

Call for solutions: Themenvorschläge auf allen Medienkanälen

Es kommt den AMable Partnern dabei auf die völlige Transparenz ihrer Arbeit an: Sie wollen die Themenvorschläge der AM-Community direkt über alle gängigen Social-Media-Kanäle, Verbände und die Presse als „call for solutions“ vorstellen, um so geeignete Partner zu finden, die AMable aktiv mit öffentlichen Fördermitteln und Experten unterstützt. Bereit stehen dazu insgesamt € 350.000. Im Idealfall entsteht für jede Lösung eine frei zugängliche Konstruktionsdatei inklusive einer Dokumentation mit der genauen Beschreibung des Verfahrens. Sie soll die Anwender in die Lage versetzen, auf Knopfdruck additiv prozesssicher Bauteile herzustellen. Es soll sich dabei aber auch um eine Lösung handeln, die jeder für seinen Bedarf vor Ort weiterentwickeln und applikationsspezifisch anpassen kann.

Aus Tauchmasken werden einfache Beatmungsgeräte

Die Chancen stehen gut, denn an der AMable Plattform beteiligen sich namhafte europäische Institute, deren Arbeit Thombansen als Projektleiter koordiniert. Als eine interessante Idee bezeichnet er z. B. ein Projekt der Universität Marburg, an der ein Team existierende CPAP Geräte zur Behandlung von Schlafapnoe für die Verwendung bei COVID-19 Patienten modifiziert hat. Ähnliche Ideen verfolgen einige Projekte in der Community, wo wenige 3D gedruckte Teile es ermöglichen, sogar Tauchmasken als Beatmungshilfen zu verwenden. Thombansen: „Wir wollen Menschen mit ähnlichen Ideen mit Experten aus dem AMable-Netzwerk zusammenbringen, damit sie ihr 3D-Druck-Thema prozesssicher und schnell umsetzen. AMable fungiert dabei als Turbo von der Idee zur Realisierung.“
Ideen und Lösungskonzepte können eingereicht werden unter: www.amable.eu/covid-19

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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