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Bio-Mehrstoffbrenner zur Erzeugung industrieller Prozesswärme

In einem gemeinsamen Forschungsvorhaben haben das Gas- und Wärme-Institut Essen e. V. (GWI) und das Oel-Waerme-Institut (OWI) einen Kombi-Biobrennstoff-Brenner zur Erzeugung industrieller Prozesswärme konzipiert, gefertigt und getestet.

von | 19.11.18

Flammenbild im 100 kW-Kombibetrieb mit Heizöl EL und Biogas (Quelle: GWI)

Der Brenner kann neben niederkalorischen Gasen auch flüssige biogene Brennstoffe, wie z. B. Pflanzenöl, effektiv, betriebssicher und schadstoffarm verbrennen. Die flüssigen konventionellen und biogenen Brennstoffe werden dazu in einem eigens entwickelten Verdampfungsreaktor vorverdampft. Die Umsetzung erfolgte zunächst durch den Aufbau eines Demonstrators mit 100 kW Leistung, der im Projektverlauf auf 300 kW Leistung skaliert wurde. Die erreichten Ergebnisse zeigen, dass der Bio-Mehrstoffbrenner eine stabile simultane Verbrennung der vorverdampften flüssigen und gasförmigen Bio-Brennstoffe bei geringem Schadstoffausstoß ermöglicht. Biogene Brennstoffe, in Reinform oder als Beimischkomponente, werden bislang nur in Ausnahmefällen zur Bereitstellung von industrieller Prozesswärme eingesetzt.
Die Forschungsergebnisse ermöglichen auch die Verwertung von in Industrieprozessen anfallenden Gasen und Ölen als Brennstoff und können sowohl auf Hoch- als auch auf Niedertemperaturanwendungen übertragen werden. Dazu zählen beispielsweise der Einsatz in Schmelz-, Erwärmungsöfen sowie Wärmebehandlungsöfen mit Abgasatmosphäre in der Eisen-, Stahl- und Leichtmetallindustrie, oder auch Tunnelöfen, Brenn- Kammeröfen in der Ziegelei und Keramikindustrie, aber auch Trocknungsanlagen und Kesselfeuerungen, z. B. zur Medienerwärmung im Niedertemperaturbereich. Zudem könnten kleine und mittelständische Unternehmen, die in ländlichen Gebieten ohne Erdgasinfrastruktur verschiedenste Kessel- und Trocknungsanlagen im kleineren Leistungsbereich betreiben, so ihre Energieversorgung mit erneuerbaren Brennstoffen sichern.
Der entwickelte Bio-Mehrstoffbrenner ermöglicht den simultanen Einsatz einer Vielzahl gasförmiger und flüssiger Brennstoffe verschiedenartiger Zusammensetzungen. Diese hohe Brennstoffflexibilität des Bio-Mehrstoffbrenners kann auch zur Erschließung lokaler, bisher ungenutzter biogener Brennstoffquellen mit stark schwankender Versorgungssicherheit beitragen.
(Quelle: OWI Oel-Waerme-Institut GmbH)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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