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Studie: Stahlindustrie im Saarland ist systemrelevant

Die heimische Stahlindustrie ist hochgradig systemrelevant und ein wichtiges Standbein für den Wohlstand des Saarlandes und die industriellen Lieferketten. Das belegt eine Studie des Marktforschungsinstituts Isoplan.

von | 05.06.20

Die Studie „Die Zukunft der saarländischen Stahlindustrie“ bestätigt Systemrelevanz der Stahlindustrie im Saarland

Der Verband der Saarhütten (VDS) hatte die Studie „Zukunft der saarländischen Stahlindustrie – Chancen und Risiken unterkritischen Rahmenbedingungen“ in Auftrag gegeben. So wollen sie den aktuellen und zukünftigen Stellenwert der Branche als Wirtschaftsfaktor in der Region bemessen.

Arbeitsplätze in der saarländischen Stahlindustrie

Mit über 20.000 direkt und indirekt Beschäftigten im Saarland und einem damit verbundenen Bruttoeinkommen von rund € 760 Mio. gehört die saarländische Stahlindustrie zu den wichtigsten Arbeitgebern an der Saar. Bundesweit hängen von ihr sogar rund 33.600 Beschäftigte direkt und indirekt ab. Das Saarland ist mit rund 15 % der deutschen Stahlerzeugung einer der Schwerpunkte der Stahlherstellung in Deutschland.

„Ein Verzicht Deutschlands auf eine eigene Stahlproduktion würde eine vollständige Abhängigkeit von ausländischen Märkten bedeuten. Das wäre ein erhebliches Risiko für unsere gesamte Wirtschaft“
Albrecht Hettrich, Präsident des VDS

Die drei Stahlstandorte Dillingen, Völklingen und Bous erzeugten 2018 rund 6,3 Mio. t Rohstahl. Aus diesen werden hochwertige Produkte hergestellt: Grobbleche bei Dillinger, Draht und Stab bei Saarstahl sowie Rohblöcke und Stranggussprodukte für Schmieden und Walzwerke beim Stahlwerk Bous.

Stahlindustrie von heute

Die Stahlindustrie hat sich zu einer hochmodernen und innovativen Industrie entwickelt. Die saarländischen Stahlunternehmen haben von 2011 bis 2018 zusammen über € 2 Mrd. in die umweltfreundliche Modernisierung ihrer Produktionsanlagen investiert. Sie unterhalten zudem viele Partnerschaften mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Auf dem Weg zum grünen Stahl

Die saarländische Stahlindustrie bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und arbeitet konzentriert an der Transformation hin zu grünem Stahl. Die Studie zeigt aber auch, dass die Voraussetzung für den Erfolg der Transformation ist, dass die saarländische Stahlindustrie langfristig Investitionssicherheit durch klare politische Rahmenbedingungen und umfangreiche Fördermittel für die vorgesehene Transformation erhält und die dafür notwendige Infrastruktur zur Versorgung mit grüner Energie zu bezahlbaren Preisen geschaffen wird.

„Zwar ist Stahl energieintensiv, aber im Umbau zu einer CO2-neutralen Stahlproduktion liegt ein enormes Potenzial Treibhausgasemissionen einzusparen“
Albrecht Hettrich, Präsident des VDS

Auch der Werkstoff Stahl selbst ist beim Umweltschutz ganz vorne dabei – Stahl ist ein nachhaltiger Werkstoff, der nahezu ohne Qualitätsverlust zu 100 % und beliebig oft recycelbar ist. Zudem sinkt der CO2-Fußabdruck pro Tonne Stahl mit jedem weiteren Recycling-Zyklus. Nur der Stahl macht für viele andere Produkte eine Kreislaufwirtschaft überhaupt erst möglich. Die Stahlindustrie leistet einen bedeutenden Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaft in Deutschland und zur Umsetzung der Energie- und Klimawende.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Erhalt der saarländischen Stahlindustrie ein wichtiges politisches Ziel sein muss. Die saarländischen Stahlunternehmen sind in ihren jeweiligen Produktbereichen technologische Marktführer. Die Stahlindustrie an der Saar besitzt eine hohe Innovationskraft. Schafft man schnell die notwendigen politischen Rahmenbedingungen, kann sie zum Innovationsmotor für grüne Technologien werden.
(Quelle: VDS)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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