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thyssenkrupp vergibt Großauftrag für Um- und Neubau von Kernaggregaten in Duisburg und Bochum

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Autor: Redaktion

thyssenkrupp vergibt Großauftrag für Um- und Neubau von Kernaggregaten in Duisburg und Bochum
Die zukünftige Wertschöpfungskette bei thyssenkrupp Steel. Primetals liefert dafür Kernaggregate. Foto: Primetals Technologies

Nach kürzlich erfolgter Freigabe der Investitionsmittel gibt thyssenkrupp nun Vollgas bei der Umsetzung der Projekte im Rahmen der Strategie 20-30. Mit dem Umbau der Gießwalzanlage, dem Neubau einer bestehenden Stranggießanlage, beides in Duisburg, und dem Bau eines neuen Doppelreversiergerüsts in Bochum, ist der größte Teil der Aufträge jetzt vergeben. Den Zuschlag hat Primetals Technologies erhalten. Alle Maßnahmen sollen bis Anfang 2025 abgeschlossen sein. Die Investitionssumme liegt im höheren dreistelligen Millionenbereich.

Bernhard Osburg, Sprecher des Vorstandes bei thyssenkrupp Steel:

„Wir gehen jetzt sofort in die Umsetzung der beschlossenen Investitionen, um möglichst schnell die damit verbundenen positiven Portfolio-Effekte zu realisieren. Wir freuen uns, mit Primetals einen exzellenten Partner für die Umsetzung der anstehenden Großprojekte an unserer Seite zu haben. Primetals hat uns mit einem stimmigen, ganzheitlichen und innovativen Konzept für die Um- und Neubauten überzeugt.“

Satoru Iijima, CEO von Primetals:

„Wir freuen uns, thyssenkrupp bei der Verwirklichung seiner zukunftsweisenden Strategie zu unterstützen“.

Olaf Meininghaus, Key Account Manager für thyssenkrupp bei Primetals, ergänzt:

„Dieser Großauftrag markiert einen neuen Höhepunkt in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit unserer Unternehmen und ist selbst weltweit in dieser Größenordnung selten zu finden“.

Auftrennung der Gießwalzanlage

Kernstück der Qualitätsoffensive ist die Auftrennung der Gießwalzanlage im Werkteil Bruckhausen in eine neue Stranggießanlage und ein in wesentlichen Komponenten neues Warmbandwerk. Das derzeitige, 20 Jahre alte Aggregat, besteht aus einem integrierten Gieß- und Walzteil. Nun reichen seine qualitativen Fähigkeiten perspektivisch nicht mehr aus, um kommende Anforderungen zu erfüllen.

Produktionsvorstand Dr. Arnd Köfler: „Die Schnittstelle zwischen Flüssigphase und Warmbanderzeugung ist ein Kernstück unseres integrierten Produktionsverbundes. Wir machen diesen Bereich nun fit für die nächste Generation. Durch die Trennung und den Neubau von Gieß- und Walzteil können wir unsere Fähigkeiten bei höherfesten Stählen und bei Premiumoberflächen nochmals steigern. Außerdem flexibilisieren wir durch die Abtrennung des Walzteils in ein separates Warmbandwerk unsere Brammenproduktion.“

Aufbau der neuen Anlagen weitgehend bei laufendem Betrieb

Die Maßnahmen sind so geplant, dass die Produktionsunterbrechungen so gering wie möglich bleiben. Viele wesentliche Komponenten werden vorab gefertigt und anschließend montiert. Gleichzeitig können sich einige bestehende Anlagenteile in die neuen Aggregate integrieren. So z. B. der Pfannendrehturm, der auch für die neue Stranggießanlage die Verteilung des aus dem Stahlwerk kommenden flüssigen Stahls besorgt. Der Übergang vom bestehenden Gießteil der Gießwalzanlage auf die neue Stranggießanlage soll ab September 2023 durchgeführt werden.

Das neue Warmbandwerk, als größte Baumaßnahme des Investitionspakets, wird parallel zum laufenden Betrieb vorbereitet. Es wird ebenfalls ab Spätsommer 2023 ans Produktionsnetzwerk angeschlossen. Das Warmbandwerk erhält erprobte und energieeffiziente Lösungen im neuen Vorstraßenbereich, eine modernisierte Fertigstraße mit anschließender hochinnovativer Bandkühlung, sowie neue Automatisierungs- und Prozessmodelle. Übergreifende Industrie 4.0-Lösungen wie eine durchgängige Prozessoptimierung und Qualitätsüberwachung über die Anlagen hinweg stärken dabei die Zukunftssicherheit des Gesamtvorhabens.

Arnd Köfler: „Durch die Neukonfigurierung dieses Bereichs erzielen wir neben den Qualitätssteigerungen auch eine bessere Auslastung unseres vorgeschalteten Stahlwerks, weil wir die Gieß- und Walzkapazitäten erhöhen können. Dies verbessert die Gesamtperformance unseres Produktionsnetzwerks noch einmal an einer zentralen Stelle, mit nachhaltig positiven Auswirkungen auch auf die Versorgungsicherheit unserer Kunden.“

Ein weiteres Aggregat, das im Zuge der jetzt anstehenden Maßnahmen ebenfalls neu gebaut wird, ist die Stranggießanlage 3. Sie ersetzt die bestehende Stranggießanlage 1 im Duisburger Werkteil Beeckerwerth. Sie wird ebenso wie diese u. a. für verbesserte Oberflächenqualitäten sorgen. Der Neubau ist im Anschluss an den Umbau der Gießwalzanlage für das Jahr 2024 geplant.

Neues Doppelreversiergerüst am Standort Bochum

Primetals erhielt ebenfalls den Auftrag zum Bau eines Doppelreversiergerüsts am Standort Bochum. Das Werk an der Essener Straße wird in den nächsten Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Elektromobilität ausgebaut. Auch hier geht der Trend hin zu immer dünneren und hochsilizierten Materialien, die u. a. erhöhte Anforderungen an die Kaltwalztechnologie stellen. Das neue Doppelreversiergerüst erfüllt diese Ansprüche. Zudem verbessert es die am Standort vorhandenen Fähigkeiten bei sogenanntem nicht kornorientierten Elektroband noch einmal deutlich. Das Walzgerüst wird durch eine beliebig steuerbare Anzahl von vor- und zurückführenden – reversierenden – Walzvorgängen besonders dünne Materialien walzen können. Dies ist bei Blechen, die in Elektromotoren und Generatoren eingesetzt werden besonders wichtig. Denn so minimieren sich die Magnetisierungsverluste.

„Auch hier greifen die Einzelmaßnahmen der Strategie 20-30 ineinander“, erläutert Arnd Köfler: „Die Versorgung des neuen Doppelreversiergerüsts wird über das neue Warmbandwerk 4 sichergestellt. Wir werden so die Qualitätssteigerungen in der gesamten Prozesskette nutzen, um etwa bei höherfesten Mehrphasenstählen oder bei den optimierten Elektrobandgüten der Zukunft punkten zu können.“

 

(Quelle: Primetals Technologies)