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Auf dem Weg zur klimaneutralen Prozesswärme

Im Verbundprojekt „HeatTransPlan“ arbeiten Wissenschaftler der Universität Paderborn, die im SICP – Software Innovation Campus und im KET – Kompetenzzentrum für Nachhaltige Energietechnik interdisziplinär forschen, gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft an Lösungen zur Abwärmenutzung durch Wärmerückgewinnung und Wärmepumpen.

von | 01.04.24

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Paderborn, die im SICP – Software Innovation Campus und im KET – Kompetenzzentrum für Nachhaltige Energietechnik interdisziplinär forschen, unterstützen Unternehmen auf dem Weg zur klimaneutralen Prozesswärme, ©Tama66/pixabay
©Tama66/pixabay
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Paderborn, die im SICP – Software Innovation Campus und im KET – Kompetenzzentrum für Nachhaltige Energietechnik interdisziplinär forschen, unterstützen Unternehmen auf dem Weg zur klimaneutralen Prozesswärme.

April 2024 | Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert Verbundprojekt „HeatTransPlan“ zur Entwicklung von Abwärmenutzung, um Unternehmen auf dem Weg zur klimaneutralen Prozesswärme zu unterstützen.

Zunehmende Nachhaltigkeitsanforderungen sowie steigende Energiekosten veranlassen Unternehmen, den CO2-Ausstoß von Prozesswärme zu verringern. Ein bislang kaum genutztes Potenzial zur Reduktion von Treibhausgasemissionen liegt in der Abwärmenutzung durch Wärmerückgewinnung und Wärmepumpen. Mangelndes Wissen über sinnvolle Anwendungen und optimale Integrationspunkte, fehlende Speicherlösungen für die unterbrechungsfreie Bereitstellung von Wärme über 100 Grad Celsius, ein hoher Datenerfassungsaufwand sowie Bedenken hinsichtlich der Prozesssicherheit verhindern derzeit jedoch eine großflächige Umsetzung der Abwärmenutzung.

An diesem Punkt setzt das zu Beginn dieses Jahres gestartete Verbundprojekt „HeatTransPlan“ an, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Paderborn, die im SICP – Software Innovation Campus und im KET – Kompetenzzentrum für Nachhaltige Energietechnik interdisziplinär forschen, gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft an Lösungen arbeiten. Ziel des Projekts ist es, industrielle Unternehmen auf dem Weg zur klimaneutralen Prozesswärme zu unterstützen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert „HeatTransPlan“ in den kommenden drei Jahren mit 2,21 Millionen Euro. An dem Projekt beteiligt sind die Unternehmen Limón GmbH, Axiotherm GmbH, König Metall GmbH & Co. KG, Optano GmbH, SPH Sustainable Process Heat GmbH und InnoZent OWL e.V.. Daneben begleiten der Bundesverband Wärmepumpe e.V., die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate GmbH und die Food-Processing Initiative e.V. das Projekt als Transferplattformen.

Die Beteiligten von „HeatTransPlan“ freuen sich über den Projektstart

Die Beteiligten von „HeatTransPlan“ freuen sich über den Projektstart, ©Universität Paderborn

Maßgeschneiderte Wärmepumpen und Speicher

„Die Transformation der industriellen Wärmeversorgung kann nur durch eine ganzheitliche Betrachtung gelingen. Kenntnisse über die spezifischen Prozessanforderungen einerseits und Methoden zur Identifikation von Maßnahmen zur Abwärmenutzung andererseits bilden die Grundlage für zielgerichtete Lösungsansätze“, erklärt Dr. Florian Schlosser, wissenschaftlicher Leiter des Projekts und Mitglied des Vorstands im Kompetenzzentrum für Nachhaltige Energietechnik an der Universität Paderborn.

Laut Schlosser seien dafür interdisziplinäre Teams notwendig, die die Produktionsprozesse verstehen und darauf aufbauend Wärmepumpen und Speicher maßgeschneidert auslegen könnten.

Innovative und robuste Lösungen für speicherunterstützte Abwärmenutzung

„Die Dekarbonisierung unserer Prozesswärmeversorgung ist ein strategisches Ziel, das wir konsequent verfolgen. Obwohl wir die Potenziale von Wärmepumpen zur Nutzung von Abwärme erkennen, hat die Gewährleistung unserer Versorgungssicherheit und Produktqualität für uns oberste Priorität“, sagt Henning Hanisch, Senior Process Technology Manager von der Eckes-Granini Group GmbH als assoziierter Projektpartner. „Auf unserem Weg in eine nachhaltigere Zukunft erwarten wir daher vom Projekt „HeatTransPlan“ innovative und robuste Lösungen, die diesen Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig auf unsere Umweltziele einzahlen.”

Notwendig sei daher ein ganzheitlicher Ansatz zur Erfassung und Bewertung des Wärme- und Kältebedarfs sowie zur Identifizierung und Priorisierung von Wärmerückgewinnungsmaßnahmen. Darüber hinaus sei die technologische Weiterentwicklung von Wärmepumpen- und Speichermodulen für eine unterbrechungsfreie Versorgung mit Prozesswärme über 100 Grad Celsius erforderlich. Das erste Projektziel zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ist die Entwicklung und Erprobung eines Hochtemperatur-Phasenwechselspeichers.

„Als Experte im Bereich Thermomanagement freuen wir uns, an diesem wegweisenden Projekt teilhaben zu können. Wir sind der Überzeugung, dass eine gute Zukunft neue, innovative Lösungen erfordert – gerade, wenn es um den verantwortungsvollen Umgang mit Energien geht“, sagt Fabian Schansker, Entwicklungsingenieur bei König Metall.

Digitale Entscheidungsunterstützung für einen optimalen Wärmenutzungspfad

Als weiteres Projektziel ist die Entwicklung und Erprobung eines digitalen Entscheidungsunterstützungssystems, das auf Basis von Energie- und Produktionsdaten mithilfe von maschinellen Lernverfahren den Energiebedarf identifiziert und einen optimalen Wärmenutzungspfad ermittelt.

„Auf dem Weg zur Klimaneutralität braucht es die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit“, sagt Prof. Dr. Mark Junge, Geschäftsführer der Limon GmbH. „Gerade im Prozesswärmebereich über 100 Grad Celsius sind die Rahmenbedingungen komplex. Unser Projekt zielt daher darauf ab, durch ein ganzheitliches, digitales Werkzeug eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen“, so Junge weiter.

Für kontinuierliche Informationen aus dem Projekt „HeatTransPlan“ sind Interessierte eingeladen, an einem Begleitkreis teilzunehmen. Bei Interesse an der Durchführung einer Fallstudie steht der Projektleiter Dr. Florian Schlosser gerne zur Verfügung.

 

(Quelle: Uni Paderborn/2024)

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