Generic filters
FS Logoi
Generic filters

„Stromkosten steigen entgegen allen politischen Zusagen weiter“

Der angekündigte Wegfall des staatlichen Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten bedeute für die Industrien eine jährliche Mehrbelastung von etwa 2 Milliarden Euro.

Energieintensive Industrien stehen vor Milliarden-Mehrkosten
©fotoblend / Pixabay
Die Stromkosten steigen weiter

Dezember 2023 | Eine höhere CO2-Abgabe, keine Zuschüsse zu den Entgelten für das Stromnetz: Was jetzt als neuer Haushaltsentwurf in die Beratungen gehen soll, bedeutet für die Industrieunternehmen auf breiter Front höhere Kosten für Strom und Gas in einer ohnehin schon äußerst angespannten Lage.

Die Verdopplung der Übertragungsnetzentgelte ab dem 1. Januar 2024 führt zu einer weiteren Verschärfung bei den ohnehin kaum noch wettbewerbsfähigen Strompreisen – davor warnen die Energieintensiven Industrien Deutschlands (EID) und das Bündnis faire Energiewende (BfE).

Energieintensive Industrien stehen vor Milliarden-Mehrkosten

Der angekündigte Wegfall des staatlichen Zuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten bedeute für die Industrien eine jährliche Mehrbelastung von etwa 2 Milliarden Euro, sagt Jörg Rothermel, Geschäftsführer der EID, die die Branchen Baustoffe, Chemie, Glas, Nichteisen-Metalle, Papier und Stahl umfassen.

Rothermel erklärt weiter:

„Die im Strompreispaket ursprünglich geplanten Maßnahmen hätten für unsere Branchen ohnehin vor allem den Status Quo gesichert und keine nennenswerten Entlastungen gebracht. Jetzt erleben wir verkehrte Welt: Die Stromkosten steigen entgegen allen politischen Zusagen weiter.“

Dies sei ein weiterer massiver Schlag für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Um im weltweiten Standortwettbewerb bestehen und die Transformation zu einer klimaneutralen Produktion bewältigen zu können, sei unverändert eine politische Lösung für international konkurrenzfähige Strompreise notwendig. Dazu gehöre auch die Stabilisierung der Netzentgelte. Dieser dringenden Aufgabe müsse sich die Bundesregierung weiter und mit Hochdruck stellen.

Die Energieintensiven Industrien in Deutschland (EID) beschäftigen rund 880.000 Mitarbeiter – oder 15 Prozent der Beschäftigten des Verarbeitenden Gewerbes. Jeder Arbeitsplatz in der energieintensiven Grundstoffproduktion sichert etwa zwei Arbeitsplätze in anderen Industriezweigen und im Dienstleistungssektor. Zu den EID gehören: Bundesverband Baustoffe, Die Papierindustrie e.V., Bundesverband Glasindustrie, WirtschaftsVereinigung Metalle, Verband der Chemischen Industrie, Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Bündnis faire Energiewende kommentiert: „Ampel lässt uns jetzt komplett im Regen stehen“

Es sei nichts mehr von den Energiepreisentlastungen für die mittelständische Industrie übrig, erklärt das „Bündnis faire Energiewende“ (BfE). Am Ende eines weiteren schwierigen Jahres sei diese von einer fairen Energiewende weiter entfernt denn je.

Christoph René Holler, Sprecher des BfE:

„Jetzt haben der Kanzler, der Vizekanzler und der Finanzminister auch noch alle Hoffnungen beerdigt, dass mittelständische Industrie wettbewerbsfähig am Standort Deutschland produzieren kann. Wenn das die Bundestagsabgeordneten der Regierungsparteien widerspruchslos hinnehmen, läuten sie das zigfache Aus für Industrieunternehmen in ihren Wahlkreisen ein. Wir fordern sie auf, den Unternehmen und Belegschaften vor Ort zu erklären, warum sie die Reparatur eines verfassungswidrigen Haushalts auf dem Rücken der Unternehmen und der Beschäftigten austragen.“

Die Verbände im „Bündnis faire Energiewende“ vertreten branchenübergreifend mehr als 10 000 deutsche Unternehmen mit ca. einer Million Beschäftigten und etwa 200 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Zum „Bündnis faire Energiewende“ zählen: Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG), Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM), Deutsche Feuerfest Industrie (DFFI), Industrieverband Feuerverzinken, Bundesverband Keramische Industrie, Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA), Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie, Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie, Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk).

 

(Quellen: WV Stahl, BfE / 2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Die ganze Welt der Metallurgie, immer in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Industriepolitik 2026:  „Raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg“

Industriepolitik 2026: „Raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg“

Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) fordert konkrete Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: Aussetzung des nationalen CO2-Preises für die Industrie und Abschaffung des Solidaritätszuschlags. „Wir müssen raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg”, betont WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Beide Maßnahmen seien kurzfristig umsetzbar und würden 2026 direkt wirken.

mehr lesen
KI-gesteuerter autonomer Schleifroboter beschleunigt das Entgraten dicker Blechteile

KI-gesteuerter autonomer Schleifroboter beschleunigt das Entgraten dicker Blechteile

Dank des EasyGrinder konnte Minerd & Sons die Lieferzeit von zwei Wochen auf nur drei Tage verkürzen – ein Durchbruch in Produktivität und Lieferzuverlässigkeit. Das führende regionale Stahlservicezentrum in Pittsburgh, Pennsylvania, hat die Endbearbeitung von plasma- und autogengeschnittenen Blechteilen durch den Einsatz des EasyGrinder, dem autonomen Schleifroboter von Teqram, deutlich beschleunigt. Das System bearbeitet dicke Bleche vollautomatisch, ohne Programmierung oder Teaching, und liefert gleichbleibende Qualität bei deutlich höherem Durchsatz.

mehr lesen

Fachinformationen für Sie

Pusher reheat furnace combines increased production with a reduction in emissions

Pusher reheat furnace combines increased production with a reduction in emissions

Autor: James Feese/Felix Lisin, Gerrit Wohlschläger, Sandra Runde
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Operators of furnace systems in the steel industry are being confronted to an ever increasing degree with rising fuel prices and stringent environmental regulations – regardless of whether their system is an ageing one or brand new. The dream ...

Zum Produkt

Industrie 4.0 – Prozesse und Ressourcen effizient managen

Industrie 4.0 – Prozesse und Ressourcen effizient managen

Vor dem Hintergrund der steigenden Rohstoffkosten rückt der effiziente Ressourceneinsatz immer mehr in den Fokus der Unternehmen. Das Management der kompletten Prozesskette von der Produktgestaltung über die Produktion und Logistik bis hin zu ...

Zum Produkt

Prozesswärme – 03 2019

Prozesswärme – 03 2019

Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Die Ausgabe 3 der PROZESSWÄRME erscheint pünktlich zum Messequartett GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST in Düsseldorf. Im großen Sonderteil erfahren Sie alles rund um die Messen mit besonderem Schwerpunkt auf GIFA und METEC – allgemeine ...

Zum Produkt