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VDMA kritisiert geplantes Verbrenner-Aus ab 2035

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Autor: Magnus Schwarz

Datum: 22. Apr. 2022

Der VDMA unterstützt und fordert eine wettbewerbsfähige und klima-positive Zukunft des Verbrennungsmotors als realistischen Technologiepfad. Die Pläne der EU-Kommission, von 2035 an nur noch batterie- und brennstoffzellenelektrische Fahrzeuge auf dem europäischen Markt zuzulassen, sind für den Verband indes klima- und innovationspolitisch der falsche Weg.

„Statt den Verbrennungsmotor faktisch zu verbieten, indem alle Emissionen am Auspuff auf null begrenzt werden, sollten alle klimafreundlichen Antriebsoptionen genutzt werden. Der mit CO2-neutralen, grünen eFuels betriebene Verbrennungsmotor bleibt eine notwendige Ergänzung zur Elektrifizierung des Straßenverkehrs. Denn nicht der Motor ist das Problem, sondern die bisher eingesetzten fossilen Treibstoffe”, bewertet VDMA-Präsident Karl Haeusgen den Vorschlag der EU-Kommission.

VDMA sieht industrielle Stärke Europas gefährdet

Auch ökonomisch bleibt der Verbrennungsmotor bedeutsam. Die VDMA-Studie „Antrieb im Wandel III“ hat einen Verlust von 160.000 Arbeitsplätzen allein in der Wertschöpfungskette Antriebsstrang ermittelt. Betrachtet wurde ein Szenario, in dem ab 2040 keine Verbrenner mehr in Europa zugelassen werden. Diese Zahl dürfte für den Arbeitsmarkt insgesamt und bei einem um fünf Jahre vorgezogenen Verbot noch größer sein.

„Zwar entstehen neue Arbeitsplätze in den vorgelagerten Prozessen der Versorgungskette, zum Beispiel in der Verarbeitung von Materialien für Batteriezellen und im Umfeld der Ladeinfrastruktur. Doch dies verläuft nicht zeitgleich und bei weitem nicht in derselben Höhe. Die neuen Jobs sind nicht mit den verlorenen austauschbar“, erläutert Haeusgen.

Der VDMA sieht mit einem gesetzlich erzwungenen schnellen Aus des Verbrenners auch die industrielle Stärke Europas gefährdet.

„Die EU würde ihre technologische und industrielle Führungsrolle beim Verbrennungsmotor zugunsten anderer Regionen aufgeben, die an technologischer Offenheit festhalten“, betont Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer im VDMA. „Eine größere Vielfalt klimaneutraler Antriebstechnologien reduziert hingegen die Abhängigkeit knapper Rohstoffimporte und erhöht die volkswirtschaftliche Resilienz.“

Zudem sei die Skalierungsfähigkeit der automobilen eFuel-Anwendungen notwendig, um klimafreundliche Antriebstechnologien auch in anderen Anwendungen zu ermöglichen, so Rauen weiter.

„Auch im Bestand wird es nicht ohne eFuels gehen. Wir unterstützen daher eine technologieoffene Umsetzung der Flottenregulierung, die einen freiwilligen Anrechnungsmechanismus für nachhaltige, erneuerbare Kraftstoffe vorsieht. Ein solcher Mechanismus liegt auf dem Tisch und könnte im Rahmen des Fit-for-55 Gesetzgebungsprozess schnell umgesetzt werden,“ resümiert Rauen.

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