thyssenkrupp Steel ist nicht nur Deutschlands größter Stahlhersteller. Das Unternehmen ist außerdem mit 142 Mio. t Transportmenge zweitgrößter Logistiker des Landes. Diese Stärke soll künftig mit einem Partner besser weiterentwickelt werden, um am Logistikmarkt insbesondere an der strategisch wichtigen Rheinwasserachse stärker zu partizipieren. Daher hat thyssenkrupp Steel im Rahmen seiner Strategie 20-30 beschlossen, den Hafenbereich unabhängig vom reinen Stahlgeschäft als thyssenkrupp Tochterunternehmen aufzustellen. Die Mitarbeitenden möchte man vollständig übernehmen.
Als thyssenkrupp Steel Logistics GmbH startet die zunächst 100 %-ige Tochter mit rund 300 Mitarbeitenden Anfang Juli. In die neue Gesellschaft geht der komplette Hafenkomplex mit dem Werkshafen Schwelgern über, an dem die Rohstoffe angeliefert werden. Dazu kommen der Hafen Walsum, wo Stückgut umgeschlagen wird, sowie verbundene Einheiten.
„Mit unseren Mitarbeitenden und Anlagen werden wir unsere Zukunft in der Umschlag- und Lagerlogistik weiterentwickeln, unsere erfahrenen Mitarbeitenden werden mit in die Gesellschaft wechseln und Basis für die weitere Professionalisierung der Logistikeinheit sein“, sagt Markus Micken, Leiter des Logistikbereichs von thyssenkrupp Steel. Als kleinere, flexible Einheit kann sich die neue Logistik-Tochter bei Veränderungen schneller anpassen.
„Diese wertvolle Ressource ‚Logistik‘ kann durchaus ihre Kapazitäten voll auslasten, wenn sie am Markt auch von anderen in Anspruch genommen werden kann. Wir sehen hohes Entwicklungspotenzial für den Logistikbereich in Eigenständigkeit und eine höhere Sicherheit für die Arbeitsplätze insbesondere auch vor dem Hintergrund der Transformation“, sagt Dr. Heike Denecke-Arnold, Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp Steel Europe AG. „Ein wichtiger
Meilenstein in der Umsetzung unserer Strategie 20-30, mit der wir alle Facetten unseres Stahlbusiness‘ zukunftsfähig aufstellen.“
Transformation der Stahlherstellung ändert auch die Logistik
Wenn das Unternehmen die Stahlherstellung von der herkömmlichen Hochofenroute hin zur Direktreduktion mittels Wasserstoff umstellt, fallen wesentliche Teile der Anlieferungen nach und nach weg. So zum Beispiel die Kohle, die man per Schiff über den Rhein bis zum Hafen Schwelgern transportiert. Denn dies würde weitere Kapazitäten freisetzen. Zusammen mit der IG Metall hat das Duisburger Unternehmen den Betriebsübergang für die betroffenen Mitarbeitenden geregelt. Dadurch möchte man erfahrene Mitarbeitende halten und ihnen maximale Sicherheit in der Logistik-Tochter geben.
„Wir wollen am Rhein mit dem Logistikmarkt auch stahlunabhängig wachsen können, dies bietet eine große Chance für Beschäftigung und weitere Professionalisierung des Geschäfts“, so Micken. „Die Logistikdrehscheibe in Duisburg verbindet insbesondere Schiff und Bahn für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung und trägt damit auch zur Transformation in eine klimaneutrale Stahlproduktion bei.“
Die Logistik werde stahlunabhängiger und gewinne an der Rheinschiene an strategischer Bedeutung.









