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Siempelkamp fordert sofortige Einführung eines Industriestrompreises

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Autor: Magnus Schwarz

Siempelkamp fordert sofortige Einführung eines Industriestrompreises
Siempelkamp Geschäftsführer Dirk Howe und Dr. Georg Geier (Quelle: Siempelkamp)

Die Siempelkamp Giesserei GmbH fordert angesichts immer weiterer Energiepreisanstiege die sofortige Einführung eines flächendeckenden Industriestrompreises auf einem niedrigen Preisniveau.

„Für mittelständische Industrieunternehmen entwickelt sich der Energieeinkauf aktuell zu einer teuren und unverschuldeten Herausforderung. Die Folge ist eine Teuerungs-spirale, welche zunächst der Kunde und am Ende der Verbraucher zahlen muss. Daher braucht es hier dringend eine nachhaltige Regulierung, um die Unternehmen finanziell zu entlasten.

 

Ein solcher Industriestrompreis war im letztjährigen Wahlkampf von den Parteien der jetzigen Bundesregierung explizit versprochen worden. Jetzt wäre die beste Gelegenheit, um das Versprechen möglichst unbürokratisch einzulösen”, erklärt Dirk Howe, Geschäftsführer der Siempelkamp Giesserei.

Neben einer gerechten und sinnvollen Verteilung der zur Verfügung stehenden Energiemengen wäre ein Industriepreis ein wichtiges Instrument, um weitere Energiepreisexplosionen zu stoppen und die die marktwirtschaftliche Stabilität zu fördern.

Einführung des Industriestrompreises hätte mehrere Vorteile

Die Lage der mittelständischen Industrie ist aufgrund der extremen Preissprünge bei Energie, Rohstoffen und Lieferkosten sehr angespannt. Der Einkauf von Strom oder Material ist für Unternehmen kaum kalkulierbar geworden. Die Siempelkamp Giesserei prognostiziert für dieses Jahr Strommehrkosten in siebenstelliger Höhe.

„Wir stehen an der Spitze langer Wertschöpfungsketten. Unsere Mehrkosten werden innerhalb vielfältiger Industriezweige und Branchen wie der Energie-, die Automobil-, der Bau- oder der Konsumgüter-Industrie weiter-gegeben und erhöhen sich dann immer weiter. Einmalige Entlastungspakete für Verbraucher sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, bemängelt Siempelkamp-Giesserei-Geschäftsführer Dr. Georg Geier.

Ein durch staatliche Regulation gedeckelter Industriestrompreis könnte diese Problematik langfristig und grundsätzlich beseitigen und Produktionskosten wieder erheblich senken. Die Siempelkamp Giesserei sieht in diesem effizienten Instrument die beste Möglichkeit zur dauerhaften Wahrung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und zur effektiven Entlastung der Verbraucher.

„Würde für diesen Industriestrom auch noch vorrangig Ökostrom verwendet, würde die Industrie in Deutschland zusätzlich einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und Energiewende machen“, erklärt Geier.

Verantwortungsvoller Umgang mit Energie

Ein verlässlicher Industriestrompreis ist ein wichtiger Treiber für die Transformation der Industrie weg von fossilen Energieträgern hin zu strombasierten Prozessen. Die Siempelkamp Giesserei gehört mit einem jährlichen, elektrischen Energiebedarf von über 50 Gigawattstunden zu einem der energieintensiven Unternehmen in Deutschland. Der Stromverbrauch entspricht dem einer Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern. Der Strom wird benötigt, um das Eisen zu schmelzen, bevor es in die Form gegossen wird.

Dank digitaler Schnittstellen und Energiemanagementsysteme hat die Gießerei bei ihrer Energieeffizienz in den vergangenen Jahren weltweit eine Spitzenposition erreicht.

„Mehr als die Hälfte des Energiebedarfs decken wir durch Ökostrom ab, eine eigene Photovoltaikanlage ist in Planung. Wirklich nirgendwo sonst auf der Welt, außer in Krefeld, können riesige Bauteile so energieeffizient und nachhaltig hergestellt werden“, betont Dirk Howe.