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Innovation in Bayern: In Mitterteich plant Schott bis 2026 eine neue Schmelzwanne die CO2-arm Pharmaglas mit Strom produziert
©Schott
Innovation in Bayern. In Mitterteich plant SCHOTT bis 2026 eine neue Schmelzwanne

SCHOTT zieht Zwischenbilanz beim Klimaschutz

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Autor: PERIMETRIK® Bonn/Darmstadt

Datum: 12. Dez. 2023

12. Dezember 2023 | Der Technologiekonzern Schott vermeldet, dass wichtigen Etappenziele zur schrittweisen Reduktion der Emissionen erzielt werden konnten.

Die Schott AG hat das Unternehmensziel erklärt, ihre energieintensive Spezialglasproduktion zu transformieren. Laut einer Erklärung des Unternehmens konnten die absoluten Emissionen seit 2019 durch die Umstellung auf Grünstrom und eine Steigerung der Energieeffizienz um 60% gesenkt werden. Seit 2021 habe Schott auf 100% Grünstrom mit Hilfe von Herkunftsnachweisen (Energy Attribute Certificates, EACs) sowie Power Purchase Agreements (PPAs) umgestellt. Bislang habe der Konzern sieben Direkt-Verträge mit Energieerzeugern (PPAs) abgeschlossen – mit diesen will Schott die Energiewende in Deutschland unterstützen.

„Die ersten wichtigen Etappenziele wie die Umstellung auf 100% Grünstrom konnten wir in den letzten beiden Jahren schnell umsetzen. Jetzt müssen wir komplexe technische Herausforderungen an unseren Schmelzwannen lösen“, sagt Dr. Jens Schulte, Mitglied des Schott Vorstandes und verantwortlich für das Strategieprogramm „Zero Carbon“. „Um die Emissionen weiter zu reduzieren und unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir technologisches Neuland betreten. Unser Fokus liegt auf der Entwicklung innovativer Technologien, um Glas nachhaltiger zu schmelzen.“

Experimente mit Wasserstoff bei SCHOTT

Bei den Experimenten mit Wasserstoff gelangen 2023 Laborversuche mit 100%. Weitere Tests sollen folgen – doch die Infrastruktur und die fehlende Verfügbarkeit des Energieträgers bleibt eine große Herausforderung

Pionierprojekte zur Transformation der Spezialglasproduktion

Schott forscht derzeit in Pionier-Projekten, wie Glas mit nachhaltigen Energieträgern statt Erdgas geschmolzen werden kann. Die Glasindustrie gehört zu den energieintensivsten Branchen weltweit. Zum Aufschmelzen der Glasrohstoffe werden in den Schmelzwannen Temperaturen von bis zu 1.700 Grad Celsius erreicht. Hauptenergieträger ist bislang Erdgas – verbunden mit einem hohen Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen.

Der Konzern fokussiere auf zwei Optionen: die Elektrifizierung der Wannen mit Grünstrom oder den Einsatz von grünem Wasserstoff. Beim Wasserstoff konnten im Frühjahr 2023 Laborversuche mit 100 Prozent Wasserstoff erfolgreich durchgeführt werden. Weitere Tests an Schmelzwannen im industriellen Maßstab sollen im nächsten Jahr folgen.

Neben ersten vielversprechenden Forschungsergebnissen beim Schmelzen mithilfe von Wasserstoff statt Erdgas wurde der Bau einer ersten klimafreundlichen Elektro-Schmelzwanne gestartet.

Michael Hahn, Leiter Schmelzforschung, berichtet: „Im Technikum konnten wir etwa für schwer zu schmelzende Alumosilikatgläser den Anteil der elektrischen Energie auf bis zu 60 % steigern bei mindestens gleichbleibender Glasqualität. Damit haben wir gezeigt, dass eine ‚Super-Hybridwanne‘ mit höheren elektrischen als fossilen Beheizungsanteilen prinzipiell möglich ist.“

Reduktionsziele für die Wertschöpfungskette

Neben dem Plan einer klimaneutralen Produktion bis 2030 in Scope 1 und Scope 2 habe sich das Unternehmen jetzt erstmalig ambitionierte Reduktionsziele für die gesamte Wertschöpfungskette (Scope 3) gesetzt – die global anerkannte Science Based Targets initiative (SBTi) habe jüngst das von Schott eingereichte, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Emissionsreduktionsziel für alle drei Scopes bestätigt.

Die Scope 3-Emissionen betrugen 2019 rund 1,3 Millionen Tonnen CO2e. Bis 2030 sollen die absoluten Emissionen in Scope 3.3 (Energie- und brennstoffbezogene Aktivitäten) und Scope 3.15 (Investitionen) um 27,5 Prozent gesenkt werden. Zudem arbeite der Konzern eng mit seinen Lieferanten zusammen – bis 2027 sollen sich 74,23% der emissionsstärksten Lieferanten ebenfalls wissenschaftsbasierte Klimaziele setzen.

Die öffentliche Anerkennung motiviert

Mut für die erforderlichen nächsten Schritte mache, dass Schott für seine Maßnahmen bereits erste öffentliche Anerkennung erhält. Nach dem Gewinn des dena „Energy Efficiency Awards“ im Herbst 2022, wurde Schott im November 2023 gleich zwei Mal mit dem renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Der Technologiekonzern erhielt den Award für den Sektor Glas- und Keramikindustrie, sowie den Sonderpreis der Jury für das Transformationsfeld Klima.

„Dieser erneute Erfolg bestätigt unsere Strategie und motiviert uns, die nächsten Schritte engagiert anzugehen“, sagt Dr. Jens Schulte. „Dank des Börsengangs unserer Pharmatochter sind wir finanziell für weitere Investitionen gut aufgestellt. Dennoch sind wir wie viele andere produzierende Unternehmen in Deutschland auf bestimmte Rahmenbedingungen angewiesen. Hierzu zählt die Verfügbarkeit von grüner Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen und eine entsprechende flächendeckende Infrastruktur.“

Weitere Informationen zum Umweltschutz bei Schott unter www.Schott.com/sustainability

Dr. Frank Heinricht, Vorstandsvorsitzender von Schott, nahm 2023 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis entgegen

Dank an das Team: Dr. Frank Heinricht, Vorstandsvorsitzender von Schott, nahm 2023 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis sowie den Sonderpreis für das Transformationsfeld Klima entgegen. Foto: Ralf Ruehmeier

 

(Quelle: Schott/2023)