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Liberty, Paul Wurth und SHS planen wasserstoffbasiertes Stahlwerk in Frankreich

Die Liberty Steel Group, Paul Wurth und SHS – Stahl-Holding-Saar (SHS) haben eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding – MoU) unterzeichnet. Damit wollen sie den Bau und Betrieb eines wasserstoffbasierten Stahlwerks in industriellem Maßstab in Dunkerque in Frankreich prüfen. Im Falle einer Realisation wäre dies eine der ersten Anlagen dieser Art in Frankreich. Direktreduktionsanlage Die paneuropäische […]

von | 22.02.21

Liberty

Die Liberty Steel Group, Paul Wurth und SHS – Stahl-Holding-Saar (SHS) haben eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding – MoU) unterzeichnet. Damit wollen sie den Bau und Betrieb eines wasserstoffbasierten Stahlwerks in industriellem Maßstab in Dunkerque in Frankreich prüfen. Im Falle einer Realisation wäre dies eine der ersten Anlagen dieser Art in Frankreich.

Direktreduktionsanlage

Die paneuropäische Partnerschaft wird gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Dabei soll eine 2-Mio.-t-Anlage für direktreduziertes Eisen (DRI) mit eingebauter Wasserstoffelektrolyse mit einer Kapazität von 1 GW neben dem GFG-Standort Alvance Aluminium Dünkirchen integriert werden. Die DRI-Anlage wird zu Beginn DRI und heiß brikettiertes Eisen (HBI) mit einer Mischung aus Wasserstoff und Erdgas als Reduktionsmittel nutzen. Nach Fertigstellung wird die Elektrolyse-Produktionseinheit zu 100 % auf Wasserstoff umgestellt.

Das produzierte DRI/HBI wird hauptsächlich im Elektrolichtbogenofen von Liberty Ascoval in Frankreich Verwendung finden. Überschüsse werden in den integrierten Stahlwerken von Liberty in Ostrava und Galati verwendet. Auch in den Werken von Dillinger und Saarstahl, die beide zur SHS-Gruppe gehören, in Deutschland kommen sie zum Einsatz.

Plan umfasst zwei Phasen

Liberty arbeitet seit Anfang letzten Jahres mit Paul Wurth und SHS an der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit dieses Projekts. Nachdem sich die ersten Machbarkeitsstudien als erfolgreich erwiesen haben, haben die Partner nun eine Absichtserklärung unterzeichnet, die zwei Phasen umfasst:

  • In Phase 1 wird die Genauigkeit der kommerziellen und technischen Machbarkeit des Projekts verbessert. Auch im Hinblick auf das reduzierende Gasgemisch, potenzielle Partner (Energieversorgung, Wasserstoffproduktion und -betrieb, DRI/HBI-Ausrüstung usw.) und Finanzierungsmöglichkeiten. Diese Phase wird voraussichtlich etwa 12 Wochen dauern.
  • Phase 2 liefert die erforderliche Detailtiefe (technisch und finanziell), um das Projekt effektiv umzusetzen. Diese Phase wird im Rahmen von Phase 1 festgelegt.

Gemeinsam konzentrieren sich die Partner strategisch auf die Entwicklung von Technologien. Diese sollen es der Stahlindustrie ermöglichen, ihre Umweltziele zu erreichen. Liberty führt dabei weltweit klimaneutrale Programme durch, um bis 2030 klimaneutral zu sein. Paul Wurth ist ein in Luxemburg ansässiges Unternehmen und Mitglied der SMS group. Es hat sich als Anlagenbauer und Dienstleister einen Namen gemacht. In seiner Partnerschaft mit Sunfire, einem deutschen Technologieanbieter, der Hochleistungselektrolyseure zur hocheffizienten Wasserstofferzeugung entwickelt, will Paul Wurth diese Technologie für industrielle Anwendungen zur Reife bringen. SHS ist mit den Unternehmen Dillinger und Saarstahl ein hoch angesehener deutscher Stahlproduzent. Die SHS – Gruppe bekennt sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Sie arbeitet mit Nachdruck daran, Eisen und Stahl mit einem reduzierten CO2-Fußabdruck zu produzieren. Die Partner werden in Betracht ziehen, andere Wasserstoffproduzenten an Bord zu nehmen.

Kommentare

Sanjeev Gupta, Vorstandsvorsitzender von GFG Alliance und Liberty Steel Group:

„Unsere Industrie muss die Stahlproduktion schnell neu erfinden, da die Notwendigkeit, unsere Emissionen zu reduzieren, vor dem Hintergrund der steigenden globalen Nachfrage nach unseren Produkten und dem Druck der Gesetzgebung, kohlenstoffneutral zu werden, immer dringlicher wird. Die Herstellung von Stahl mit Wasserstoff hat das Potenzial, dieses Problem zu lösen, und wir sind entschlossen, mit gleichgesinnten Partnern zusammenzuarbeiten, um es zu verwirklichen. Frankreich ist dank seines starken industriellen Erbes, seiner qualifizierten Arbeitskräfte und seiner kohlenstoffarmen Energieinfrastruktur der ideale Ort für einen solchen Versuch. Gemeinsam mit diesen engagierten Partnern freuen wir uns darauf, das Potenzial für eine wirklich kohlenstoffneutrale Stahlerzeugung zu erforschen, indem wir grünen Wasserstoff zur Herstellung von Greensteel-Produkten nutzen.”

Georges Rassel, Vorstandssprecher bei Paul Wurth:

„Paul Wurth ist erfreut und dankbar, die Liberty Steel Group bei ihrer Greensteel-Agenda unterstützen zu dürfen. Wir sind davon überzeugt, dass dieses Projekt dazu beitragen wird, den Weg für den dringend notwendigen Technologiewechsel in der Metallindustrie frei zu machen.”

Martin Baues, Geschäftsführer Technik der SHS – Stahl-Holding-Saar und Vorstand von Dillinger und Saarstahl:

„Trotz der hohen Hürde von immensen Investitions- und Betriebskosten, sind Dillinger und Saarstahl fest entschlossen, den Weg zur Klimaneutralität konsequent zu gehen. Diese Partnerschaft stellt dabei einen wichtigen Baustein auf dem Weg zur kohlenstoffneutralen Stahlproduktion dar und wird uns helfen, unsere Kohlenstoffemissionen auf Basis dieser Technologie weiter zu reduzieren und gleichzeitig wichtige Erfahrungen beim Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion zu sammeln.“

 

(Quelle: Liberty, Paul Wurth und SHS)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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