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Internationale Investition in Grünen Stahl: H2 Green Steel erhält Finanzmittel in Höhe von 1,5 Mrd. €

H2 Green Steel hat 1,5 Mrd. € von einer großen Gruppe internationaler Investoren erhalten — laut Unternehmen ist dies die größte europäische Privatplatzierung des Jahres. Das Geld investiert der Stahlproduzent in die Entwicklung seines großangelegten Wasserstoff-Stahlwerks im nordschwedischen Boden. Der Stahl soll mit 95 % weniger Emissionen produziert werden als im Hochofen. Inbetriebnahme: 2025.

von | 12.09.23

0,3 Milliarden Tonnen CO2 sollen bis 2040 vermieden werden, was etwa 1 % der derzeitigen globalen Gesamtemissionen pro Jahr ausmacht
SMS Group / H2 Green Steel

H2 Green Steel hat 1,5 Mrd. € von einer großen Gruppe internationaler Investoren erhalten — laut Unternehmen ist dies die größte europäische Privatplatzierung des Jahres. Das Geld investiert der Stahlproduzent in die Entwicklung seines großangelegten Wasserstoff-Stahlwerks im nordschwedischen Boden. Der Stahl soll mit 95 % weniger Emissionen produziert werden als im Hochofen. Inbetriebnahme: 2025.

H2 Green Steel

Quelle: H2 Green Steel

Jährlich sollen bei H2 Green Steel 2,5 Mio. t grüner Stahl entstehen. Vor Ort wird mit “Europas größtem” Elektrolyseur — Leistung bis zu 700 MW — Wasserstoff gewonnen, der danach zur Stahlproduktion im Direktreduktionsverfahren genutzt wird. Lieferant der Elektrolyseanlage ist, wie seit Mai bekannt ist, Thyssenkrupp Nucera. 

Die ca. 300 ha große Anlage in Schweden soll zu 100% erneuerbare Energien nutzen. Der Standort Boden — Zugang zu Wasserenergie und niedrige Stromkosten — spielt dabei eine wichtige Rolle. Im April 2023 unterzeichnete H2 Green Steel einen Vertrag über 2,3 TWh Strom mit dem skandinavischen Energieversorger Fortum.

Henriksson: Investition beweist Marktnachfrage

In drei Finanzierungsrunden sammelte der zukünftige Stahlproduzent seit seiner Gründung im Jahr 2021 insgesamt mehr als 1,8 Mrd. € an Eigenkapital — davon 1,5 Mrd. € in der dritten. Internationale Investoren wie Stahlverarbeiter Schaeffler (Deutschland), Technologieentwickler Hitachi Energy (Japan) und Investmentfonds Hy24 (Frankreich), Altor (Großbritannien), GIC (Singapur) und viele weitere beteiligen sich so finanziell am Projekt.

Henrik Henriksson, CEO von H2 Green Steel: „Einige der professionellsten Institutionen, Investoren und Industrieunternehmen weltweit nehmen an dieser Runde teil, und wir sind stolz darauf, dass sie alle unser Engagement für Nachhaltigkeit als ihren wahren Norden teilen.

 

1,5 Mrd. € sind die größte Privatplatzierung in Europa in diesem Jahr, und der Appetit, in uns zu investieren, beweist sowohl unser solides Geschäftsmodell als auch die Marktnachfrage nach grünem Stahl.”

Das Unternehmen hatte die erste Eigenkapitalrunde mit 86 Mio. € im Mai 2021 abgeschlossen. Serie-B1 endete im Oktober 2022 mit 260 Mio. €. Die Höhe an Fremdkapital gab H2 Green Steel im Jahr 2022 mit 3,5 Mrd. € an und erneuerte im Juli 2023 die Verpflichtungserklärungen.

„Beginn der Dekarbonisierung der Grundstoffproduktion”

H2 Green Steel hat bereits Abkommen mit Abnehmern seines grünen Stahls vereinbart, darunter BMW. Die Münchner wollen ihren Stahlschrott an H2 Green Steel schicken und so einen nachhaltigen Kreislauf schaffen. Die Prozessausrüstung des Unternehmens übernimmt die in Düsseldorf ansässige SMS Group.

H2 Green Steel

Quelle: H2 Green Steel

“Dies markiert den Beginn der Dekarbonisierung der Grundstoffproduktion im industriellen Maßstab. Der Sektor wird in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Investitionen benötigen, damit unsere Kunden grüne Endprodukte herstellen und damit ihre Klimaziele erreichen können.

 

Wir hoffen, dass diese Finanzierung dazu beiträgt, die dringend benötigte, breite Beteiligung der Kapitalmärkte an der Transformation von schwer abbaubaren Industrien zu beschleunigen”, sagt Otto Gernandt, CFO von H2 Green Steel.

Ab 2030 sollen in Boden bis zu 5 Mio. t des grünen Stahls produziert werden. Als H2 Green Steel sein Projekt 2021 bekanntgab, existierten nur wenige andere Projekte, die insgesamt 2-3 Mio. t Stahl aus DRI umfassten. Mittlerweile sind 40 Mio. t in Europa bis 2030 in Planung.

(Quelle: H2 Green Steel/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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