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Erster Umschlagplatz für Kohlendioxid in Deutschland geplant

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Autor: Lucas Möllers

Erster Umschlagplatz für Kohlendioxid in Deutschland geplant
Bremen soll erster Umschlagplatz für Kohlendioxid in Deutschland werden (Quelle: CO2 Management AS)

Das Unternehmen CO2 Management AS plant den Aufbau eines Kohlendioxid-Umschlagplatzes in Bremen. Ziel ist eine anschließende Weiterverwertung oder geologische Speicherung des CO2. Das Projekt ermöglicht Branchen der schwer zu dekarbonisierenden Industrien (Zement-, Beton-, Chemie-, und Stahlindustrie sowie Abfallwirtschaft) die Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen. Es trägt somit zur Erreichung der Klimaschutzziele bei.

Es gibt einen wissenschaftlichen Konsens darüber, dass der Verringerung der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre eine Schüsselrolle zukommt. Dies gilt insbesondere für die Erreichung der 2015 in Paris vereinbarten Klimaziele. Der zügige Ausbau der regenerativen Energieerzeugung ist dringend erforderlich. CCUS (Carbon Capture Utilization and Storage) ist eine innovative Lösung, an der aktuell in einer Vielzahl von Projekten geforscht und entwickelt wird.

Dabei geht es um die Abscheidung von CO2 bevor es in die Atmosphäre gelangt. Die anschließende industrielle Weiterverwertung oder unterirdischer Speicherung, zielt darauf ab klimaunschädlich zu lagern. Dieses Vorgehen ist speziell für schwer zu dekarbonisierende Bereiche der deutschen Wirtschaft wichtig. Diese müssen weiterhin konkurrenzfähig sein.

Umschlagsplatz erster seiner Art in Deutschland

Als nächsten Schritt für eine großflächige Umsetzung dieser Technologie plant das Unternehmen CO2 Management AS einen Kohlendioxidumschlagsplatz in Bremen zu etablieren. Dazu hat es eine Absichtserklärung mit bremenports GmbH & Co. KG unterschrieben. Hierbei würde es sich um die erste Anlage dieser Art in Deutschland handeln. Das Gas soll in verflüssigter Form aus unterschiedlichen Industriestandorten gesammelt werden. Dann soll es weiterverwertet oder auf Schiffe verladen und anschließend an die Speicherstätten exportiert werden.

Derzeit werden mit der Hafenmanagementgesellschaft denkbare Areale auf ihre Eignung bewertet. Dank der Anbindung an die Autobahn, das Wasserstraßennetz und Gleisen für den Zugtransport, ist die Infrastruktur hervorragend für das Projekt geeignet. Die Lage in Bremen ermöglicht dem geplanten Hub eine sehr gute Verbindung zu deutschen Industriebetrieben. Des Weiteren bestehen gute Verbindungen zu den verschiedenen in Europa geplanten CO2-Speichermöglichkeiten. Für die deutsche Industrie, als größtem CO2 Verursacher Europas, bietet dieses Angebot eine gute Möglichkeit die Emissionen zu reduzieren.

„Dieses Angebot ist konkurrenzlos, da es in Deutschland selbst keine CO2-Speicherstätten gibt“, so Dr. Torsten Porwol, Geschäftsführer der CO2 Management AS.

Bis zu einer Inbetriebnahme ist noch mit einigen Jahren für Planung, Genehmigung und Aufbau der notwendigen Infrastruktur zu rechnen.

CO2 Management AS ist offen für Kooperationen

Das Unternehmen ist offen für Kooperationen und sucht interessierte Industriebetriebe. Dies betrifft nicht nur Großbetriebe mit hohem CO2-Ausstoß, es werden auch Lösungen für kleinere Emittenten angeboten. Das CO2 sollte idealerweise aus der energieintensiven Grundstoffindustrie stammen, wo prozessbedingt unvermeidlich CO2 entsteht. CCS ist als Ergänzung und nicht als Ersatz zu Erneuerbaren Energien zu sehen.

Die Rolle von bremenports wird es sein, die Bremischen Häfen auf geeignete Flächenpotentiale zu untersuchen und die erforderlichen Planungs- und Abstimmungsprozesse positiv zu begleiten.

„Der Umschlagplatz bietet ein großes Wachstumspotential sowohl für den Standort Bremen als auch für ganz Deutschland“, so Porwol. „Es entsteht eine hohe Verfügbarkeit von reinem industriellem CO2. Das Projekt hat das Potential für eine neue und vielseitige Industrie rund um CO2, die für die Region interessante wirtschaftliche Perspektiven bringen kann.“

Industrielles CO2 kann z.B. für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen in der chemischen Industrie verwendet werden. bremenports-Geschäftsführer Robert Howe freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem norwegischem Unternehmen und verweist darauf, dass den Häfen bei der Bekämpfung des Klimawandels eine wichtige Rolle zukommen werde:

„Sowohl beim Import von regenerativ hergestelltem Wasserstoff, beim beschleunigten Aufbau der Offshore-Windindustrie als auch bei der dringenden Dekarbonisierung besonders schadstoffintensiver Industrien sind Häfen unverzichtbare Bausteine der erforderlichen Infrastruktur. Die Bremischen Häfen bereiten sich in vielfältiger Weise darauf vor, diese Rolle kompetent und zeitgerecht auszufüllen. Die Verabredung mit CO2-Management hat das Potential, nach weiterer Konkretisierung und entsprechender politischer Unterstützung einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und eine positive Hafenentwicklung zu leisten.“