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Erste Brammen gewalzt: thyssenkrupp Steel startet nach Großinvestitionen neue High-tech-Anlagen am Standort Duisburg

Nach rund zwei Jahren Bau- und Montagezeit hat thyssenkrupp Steel Europe wesentliche strategische Großinvestitionen am Standort Duisburg umgesetzt.

von | 11.07.25

thyssenkrupp Steel Europe nimmt zentrale Zukunftsinvestitionen in Betrieb: Mit neuer Stranggießanlage, modernisiertem Warmbandwerk und automatisierter Brammenlogistik zählt der Standort zu den modernsten in Europa. Von links nach rechts: Dr. Harald Espenhahn, Head of Technology, Environment & Maintenance, Dennis Grimm, Vorstandssprecher von thyssenkrupp Steel, Mona Neubaur, Wirtschafts- und Klimaschutzministerin, Ilse Henne, Aufsichtsratssvorsitzende, thyssenkrupp Steel, Sören Link, Oberbürgermeister Stadt Duisburg

Mit den nun fertiggestellten Kernaggregaten hat Deutschlands größter Stahlhersteller sein Produktionsnetzwerk an entscheidenden Schnittstellen modernisiert und optimiert. Im Zentrum des Großprojekts stehen die neue Stranggießanlage 4, das umfassend modernisierte Warmbandwerk 4 mit zwei neuen Hubbalkenöfen und eine vollautomatisierte Brammenlogistik. Damit verfügt thyssenkrupp Steel über einen der modernsten Anlagenverbunds der europäischen Stahlindustrie. Die neuen Aggregate ersetzen die über 20 Jahre alte Gießwalzanlage. So ist das Unternehmen auch zukünftig in der Lage, die steigenden Kunden- und Materialanforderungen optimal zu erfüllen. Mit rund 800 Millionen Euro ist dieses Investitionsprojekt eines der größten in der Geschichte von thyssenkrupp Steel.

Dennis Grimm, Vorstandssprecher von thyssenkrupp Steel, betont:

„Dieses Projekt ist ein entscheidender Meilenstein, um unsere Technologie- und Qualitätsführerschaft zu stärken und den steigenden Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Trotz eines sehr herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds können wir rund 800 Millionen Euro investieren, um damit unsere Position im Wettbewerb weiter zu verbessern. Das ist ein starkes Signal für den Stahl und den Standort Duisburg. Hier entsteht Zukunft.“

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur:

„Mit der neuen Anlagentechnik in Duisburg wird ein wichtiger Schritt zur Modernisierung der Stahlproduktion in NRW umgesetzt. Die Investition zeigt unternehmerische Verantwortung für den Standort und trägt zur Steigerung von Qualität, Effizienz und Flexibilität bei. Sie stärkt die industrielle Wertschöpfung in Bereichen wie Fahrzeugbau und Energieversorgung. Damit bleibt NRW ein wettbewerbsfähiger Industriestandort.“

Hightech-Aggregate für stabile Prozesse und hochwertige Kundenversorgung

Die neuen Aggregate befinden sich an der Schnittstelle zwischen Flüssigphase und Warmbanderzeugung und sind damit ein Kernstück des integrierten Produktionsverbundes im Duisburger Norden. Durch die jetzt abgeschlossene Neukonfigurierung kann neben den Qualitätssteigerungen durch eine Erhöhung der Gieß- und Walzkapazitäten auch eine bessere Auslastung des vorgeschalteten Oxygenstahlwerks 1 erzielt werden. Damit wird die Gesamtperformance des Produktionsnetzwerks noch einmal an einer zentralen Stelle gesteigert – mit nachhaltig positiven Auswirkungen auch auf die Versorgungsicherheit der Kun-den.

Die neue Stranggießanlage 4 ersetzt den Gießteil der alten Gießwalzanlage und sorgt für eine hochpräzise, flexible und effiziente Brammenproduktion. Die Anlage zeichnet sich dar-über hinaus durch bessere Reinheitsgrade, eine verbesserte Formgenauigkeit und Oberflächenqualität aus.

Das dahinter geschaltete, auf rund 3 Millionen Tonnen ausgelegte und umfassend modernisierte Warmbandwerk 4 wurde mit zwei neuen Hubbalkenöfen ausgestattet, die für eine präzisere Walzgenauigkeit und vor allem für eine optimierte Oberflächenqualität sorgen. Modernste Steuerungssysteme gewährleisten engste Dickentoleranzen, optimierte Abkühlprozesse verbessern nochmals die Materialeigenschaften des Warmbands. Die in Naturkante eingesetzten Brammen können zudem in deutlich flexibleren Abmessungen produziert werden und erlauben in Summe ein erweitertes Produktspektrum, zum Beispiel hin-sichtlich hochfester Güten sowie bei Dynamo- und Trafostählen.

Die komplett neu erstellte Brammenlogistik ist das Bindeglied zwischen beiden Aggregaten. Sie sorgt für eine vollautomatisierte, weitgehend digitale Prozessabwicklung. Modernste Steuerungssysteme erlauben die Echtzeit-Synchronisation von rund 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr. Damit wird ein maximal flexibler und effizienter Prozessfluss im neuen Anlagenverbund erreicht.

Alle neuen Anlagen zeichnen sich durch hohe Automatisierungsgrade und modernste Steuerungssysteme aus, indem zum Beispiel durch den Einsatz digitaler Twins eine Echtzeitüberwachung der Produktionspresse ermöglicht wird. Auch dies dient einer konsistenten und durchgehend optimierten Produktqualität. Die Großinvestition stärkt darüber hinaus den gesamten integrierten Standort im Duisburger Norden in Richtung einer effizienten und zukunftssicheren Neuaufstellung von thyssenkrupp Steel.

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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