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Comptech und Bühler kooperieren bei Rheocasting

Der Schweizer Technologiekonzern Bühler AG und die schwedische Comptech Rheocasting AB haben sich auf eine strategische Minderheitsbeteiligung von Bühler an Comptech geeinigt, einem Anbieter von Rheocasting-Geräten für die Automobil-, LKW- und Telekommunikationsindustrie. Mit dieser Investition unterstützt Bühler die weitere Förderung der Rheocasting-Prozesstechnologie im Hochdruck-Kokillenguss. Rheocasting ermöglicht es Kunden, zusätzliche Möglichkeiten für Druckgussanwendungen zu schaffen und […]

von | 22.09.23

Comptech und Bühler gehen eine strategische Zusammenarbeit ein, um das Rheocasting-Verfahren voranzutreiben.
Foto: Bühler Group

Der Schweizer Technologiekonzern Bühler AG und die schwedische Comptech Rheocasting AB haben sich auf eine strategische Minderheitsbeteiligung von Bühler an Comptech geeinigt, einem Anbieter von Rheocasting-Geräten für die Automobil-, LKW- und Telekommunikationsindustrie. Mit dieser Investition unterstützt Bühler die weitere Förderung der Rheocasting-Prozesstechnologie im Hochdruck-Kokillenguss. Rheocasting ermöglicht es Kunden, zusätzliche Möglichkeiten für Druckgussanwendungen zu schaffen und nachhaltigere Lösungen anzubieten. Comptech Rheocasting AB wird weiterhin als unabhängiges Unternehmen operieren und sich auf die Entwicklung des Rheocasting-Prozesses und die Betreuung von Kunden auf der ganzen Welt konzentrieren.

Durch die Zusammenarbeit werden Comptech und Bühler ihre jeweiligen Stärken bündeln, um die Rheocasting-Technologie weiter zu industrialisieren. Rheocasting gilt als zukunftsweisende Verfahrenstechnologie zum Gießen großformatiger, dünnwandiger und hochfester Teile.

„Die Gießerei- und Automobilindustrie beschäftigt sich intensiv mit Megacasting. Um die erforderlichen Ertrags- und Qualitätsziele zu erreichen, muss das Druckguss-Ökosystem Hardware, Zellautomatisierung und Prozesstechnologie weiterentwickeln. Wir halten Rheocasting für eine wesentliche Basistechnologie – hierfür arbeiten wir gerne mit Comptech zusammen“, sagte Markus Hofer, Leiter Business Development Bühler Advanced Materials.

Die Rheocasting-Technologie wird seit über 15 Jahren von Comptech Rheocasting AB aus Schweden entwickelt und hat das Potenzial, den Hochdruck-Druckgussprozess (HPDC) erheblich zu verbessern und neue Märkte für Gießereien zu eröffnen.

Per Jansson, CEO von Comptech Rheocasting AB, sagte: „Mit großer Zufriedenheit sehen wir das wachsende Interesse des Marktes und betrachten die Partnerschaft mit Bühler als strategisch wichtig, um die Erwartungen der Märkte jetzt und in Zukunft weltweit zu erfüllen.“

Rheocasting als Schmelzvorbereitung

Rheocasting ist eine Schmelzevorbereitung für das HPDC-Verfahren. Durch massekontrolliertes Abkühlen der geschmolzenen Legierung entsteht ein hoher Feststoffanteil in der Aluminiumlegierungsaufschlämmung. Die Schmelze wird strukturviskos und eine teilweise laminare Strömungsfüllung der Form ermöglicht die Verarbeitung verschiedener Legierungen und die Herstellung von Bauteilen mit großer Fließlänge und dünnen Wänden.

Die produzierten Teile weisen eine geringe Fehlerquote auf, was sich positiv auf die Teilequalität und weitere Prozessschritte, beispielsweise Wärmebehandlung und Schweißen, auswirkt. Durch die Anwendung dieses Verfahrens werden erhebliche Vorteile erzielt und zusätzliche Möglichkeiten für Gießereien geschaffen, die derzeit andere Produktionsverfahren verwenden.

Rheocasting gilt als zukunftsweisende Prozesstechnologie für das Gießen großformatiger und dünnwandiger Teile im industriellen Maßstab, beispielsweise beim Megacasting. Dies ist in der Druckguss- und Automobilindustrie ein wichtiges Thema, wenn es um fortschrittliche Fahrzeugstrukturen geht.

Nachhaltigkeit und Erfahrung

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Aspekt bei der Integration von mehr Aluminium in die Karosseriestruktur. Aluminiumdruckguss bietet entscheidende Vorteile wie ein einfacheres Recycling, das eine Kreislaufwirtschaft ermöglicht, einen einfacheren Herstellungsprozess und eine Gewichtsreduzierung des Endteils, was zu einem geringeren Energieverbrauch in der Endverbraucher-Nutzungsphase des Lebenszyklus führt.

Mit Rheocasting kann die Nachhaltigkeitswirkung von Druckgusskonstruktionen noch weiter gesteigert werden, indem Primär- und Sekundärlegierungen verwendet werden, die aufgrund des geringeren Siliziumgehalts als herkömmliche HPDC-Legierungen einen geringeren CO2e-Fußabdruck (Kohlendioxidäquivalent) aufweisen.

 

(Quelle: Bühler)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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