Generic filters
FS Logoi
Generic filters

Bundesverband der Deutschen Industrie kritisiert transatlantische Zoll-Einigung als unzureichend

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die aktuelle Einigung zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten zu neuen Zollregelungen scharf kritisiert.

von | 30.07.25

Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung (Quelle: BDI, Foto: Christian Kruppa)
Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung (Quelle: BDI, Foto: Christian Kruppa)

In einer Stellungnahme des Bundesverband der Deutschen Industrie bezeichnete Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, das Übereinkommen als unzureichenden Kompromiss mit weitreichenden negativen Folgen für die deutsche Industrie.

„Auch ein Zollsatz von 15 Prozent wird immense negative Auswirkungen auf die exportorientierte deutsche Industrie haben“, erklärte Niedermark. Die heutige Einigung sende „ein fatales Signal an die eng verflochtene Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks“.

Die EU nehme laut Bundesverband der Deutschen Industrie mit dem Abkommen schmerzhafte Zölle in Kauf und gefährde damit zentrale Industriezweige.

Warnung vor wirtschaftlichen Folgen

Die deutsche Industrie sieht in dem beschlossenen Zollsatz eine klare Belastung für den Exportstandort Deutschland. Zwar sei durch das Übereinkommen eine weitere Eskalation im Handelsstreit zunächst verhindert worden, doch reiche dies nach Einschätzung des BDI nicht aus.

„Das einzig Positive an dieser Einigung ist, dass eine weitere Eskalationsspirale zunächst abgewendet werden konnte“, so Niedermark weiter. Nun komme es darauf an, dass das Abkommen verbindlich werde, um Planungssicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks zu schaffen.

Stahl- und Aluminiumexporte ohne Lösung

Besonders kritisch bewertet der BDI, dass es keine Regelung für Stahl- und Aluminiumexporte gibt.

„Das setzt eine Schlüsselbranche weiter unter Druck, die ohnehin vor enormen Herausforderungen im internationalen Wettbewerb und durch die Transformation steht“, warnte Niedermark.

Appell an die EU: Mehr wirtschaftspolitischer Gestaltungswille nötig

In seiner Stellungnahme forderte der BDI mehr Entschlossenheit von Seiten der EU.

„Die EU muss jetzt zeigen, dass sie mehr ist als ein Binnenmarkt – sie muss Machtfaktor sein“, sagte Niedermark. Die Europäische Kommission müsse nun Schlüsseltechnologien fördern, den Binnenmarkt stärker integrieren und zügig schlanke Handelsabkommen abschließen.

Zugleich übte der BDI Kritik an der europäischen Regulierungspolitik:

„Europa blockiert sich selbst mit lokaler Bürokratie, mehrfachen Berichtspflichten und unterschiedlich umgesetzten EU-Verordnungen.“ Um das wirtschaftliche Potenzial voll auszuschöpfen, müssten alle Regularien überprüft und bürokratische Hürden konsequent abgebaut werden. Abschließend betonte Niedermark die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Dialogs mit den USA zur langfristigen Lösung des Handelskonflikts: „Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen, um die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen in dieser schwierigen Phase zu stabilisieren.“

(Quelle: BDI)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Die ganze Welt der Metallurgie, immer in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Aktuelles Seminar: „Elektrothermische Prozesstechnik“

Aktuelles Seminar: „Elektrothermische Prozesstechnik“

Das Institut für Elektroprozesstechnik der Leibniz Universität Hannover (ETP) veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Forschungsvereinigung Industrieofenbau e.V. (FOGI) am 24. und 25. Februar 2026 in Hannover das aktuelle Seminar „Elektrothermische Prozesstechnik“.

mehr lesen
GMH Gruppe verlängert Vorstandsverträge bis 2030

GMH Gruppe verlängert Vorstandsverträge bis 2030

Der Aufsichtsrat der GMH Gruppe hat die Verträge der Vorstandsmitglieder Dr. Alexander Becker (Chief Executive Officer), Dr. Anne-Marie Großmann (Chief Development Officer) und Mathias Hölscher (Chief Financial Officer) bis 2030 verlängert.

mehr lesen

Fachinformationen für Sie

Brenner mit niedrigem Stickoxidausstoß

Brenner mit niedrigem Stickoxidausstoß

Autor: Stefan Baur / Herbert Bauer / Vasile Jechiu
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Bei der Modernisierung und dem Neubau von Thermoprozessanlagen in Stahl- und Aluminiumwerken sind niedrige NOX und CO2- Emissionen ein Hauptanliegen. Der Artikel beschreibt die Entwicklung eines Konzeptes zur Reduzierung des Stickstoffausstoßes ...

Zum Produkt

Schmelzen von großen Stahlgussteilen im Induktionstiegelofen

Schmelzen von großen Stahlgussteilen im Induktionstiegelofen

Autor: Erwin Dötsch / Wolfgang Ertl
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Die voestalpine-Giesserei Gruppe betreibt in ihrem Stahl-Segment eine Gießerei zur Herstellung von schwerem Stahlguss mit einem Gewicht von 1 bis 200 t pro Gussteil. Die in der Gießerei benötigte Schmelze wird zu einem großen Teil aus dem auf dem ...

Zum Produkt

Auswirkungen zugelassener Toleranzen auf das Ergebnis beim Nitrieren

Auswirkungen zugelassener Toleranzen auf das Ergebnis beim Nitrieren

Autor: Karl-Michael Winter
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Nitrieren und Nitrocarburieren haben in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung in der Wärmebehandlung von Bauteilen erlangt. Während es noch vor wenigen Jahren üblich war, diese Prozesse mit fest eingestellten Temperaturen und Gasmengen ...

Zum Produkt