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Thyssenkrupp nimmt SIP-Hochofentechnologie in Duisburg in Betrieb

Thyssenkrupp hat in Duisburg den Hochofen „Schwelgern 1“ mit einer neuen Technologie ausgestattet: Das SIP-Verfahren („Sequenz-Impuls-Prozess mit induzierten Stoßwellen“) leistet einen Beitrag zur Steigerung der Effizienz im Ofen – sowohl im eigenen Unternehmen als auch weltweit durch die Vermarktung der Technologie. Dabei handelt es sich um ein innovatives Sauerstoffinjektionsverfahren, das speziell auf den Hochofenprozess zugeschnitten ist.

von | 16.11.20

Oberhalb der Gießbühne, auf der der Abstich des Ofens stattfindet, befinden sich die 40 SIP-Boxen (Quelle: Thyssenkrupp Steel Europe).

Das SIP-Verfahren ist auf eine „Tiefenwirkung“ des Sauerstoffs ausgelegt. Zur technischen Umsetzung wird in jede der 40 Blasformen des Hochofens 1 eine zusätzliche Lanze eingesetzt, durch die der Sauerstoff injiziert wird. Zudem versorgt eine sogenannte SIP-Box jede der 40 Lanzen von einer eigenen Injektionseinheit. Impulse bringen in der Folge zusätzlichen Sauerstoff in den Ofen, der tiefer im Ofen reagiert. So verbessern sich die Gas- und Flüssigkeitsströme des Hochofens und die Effizienz steigt.

„Das SIP-Verfahren ist eine Eigenentwicklung und unser Ofen der erste weltweit, an dem wir in den Betrieb gehen. Die kohlenstoffbasierte Metallurgie der Hochofenroute wird perspektivisch den wasserstoffbasierten Technologien weichen. Innovationen wie das SIP-Verfahren ermöglichen dabei notwendige Effizienzsteigerungen und CO2-Einsparungen in der bestehenden Infrastruktur, bis der Technologiewandel vollständig vollzogen ist“, erklärt Dr. Rainer Klock, Manager Ofenmetallurgie des Hochofenbetriebes Schwelgern.

Thyssenkrupp erwartet, Kosten und auch CO2-Emissionen reduzieren zu können. „Wir sparen durch den optimierten Verbrauch der Reduktionsmittel Koks und Einblaskohle voraussichtlich allein bei Schwelgern 1 Kosten in Millionenhöhe – und das ist nur der Anfang“, sagt Jörg Glebe, Geschäftsführer der Thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH. „Auf lange Sicht möchten wir die Technologie weltweit auf den Markt bringen und sind bereits mit großen Anlagenbauern im Gespräch.“

Federführend bei der Entwicklung der Technologie, die weltweit einzigartig ist, waren Thyssenkrupp AT.PRO tec GmbH, ein Unternehmen von Thyssenkrupp Materials Services, und Thyssenkrupp Steel Europe.
(Quelle: Thyssenkrupp Steel Europe)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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