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Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Wärmebehandlung: Interview mit JUMO-Experten auf der HärtereiPraxis 2025

Die HärtereiPraxis hat sich als eine der wichtigsten Fachtagungen für Wärmebehandlungstechnologie in Deutschland etabliert. Vom 23. bis 25. Juni 2025 kamen im Wellings Parkhotel in Kamp-Lintfort erneut Praktiker aus der gesamten Branche zusammen, um über aktuelle Entwicklungen und Zukunftstrends zu diskutieren. Im Mittelpunkt der 9. Auflage standen insbesondere die Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz – Aspekte, die angesichts steigender Energiekosten und verschärfter Umweltauflagen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Tagung bot mit ihren qualitativ hochwertigen Vorträgen und dem intensiven Austausch zwischen Experten eine ideale Plattform für den Wissenstransfer.

von | 16.07.25

Links: Niklas Hack, Produktmanager Data Recording & Evaluation / Transmitter JUMO. Rechts: Christoph Bollgen, Branchenmanager Thermoprozesstechnik JUMO (Quelle: JUMO)
Links: Niklas Hack, Produktmanager Data Recording & Evaluation / Transmitter JUMO. Rechts: Christoph Bollgen, Branchenmanager Thermoprozesstechnik JUMO (Quelle: JUMO)

JUMO, als Sponsor der HärtereiPraxis 2025, nutzte die Gelegenheit zum Dialog mit Kunden und Branchenpartnern.

Im Interview mit METALVERSE sprachen Christoph Bollgen, Branchenmanager Thermoprozesstechnik, und Niklas Hack, Produktmanager Data Recording & Evaluation/Transmitter, über die aktuellen Herausforderungen der Branche und die Lösungsansätze des Fuldaer Automatisierungsexperten.

Sie waren beide auf der HärtereiPraxis 2025 dabei. Wie unterstützt JUMO Unternehmen bei der Umsetzung intelligenter, flexibler Thermoprozesse – gerade in Zeiten steigender Energiekosten?

Niklas Hack: JUMO bietet skalierbare Automatisierungslösungen und hochpräzise Sensorik, mit denen sich thermische Prozesse energieeffizient regeln lassen. Unsere variTRON SPS ermöglicht z. B. die smarte Steuerung von Brennern oder elektrischen Heizsystemen und bietet den Mehrwert Prozessdaten, wie Temperatur oder Durchfluss aufzuzeichnen und per Recorder App zu visualisieren. So lassen sich beispielsweise Lastspitzen vermeiden und die Energieeffizienz wird deutlich gesteigert.

Herr Bollgen, die Digitalisierung war ein zentrales Thema der Tagung. Welche Rolle spielt sie in modernen Wärmebehandlungsanlagen, etwa bei der Vakuumwärmebehandlung oder induktiven Verfahren?

Christoph Bollgen: Die Digitalisierung ist ein Schlüsselthema. Die Branche verlangt nach smarter Sensorik, Industrie-4.0-fähige Regler und Cloud-Plattformen, mit denen sich Anlagen datenbasiert überwachen und optimieren lassen. Gerade bei komplexen Verfahren wie Vakuumprozessen erhöht das nicht nur die Prozesssicherheit, sondern ermöglicht vorausschauende Wartung und transparente Qualitätsnachweise.

Nachhaltigkeit ist mehr als nur Energieeinsparung. Beim Thema Nachhaltigkeit geht es nicht nur um Energieeinsparung, sondern auch um Medien wie Abschreckmittel. Welche Lösungen bietet JUMO für eine nachhaltige Prozessführung?

Hack: Wir ermöglichen mit unserer Messtechnik die exakte Überwachung und Regelung von Medienparametern wie Temperatur, Leitfähigkeit oder pH-Wert. Das ist essenziell für Abschrecksysteme, um z. B. Öl- oder Polymerbäder optimal zu betreiben. Eine konstante Prozessqualität reduziert den Ausschuss und spart Ressourcen.

Der metallurgische Anlagenbau befindet sich im Wandel – das wurde auch in den Vorträgen deutlich. Wie lassen sich diese neuen Herausforderungen durch Automatisierung besser bewältigen?

Bollgen: Flexibilität und Modularität sind entscheidend. Unsere Automatisierungslösungen unterstützen modulare Anlagenkonzepte, bei denen sich einzelne Prozessschritte individuell steuern und rückverfolgen lassen. Dadurch können Hersteller schnell auf neue Werkstoffe, Chargengrößen oder Kundenanforderungen reagieren – ohne an Qualität zu verlieren.

Herr Hack, was war denn Ihr persönliches Highlight bei der HärtereiPraxis 2025?

Hack: Für mich war der Vortrag über die Transformation in der Wärmebehandlung besonders spannend. Er zeigt, wie tiefgreifend der Wandel in Richtung digitaler, nachhaltiger Prozesse bereits fortgeschritten ist — und wie wichtig es ist, als Anbieter frühzeitig technologische Antworten zu liefern. Der Austausch mit Branchenkollegen war zudem wie immer inspirierend.

Prozesssicherheit ist ein wichtiges Thema für Ihre Kunden. Welche Entwicklungen beobachten Sie aktuell im Bereich der Prozesssicherheit bei der Wärmebehandlung?

Bollgen: Die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Dokumentation steigen kontinuierlich. Mit JUMO-Lösungen lassen sich sicherheitsrelevante Prozessparameter lückenlos erfassen und speichern. Das hilft nicht nur bei der Qualitätssicherung, sondern auch bei der Erfüllung von Normen wie CQI-9 oder AMS2750.

Abschließend noch eine Frage zu einem Trendthema der Tagung: Welche Vorteile bieten JUMO-Lösungen im Kontext hybrider Thermoprozesse, wie sie auf der HärtereiPraxis diskutiert wurden?

Hack: Hybride Prozesse verlangen eine flexible und intelligente Steuerung. Unsere modulares Automatisierungssystem, der JUMO variTRON ermöglichen die Anbindung verschiedenster Sensoren und Aktoren (sowohl digital als auch analog). Darüber hinaus bieten wir durch unsere SCADA und Cloudlösung eine hohe Flexibilität in der Anlagensteuerung und Visualisierung, die auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden angepasst werden kann.

Christoph Bollgen ist als Branchenmanager Thermoprozesstechnik bei JUMO (Fulda) beschäftigt; Niklas Hack als Produktmanager Data Recording & Evaluation / Transmitter ebenfalls bei JUMO beschäftigt.
(Quelle: JUMO)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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