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Wasserstoff-Pilotanlage in Aosta nimmt Betrieb auf

Was haben Wasser, Sonne und Stahl gemeinsam? In Aosta formen sie die Zukunft der Industrie.

von | 23.09.25

Cogne Acciai Speciali in Aosta, Norditalien. Langfristig plant Cogne den Aufbau einer lokalen, grünen Wasserstoffwirtschaft in der Region – ein Modellprojekt für nachhaltige Industrieentwicklung. (Quelle: Cogne)

Die Stahlproduktion zählt zu den emissionsintensivsten Branchen weltweit und verursacht allein in Europa rund 7 % der gesamten CO₂-Emissionen. Der große Hoffnungsträger zur Reduzierung dieses Fußabdrucks ist grüner Wasserstoff. Auch Cogne Acciai Speciali setzt darauf. Mit der Inbetriebnahme einer Wasserstoff-Pilotanlage zeigt das Unternehmen, wie sich erneuerbare Energien und Wasserstofftechnologie wirkungsvoll in die industrielle Praxis integrieren lassen.

Cogne hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Stahlproduktion erreicht: Am norditalienischen Stammsitz im Aostatal wird jetzt eine Versuchsanlage des Projekts „Green Hydrogen in COGNE” geplant. Dort soll erstmals grüner Wasserstoff fossiles Erdgas in einem industriellen Wärmebehandlungsprozess ersetzen. Damit setzt das Unternehmen ein starkes Zeichen für den klimaneutralen Umbau energieintensiver Industrieprozesse.

Grüner Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie für die klimafreundliche Transformation der Stahlindustrie. Bei seiner Nutzung entsteht statt Kohlendioxid lediglich Wasser. Das Einsparpotenzial ist entsprechend enorm: Durch den Einsatz von grünem Wasserstoff, der mittels Elektrolyse aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, können pro Tonne eingesetzten Wasserstoffs bis zu 26 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden werden. Vor allem in der industriellen Wärmebehandlung bietet die Technologie eine echte Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Erdgas. Zahlreiche Studien und Pilotprojekte bestätigen das Potenzial – nun geht Cogne in die Anwendung über.

Kraft aus der Region

Der Hersteller von Edelstahl- und Nickelbasiswerkstoffen will bei der Energieversorgung des Elektrolyseurs, der den Wasserstoff erzeugt, langfristig auf erneuerbare Quellen setzen. Ein neues Wasserkraftwerk am Fluss Dora Baltea liefert mit drei StreamDiver-Turbinen von Voith Hydro im Durchschnitt 315 Kilowatt Nennleistung. Zusätzlich versorgt eine Photovoltaikanlage auf den Dächern des Werks das System mit Strom. Das Projekt „Green Hydrogen in COGNE” ist Teil des italienischen Wiederaufbauplans PNRR (Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza, deutsch: Nationaler Plan für Erholung und Widerstandsfähigkeit) und wird mit Unterstützung öffentlicher Mittel realisiert. Das Gesamtvolumen der Investition beträgt rund 8 Millionen Euro.

Grüner Wasserstoff ist ein zentraler Baustein unserer Dekarbonisierungsstrategie”.

sagt Bernd Grotenburg, Geschäftsführer der Cogne Edelstahl GmbH.

Mit dem Bau der Anlage und der Integration erneuerbarer Energien bringen wir unsere Vision einer nachhaltigen Stahlproduktion einen entscheidenden Schritt voran.”

Zusätzlich zu der Wasserstofftransformation nutzt Cogne Acciai Speciali am Standort der Stahlproduktion weitere nachhaltige Strategien zur Strombeschaffung. Bereits seit 2024 stammen 100 % des Energieverbrauchs aus Ökostrom, der durch Herkunftsnachweise zertifiziert ist.

(Quelle: Cogne Edelstahl GmbH)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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