Das Start-up ScrapBees, bekannt unter der Verbrauchermarke SchrottBienen, bietet mit seinem Ansatz des Urban Minings eine zeitgemäße Alternative zum klassischen Schrotthandel.
Die Materialien werden direkt vor Ort bewertet, gewogen und digital dokumentiert – so entsteht ein virtueller Schrottplatz mit lückenloser Transparenz. Diese Rückverfolgbarkeit gibt Stahlwerken die Sicherheit, dass ihre Rohstoffe aus kontrollierten und ressourcenschonenden Kreisläufen stammen – ein wesentlicher Baustein für die Transformation hin zu Green Steel. Um höchste Qualitätsstandards und Zuverlässigkeit zu gewährleisten, demontieren und sortieren die SchrottBienen das Material möglichst sortenrein und sorgen für einen schnellen Umschlag. Sämtliche Abholungen erfolgen mit der eigenen Lkw-Flotte und festangestellten Fahrerinnen und Fahrern.
Rückgrat der Wärmewende: Entlastung für Fachkräfte auf Baustellen
On-Demand-Dienstleistungen gewinnen rasant an Bedeutung – auch im Geschäftskundensegment. Bei ihrer Kundengruppe fokussieren sich die ScrapBees auf den SHK-Sektor (Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche) und kooperieren mit führenden Branchenunternehmen wie Vaillant, der GC-Gruppe und Brötje. Das Handwerk steht im Zuge der Wärmewende vor der Mammutaufgabe, in den kommenden Jahren mindestens 14 Millionen veraltete Heizungen gegen effiziente Systeme auszutauschen. Der Fachkräftemangel erschwert die Aufgabe, denn neben technischem Können braucht es reibungslose Logistik und ausreichende Kapazitäten.
Hier kommen die ScrapBees ins Spiel: Auf Baustellen demontieren die Teams alte Heizungsanlagen, helfen beim Schleppen, bringen neue Anlagen ins Gebäude und kümmern sich um den Verpackungsmüll. So werden Monteurinnen und Monteure spürbar entlastet und können sich auf die Installation und Inbetriebnahme konzentrieren.
Der mobile Schrottservice steigert die Produktivität auf der Baustelle, da qualifizierte Fachkräfte ihre Zeit nicht mehr für Altmetalltransporte aufwenden müssen. Gleichzeitig erschließen die SchrottBienen diese urbanen Minen effizient und mit voller Transparenz. Ergänzend stellt ScrapBees digitale Nachweise über die ordnungsgemäße Entsorgung bereit, und für wertvolle Materialien erhalten Kundinnen und Kunden zeitnah eine Gutschrift.
Dieses Angebot überzeugt immer mehr Betriebe. Jeden Monat holen die SchrottBienen mehr als 1.000 Heizungen von Baustellen ab und bringen sie zu den insgesamt 290 Recyclingpartnern deutschlandweit.
Bis 2030 wollen wir eine Million Baustellen bedienen und uns damit als Rückgrat der Wärmewende etablieren“, sagt Thilo Hamm, Mitgründer von ScrapBees. „Darüber hinaus erschließen wir mit ersten Pilotprojekten bereits neue Branchen, etwa die Aufzugsindustrie.“
Stahl im Kreislauf – vom Schrott zu Green Steel
Neben dem Fachhandwerk steht auch die Stahlindustrie vor gewaltigen Herausforderungen, denn sie zählt zu den emissionsintensivsten Branchen weltweit. Sieben bis elf Prozent aller CO2-Emissionen entfallen auf die energieintensive Produktion in den gigantischen Hochöfen. Entsprechend wächst die Bedeutung hochwertiger Recyclingströme: Die Produktion von Stahl aus vollständig recyceltem Schrott verursacht im Vergleich zu konventionellen Verfahren deutlich weniger CO2.
ScrapBees sorgt dafür, dass jener Metallschrott gesammelt und gesichert wird. Für den Recycling-Kreislauf ist es wichtig, dass auch Mengen zwischen 50 und 500 Kilogramm zurückgeführt werden und so Primärrohstoffe geschont werden.
„Metallrecycling ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Gemeinsam mit dem Stahlhandel wollen wir die Kreislaufwirtschaft vorantreiben und eine nachhaltige Zukunft gestalten“, sagt Florian Kriependorf, Mitgründer von ScrapBees.

ScrapBees Geschäftsführung, Thilo Hamm, Sebastian Kopsan, Florian Kriependorf (v.l.n.r.), (Quelle: ScrapBees)
ScrapBees Geschäftsführung, Thilo Hamm, Sebastian Kopsan, Florian Kriependorf (v.l.n.r.), (Quelle: ScrapBees)
Das Credo, Rohstoffe effizient wieder in den Kreislauf zurückzuführen, ist weltweit auf dem Vormarsch. Auch über Länder- und Meeresgrenzen hinweg eröffnen sich Chancen, da Unternehmen zunehmend Produkte mit hohem Recyclinganteil nachfragen und anbieten. Entsprechend groß ist das Wachstumspotenzial der gesamten Branche – von der Baustelle bis zur Schwerindustrie.









