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Klimaschutz als Geschäftsmodell im Aufschwung

Der Klimaschutz entwickelt sich zunehmend zu einem der entscheidenden Geschäftsfelder für Unternehmen. Laut einer aktuellen Analyse des KfW-Klimabarometers haben bereits 30 % der Unternehmen in Deutschland – etwa 1,1 Millionen Firmen – klimafreundliche Waren und Dienstleistungen im Angebot. Dies macht Klimaschutzgüter zu einem wichtigen wirtschaftlichen Wachstumsfaktor.

von | 17.05.24

Der Klimaschutz entwickelt sich zunehmend zu einem der entscheidenden Geschäftsfelder für Unternehmen
©anncapictures/pixabay
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Mai 2024 | Der Klimaschutz entwickelt sich zunehmend zu einem der entscheidenden Geschäftsfelder für Unternehmen. Laut einer aktuellen Analyse des KfW-Klimabarometers haben bereits 30 % der Unternehmen in Deutschland – etwa 1,1 Millionen Firmen – klimafreundliche Waren und Dienstleistungen im Angebot. Dies macht Klimaschutzgüter zu einem wichtigen wirtschaftlichen Wachstumsfaktor.

Der Klimaschutz hat längst eine wirtschaftliche Dimension erreicht, die sich in nationalen und internationalen Entwicklungen widerspiegelt. 151 Staaten haben sich zum Ziel der Treibhausgasneutralität bekannt, was in den kommenden Jahren zu einem steigenden Bedarf an Klimaschutztechnologien führen wird. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) wurden 2023 weltweit rund 1,7 Billionen US-Dollar in saubere Energie investiert – ein Plus von 42 % gegenüber 2019.

In Deutschland erwirtschafteten Unternehmen des produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors im Jahr 2021 Umsätze von 59 Milliarden Euro mit Gütern und Leistungen für den Klimaschutz, was einem Wachstum von 26 % gegenüber 2019 entspricht.

 

Branchen mit hohem Klimaschutzanteil

Die führenden Branchen im Bereich Klimaschutz in Deutschland sind das Baugewerbe sowie der Maschinen- und Fahrzeugbau. Das Baugewerbe verzeichnet mit 52 % den höchsten Anteil an Unternehmen, die klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten, wobei 23 % der Unternehmen sich vorrangig auf Klimaschutzgüter spezialisiert haben. Hierzu zählen insbesondere die Bereiche Heizung, Dämmung und energetische Gebäudesanierung.

Im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Elektroindustrie haben 41 % der Unternehmen Klimaschutzprodukte im Portfolio, während knapp ein Viertel dieser Unternehmen sich vorrangig auf diesen Bereich spezialisiert hat. Diese Branchen umfassen Hersteller von wichtigen Klimaschutztechnologien wie energieeffiziente Maschinen, Elektrofahrzeuge und Windenergieanlagen.

Angebot von Produkten oder Dienstleistungen im Bereich Klimaschutz, Quelle: Grewenig & Brüggemann (2024) Geschäftsmodell Klimaschutz. KfW Research, Fokus Volkswirtschaft, Nr. 458, April 2024

 

Unternehmensgröße als entscheidender Faktor

Größere Unternehmen sind im Bereich Klimaschutz oft Vorreiter. Während bei Kleinstunternehmen nur etwa 28 % klimafreundliche Güter anbieten, steigt der Anteil bei Großunternehmen (mehr als 500 Millionen Euro Umsatz) auf 80 %.

Diese Unternehmen verfügen häufig über die notwendigen Ressourcen und stehen unter größerem externem Druck, klimafreundliche Lösungen zu entwickeln und zu vermarkten.

 

Expansion und Exportpotenziale

Die mittelfristigen Planungen vieler Unternehmen deuten darauf hin, dass das Angebot an Klimaschutzgütern weiter zunehmen wird. Insgesamt 22 % der Unternehmen planen, ihr klimafreundliches Portfolio in den kommenden drei Jahren zu erweitern. Besonders ambitioniert sind Unternehmen, die bereits heute klimafreundliche Produkte anbieten: Zwei Drittel der Unternehmen mit einem wesentlichen Anteil an Klimaschutzgütern planen eine Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit in diesem Bereich.

Im Exportbereich sind Klimaschutzunternehmen ebenfalls optimistischer: Während im Durchschnitt aller Unternehmen nur 4 % Auslandsinvestitionen planen, liegt der Anteil bei Anbietern von Klimaschutzgütern (mit wesentlichem Anteil) bei 7 %. Unternehmen mit einer geplanten Ausweitung ihres Angebots an Klimaschutzgütern rechnen dreimal häufiger mit Auslandsinvestitionen als Unternehmen ohne solche Pläne.

 

Politische Weichenstellungen als Grundbedingung

„Klimaschutzziele allein schaffen allerdings keine Entscheidungsgrundlage für die Ausweitung von Produktionskapazitäten. Dafür braucht es weiterer politischer Weichenstellungen – auch um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Zentral sind drei Dinge: verlässliche Standortbedingungen und Planungssicherheit für Investitionen, die Beschleunigung der Marktdurchdringung von klimafreundlichen Technologien sowie die Stärkung des Ökosystems für Innovationen.“ kommen die Autorinnen zum Schluss.

Der Aufbau erneuerbarer Energien und grünen Wasserstoffs als wichtiger Standortfaktor muss vorangetrieben werden. Ebenso sollten finanzielle Instrumente wie zinsgünstige Förderkredite oder Zuschüsse eingesetzt werden, um die Kosten für grüne Technologien zu senken. Eine Erhöhung der Innovationsaktivitäten kann durch die Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich Klimaschutztechnologien erreicht werden.

 

Mehr Informationen

Die vollständige Analyse steht im Download-Center von KfW Research zur Verfügung:

Dr. Elisabeth Grewenig und Anke Brüggemann (2024) Geschäftsmodell Klimaschutz: Bereits 30 % der Unternehmen in Deutschland haben Klimaschutzgüter im Produktportfolio. In: KfW Research, Fokus Volkswirtschaft, Nr. 458, April 2024. kfw.de/PDF/Download-Center

(Quelle: KfW Research/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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