Im Rahmen dieser Kooperation sollen noch in diesem Jahr fünf neue Mitarbeiterinnen für den gewerblichen Bereich im Werk in Riesa gewonnen werden. Erste Erfolge gibt es bereits: Nach einem gemeinsamen Bewerberinnentag verstärkt eine Teilnehmerin seit Mai 2026 das Unternehmen als Bagger- und Schrottkranfahrerin.
Um den Einstieg für Frauen so optimal wie möglich zu gestalten, ging dem Projekt eine intensive Analyse voraus. Auf Basis von Gefährdungsbeurteilungen und Erkenntnissen aus umfassenden Arbeitsplatzbegehungen wurde ermittelt, welche Bereiche sich besonders gut für den Quereinstieg eignen. Dabei schaute das Projektteam genau hin: Neben den physischen Bedingungen wurden in den Abteilungen auch Teamdynamiken, potenzielle Vorurteile und spezifische Arbeitsweisen analysiert. Das Ergebnis ist eine detaillierte Übersicht, die gezielt dabei hilft, die passenden Bewerberinnen für die jeweiligen Arbeitsplätze zu finden.
Bewerberinnentag bringt erste Erfolge
Ein erster Meilenstein der Kooperation war ein gemeinsam organisierter Bewerberinnentag im Werk. Die Agentur für Arbeit Riesa traf dafür im Vorfeld eine qualifizierte Vorauswahl an interessierten Frauen. Statt einer klassischen Werksführung erwartete die Teilnehmerinnen ein praxisnaher Einblick direkt in die potenziellen Arbeitsbereiche. Beim anschließenden Networking konnten die Frauen direkt mit den Führungskräften von FERALPI STAHL in Kontakt treten, Fragen stellen und sich ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag im Stahlwerk machen. Im Anschluss absolvierten drei Frauen ein Probearbeiten, eine Teilnehmerin konnte anschließend eingestellt werden.
Kai Holzmüller, Personaldirektor bei FERALPI STAHL, betont die Bedeutung des Projekts: „Der demografische Wandel stellt den Arbeitsmarkt in unserer Region vor große Herausforderungen. Mehr Frauen für Berufe in der Stahlindustrie zu begeistern, ist deshalb nicht nur eine Frage der Chancengleichheit, sondern ein wichtiger Baustein für die Zukunft unseres Standorts in Riesa.“
Uwe Reinecke, General Manager von FERALPI STAHL, ergänzt: „Viele Menschen verbinden Stahl noch immer mit einem klassischen Männerberuf. Dabei kommt es in modernen Produktionsberufen längst nicht mehr auf Muskelkraft an, sondern vor allem auf technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und Teamarbeit. Mit dem ‚Magnolia-Programm‘ und starken Partnern wie der Riesaer Arbeitsagentur schaffen wir die nötigen Rahmenbedingungen, um Vorurteile abzubauen und Frauen langfristig für die Arbeit im Stahlwerk zu begeistern.“
Auch von Seiten der Arbeitsagentur wird das Projekt als Vorzeigemodell für gelungene Arbeitsmarktintegration und Frauenförderung in vermeintlichen Männerdomänen gesehen.
Thomas Stamm, Vorsitzender der Geschäftsführung, erklärt: „Wir blicken auf eine langjährige sowie erfolgreiche Zusammenarbeit mit FERLAPI STAHL zurück und unser Arbeitgeber-Service unterstützt das Unternehmen bei der Deckung des Arbeits- und Fachkräftebedarfes. Ein weiterer Meilenstein unserer Zusammenarbeit ist das Projekt „Frauen im Stahl“, bei dem unsere Vermittlungsbereiche sowie unsere Beauftragte für Chancengleichheit eng zusammenarbeiteten, um geeignete Arbeitsuchende für technische Berufe zu finden. Sie hat nicht nur dazu beigetragen, den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken, sondern auch dazu, dass mehr Frauen eine Karriere in technischen Berufsfeldern wie dem Stahlsektor in Betracht ziehen. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit in Zukunft fortzusetzen und weiter auszubauen. Gleichzeitig soll dieses Projekt auch andere Unternehmen ermuntern, neue Wege bei der Personalgewinnung mit uns zu gehen.“
Frauen im Stahl – ein Ziel der Feralpi Group
Die Kooperation mit der Agentur für Arbeit Riesa ist Teil des konzernweiten Magnolia-Programms der italienischen Feralpi Group. Mit der Initiative verfolgt das Unternehmen das Ziel, mehr Frauen für technische und gewerbliche Berufe zu begeistern und ihnen den Einstieg in die traditionell männerdominierte Stahlindustrie zu erleichtern. Im Rahmen des Programms erhalten Interessentinnen praxisnahe Einblicke in moderne Berufsbilder und lernen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Stahlwerk kennen.
Mit dem Magnolia-Programm setzt die Feralpi Group ihre konzernweite Strategie für Diversity, Equity & Inclusion (DEI) um. Ziel ist es, Chancengleichheit zu fördern und Geschlechter-stereotype abzubauen. Mit Erfolg: So arbeiten heute schon 13 Frauen im gewerblichen Bereich des Werkes in Riesa, eine Zahl, die das Unternehmen noch weiter erhöhen möchte.
Nach dem erfolgreichen Auftakt mit der Agentur für Arbeit Riesa wird die Initiative nun fortgesetzt. Ziel sind insgesamt fünf Neueinstellungen im Jahr 2026. Um weiteren Frauen die Karrierechancen in der Stahlindustrie aufzuzeigen, ist bereits die nächste gemeinsame Informationsveranstaltung für September geplant.






