Mit dem deutsch-französischen Vertragsabschluss nimmt das Stahl-Dekarbonisierungsprojekt „Power4Steel“ eine weitere Hürde auf dem Weg zur klimafreundlichen Stahlproduktion. Verso Energy und die SHS-Gruppe geben damit den Startschuss für die regionale, grenzüberschreitende Wasserstoffwirtschaft.
Die ROGESA hatte im März 2024 ein geschlossenes Ausschreibungsverfahren zur Beschaffung von regional produziertem „grünem“ Wasserstoff gestartet. Als Ergebnis dieser regulären Ausschreibung haben Verso Energy und ROGESA ab dem Jahr 2029 eine jährliche Lieferung von mindestens 6.000 Tonnen Wasserstoff über die Dauer von zehn Jahren vereinbart.
Stefan Rauber, Geschäftsführer SHS – Stahl-Holding-Saar und Vorsitzender des Vorstandes Saarstahl und Dillinger: „Für Saarstahl und Dillinger gibt es nur eine Richtung: nach vorne! Wir gehen unseren Weg zur klimafreundlichen Stahlproduktion in Deutschland und im Saarland unbeirrt weiter. Das ist ein nicht zu überbietendes Bekenntnis zum Standort Deutschland und Europa. Die Verfügbarkeit von erneuerbarem Wasserstoff ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg unseres Dekarbonisierungsprojektes Power4Steel. Dillinger und Saarstahl schreiten in ihrer Transformation planmäßig voran und werden ihren Kunden ein qualitativ hochwertiges Portfolio an CO2-reduzierten Stahlprodukten anbieten.“
Verso Energy wird für die saarländische Stahlindustrie so genannten RFNBO (Renewable Fuels of Non-Biological Origin) -zertifizierten Wasserstoff liefern. Die Zertifizierung garantiert, dass der Wasserstoff unter Einsatz von Grünstrom produziert wurde. Unter Verwendung dieser ersten Wasserstoffmengen, Stahlschrott und einer neuen Anlagentechnologie bestehend aus einer Direktreduktionsanlage und einem Elektrolichtbogenofen am Standort Dillingen sowie einem Elektrolichtbogenofen am Standort Völklingen, kann die SHS-Gruppe förderkonform die angestrebte Reduktion ihrer CO2-Emissionen um bis zu 55 Prozent bis Anfang der 30er Jahre erreichen.
Xavier Caïtucoli, Präsident Verso Energy: „Die Mission von Verso Energy besteht darin, das zu dekarbonisieren, was alle für unmöglich gehalten haben. Der Vertrag mit SHS beweist: Dank Wasserstoff ist es heute möglich, Stahl mit deutlich geringeren CO2-Emissionen zu produzieren, vorausgesetzt, es werden innovative und integrierte Modelle eingesetzt, die von der Produktion grüner Elektronen bis zur Herstellung von Molekülen reichen. Dieses Projekt bestätigt den Kurs von Verso Energy, das sich zum Ziel gesetzt hat, europäischer Marktführer in der Herstellung von dekarbonisierten Molekülen für Industrie und Transport zu werden.“
Verso Energy wird den Wasserstoff mit dem Projekt CarlHYng (Carling Hydrogen Next Generation) in Carling (Frankreich) produzieren. In einem ersten Schritt plant Verso Energy dort mit einer Investitionssumme von mehr als 100 Millionen Euro den Bau eines Elektrolyseurs, der mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird. Der erzeugte Wasserstoff wird in das mosaHYc-Leitungsnetz (moselle-saar-hydrogen-conversion) eingespeist, an den Stahlstandort Dillingen transportiert und dort für die Produktion von CO2-reduziertem Stahl eingesetzt.
Bereits im April 2024 hatte die SHS-Gruppe mit Beauftragung von mosaHYc, das von den Netzbetreibern Creos Deutschland Wasserstoff GmbH und NaTran Deutschland SA (früher GRTgaz SA) errichtet wird, einen wichtigen Grundstein für den strategischen Ausbau der regionalen Wasserstoffwirtschaft gelegt. Über das deutsch-französische Leitungsnetz wird der Wasserstoff in die Region transportiert, der für die „grüne“ Produktion der grenznahen Industrie notwendig ist. In der Endausbaustufe plant die SHS-Gruppe jährlich bis zu 120.000 t Wasserstoff einzusetzen und ist damit perspektivisch der größte Abnehmer in der Region.
Gitta Connemann, Parlamentarische Staatsekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Dieser Vertrag ist ein Meilenstein – nicht nur für das Projekt Power4Steel, sondern für die gesamte Stahlindustrie. Die SHS geht damit einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft – insbesondere auch für die Wasserstoffwirtschaft. Power4Steel zeigt: Die Stahlindustrie ist bereit für den Wandel, geht neue Wege und investiert dafür in innovative Technologien. Dabei flankieren wir als Bundesregierung. Wir wollen eine Transformation gemeinsam mit der Stahlindustrie. Denn unser Ziel ist der Erhalt unserer heimischen Industrie. Von einer Produktion in Deutschland profitieren nicht nur Wirtschaft, Standort und Arbeitsplätze sondern auch das Klima. Dafür brauchen die Unternehmen konkurrenzfähige Rahmenbedingungen. Dieser Schritt hat eine große strategische Bedeutung: für die Region und für die industrielle Stärke Deutschlands und Europas.”









