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„LESS“on learned – Deutsche Stahlindustrie committed sich auf Grünstahlstandard der WV Stahl 

Die deutsche Stahlindustrie hat im September 2025 einen wichtigen Meilenstein bei der Einführung des Low Emission Steel Standard (LESS) erreicht. Mehrere große Stahlunternehmen haben als erste Unternehmen die Zertifizierung nach dem neuen Bewertungssystem erhalten, das eine transparente Klassifizierung von CO₂-reduziertem Stahl ermöglicht.

von | 18.09.25

(Quelle: Adobe Stock / Olivier Le Moal)
(Quelle: Adobe Stock / Olivier Le Moal)

Der Low Emission Steel Standard ist ein sechsstufiges Klassifizierungssystem, das Stahlherstellungsprozesse transparent nach CO₂-Emissionen und Schrottanteil bewertet. Die Skala reicht von Klasse E (konventionelle Produktion) über die Low-Emission-Kategorien D bis A bis hin zur höchsten Stufe “Near Zero” für nahezu emissionsfrei produzierten Stahl.

Das System wurde im Frühjahr 2024 vorgestellt und wird von LESS AISBL, einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Brüssel, verwaltet. Der Standard baut auf dem Ansatz der Internationalen Energieagentur (IEA) auf und wurde bereits 2022 von den G7-Ministern als robusten Startpunkt anerkannt.

Zentrale Bewertungskriterien

Der LESS-Standard bewertet Stahlprodukte anhand von drei Kernelementen: Die Klimaleistung wird durch eine Einstufung auf einer Skala von E bis A plus der höchsten Kategorie “Near Zero” bewertet. Zusätzlich wird der Schrottanteil ausgewiesen, der den Anteil von recyceltem Material im Produktionsprozess angibt. Als drittes Element fließt der Product Carbon Footprint (PCF) ein, der quantifizierbare CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfasst.

Die Prüfung erfolgt durch externe, anerkannte Kontrollstellen wie den TÜV Nord, was die Unabhängigkeit und Seriosität der Klassifizierung gewährleisten soll.

Aktuelle Zertifizierungen führender Stahlunternehmen

Salzgitter-Konzern

Der Salzgitter-Konzern erhielt LESS-Klassifizierungen für verschiedene Produktionsrouten seiner Konzerngesellschaften, darunter Salzgitter Flachstahl GmbH, Peiner Träger GmbH und zwei Grobblech-Gesellschaften. Die CO₂-reduzierten SALCOS®-Produkte des Konzerns erreichen mindestens die Klassifizierung C, wobei einige Produkte sogar die Klassen A und B erreichen.

ThyssenKrupp Steel

ThyssenKrupp Steel wurde vom TÜV Nord bereits für warmgewalzten Stahl aus konventioneller Produktion die Klassifizierungsstufe D bescheinigt. Das Unternehmen plant, mit seinen zukünftigen direktreduzierten bluemint®-Produkten unter Wasserstoffeinsatz die Kategorie A zu erreichen und perspektivisch nach Dekarbonisierung der Vorkette die Klassifizierung “Near Zero” anzustreben.

GMH Gruppe

Die GMH Gruppe gehört zu den Pionieren der LESS-Zertifizierung und erreichte als einer der ersten Stahlhersteller die Klasse B bei der Georgsmarienhütte GmbH. Zusätzlich wurden weitere Produkte in den Klassen C und D klassifiziert. Das Unternehmen produziert bereits seit Jahren Stahl in Elektrolichtbogenöfen auf Basis von recyceltem Schrott.

Technologische Grundlagen

Die erreichten Klassifizierungen basieren auf unterschiedlichen Produktionstechnologien: Die schrottbasierte Produktion in Elektrolichtbogenöfen mit recyceltem Schrott ermöglicht bereits heute hohe Klassifizierungen. Als zukünftige Technologie für die höchsten Klassifizierungen gilt die Direktreduktion mit Wasserstoff. Aber auch optimierte konventionelle Routen können durch gezielte Verbesserungsmaßnahmen an Hochofenrouten bessere Bewertungen erreichen.

Bedeutung für die Industrie

Die Einführung von LESS soll die Grundlage für grüne Leitmärkte schaffen, die CO₂-reduzierte Grundstoffe schnell in verschiedene Wertschöpfungsketten bringen. Stahlkunden erhalten erstmals einheitliche Informationen, um ihren Einkauf hinsichtlich der eigenen Klimaschutzziele zu steuern.

Nach Ansicht der Unternehmen sind nun die technischen Voraussetzungen seitens der Stahlindustrie geschaffen. Als nächsten Schritt fordern sie die Politik auf, die regulatorischen Rahmenbedingungen für grüne Leitmärkte zu schaffen, um die Transformation der Industrie zum Erfolg zu führen.

Die ersten Zertifizierungen im September 2025 markieren den Beginn der praktischen Anwendung des LESS-Standards. Die beteiligten Unternehmen sehen sich als Vorreiter einer breiteren Transformation der Stahlindustrie hin zu klimafreundlicheren Produktionsverfahren. Der Standard soll sowohl nationalen als auch internationalen Kunden Orientierung bei der Beschaffung nachhaltiger Stahlprodukte bieten.

(Quellen: thyssenkrupp Steel, Salzgitter AG, GMH Gruppe)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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