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1.000 Euro-Prämie: Entlastung angekündigt, Belastung geliefert

Entsetzt reagiert der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) auf die „Entlastungsprämie“ der Koalition.

von | 21.04.26

Links: WSMGeschäftsführer Christian Vietmeyer; rechts: WSM-Präsident und Unternehmer Ulrich Flatken (Quelle: Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. )
Links: WSMGeschäftsführer Christian Vietmeyer; rechts: WSM-Präsident und Unternehmer Ulrich Flatken (Quelle: Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e.V. )

Die Koalition habe Entlastung angekündigt, aber Belastung geliefert:

„Die Regierung verschleppt Wirtschaftsreformen weiter und verschiebt den Aufwand an die Arbeitgeber. Diese Prämie lässt sich für die Bevölkerung positiv kommunizieren und ist einfacher als Lohnebenkostensenkungen bei den viel zu hohen Arbeitskosten. Genau die aber brauchen wir, davon würden alle profitieren“, unterstreicht WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer.

Eine zwar freiwillige 1.000-Euro-Prämie erzeuge eine Erwartungshaltung und setze Unternehmen weiter unter Druck. In einer Phase, in der der produzierende Mittelstand jeden Cent dreimal umdrehen muss, um einen Jobabbau zu vermeiden.

„So verspielt man Vertrauen und schwächt genau die, die dieses Land tragen“

Als „Mogelpackung“ bezeichnet Ulrich Flatken, WSM-Präsident und Geschäftsführer der Mercanindus-Vogelsang Group, die Entlastungsprämie. Gut gemeint reiche nicht, wenn die Falschen zur Kasse gebeten werden.

„Unternehmen, die ohnehin unter massivem Kosten-, Wettbewerbs- und Transformationsdruck stehen, sollen jetzt obendrein staatliche Entlastung finanzieren. Das ist nichts anderes als eine Verlagerung politischer Verantwortung in die Betriebe.“ Statt Planungssicherheit schaffe man neue Unsicherheit, statt Wachstum neue Belastung, statt Lösungen neue Bürokratie. „So verspielt man Vertrauen und schwächt genau die, die dieses Land tragen“, bekräftigt Flatken. „Wer ernsthaft entlasten will, muss strukturell handeln. Alles andere ist Symbolpolitik auf Kosten der Wirtschaft.“

„Die Lohnnebenkosten müssen herunter – das ist der einzige Weg“

Schon die Formulierung des Bundesministeriums für Finanzen klinge für die gebeutelten Unternehmen wie blanker Hohn. Dort heißt es: „Die Regierungskoalition wird es Arbeitgebern im Jahr 2026 ermöglichen, eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro zu zahlen.“

„Ermöglichen – die Koalition sollte es uns durch strukturelle Reformen ermöglichen, am Standort wettbewerbsfähig zu arbeiten“, kritisiert Vietmeyer. „Viele Industrieunternehmen sind gar nicht in der Lage, diese Prämie zu zahlen. Was die Stimmung weiter verschlechtern wird. Die Lohnnebenkosten müssen herunter – das ist der einzige Weg.“

(Quelle: Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung e. V.)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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