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„Tag der Energieabhängigkeit“: Deutschland stark auf Energieimporte angewiesen

Am 5. Mai 2026, erreicht Deutschland den „Tag der Energieabhängigkeit“. Rein rechnerisch ist dies der letzte Tag des Jahres, an dem der Energiebedarf noch durch heimische Energieproduktion gedeckt werden könnte. Ab diesem Zeitpunkt ist Deutschland auf Energieimporte angewiesen.

von | 18.03.26

(Quelle: Adobe Stock / VectorMine)
(Quelle: Adobe Stock / VectorMine)

Nach endgültigen Zahlen der AG Energiebilanzen lag die Importabhängigkeit Deutschlands im Jahr 2024 bei 66,1 %. Für 2025 wird sie nach einer Frühschätzung auf 65,6 % beziffert. Der leichte Rückgang bedeutet jedoch keine strukturelle Verbesserung der Energieeffizienz und damit Wettbewerbsfähigkeit, sondern ist im Gegenteil vor allem konjunkturell bedingt.

Würde Deutschland die Effizienzziele des Energieeffizienzgesetzes erreichen, könnte sich der Tag der Energieabhängigkeit langfristig von Anfang Mai auf etwa Mitte August verschieben, was die globale Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken würde.

„Eine sinkende Importabhängigkeit wäre dann ein positives Signal, wenn sie durch steigende Energieeffizienz und geringeren Energiebedarf zustande käme“, sagt Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der DENEFF. „Der aktuelle Rückgang der Importquote ist dagegen vor allem Ausdruck einer schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung.“

Zum Vergleich: Deutschland liegt unter dem EU-Durchschnitt von 57 %. Tag der Energieabhängigkeit in Europa wäre am 5. Juni. Ein noch größerer struktureller Wettbewerbsnachteil besteht zu China mit einer Importabhängigkeit von 24 %, während die USA sogar einen Energieexportüberschuss von 9 % verzeichnen, wobei ein großer Teil der US-Energieexporte aus fossilen Energieträgern besteht.

Energieeffizienz stärkt wirtschaftliche Resilienz

Gerade vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen und volatiler Energiepreise bleibt eine hohe Importabhängigkeit ein erhebliches Risiko für Wirtschaft und Gesellschaft. Der Krieg gegen die Ukraine sowie Konflikte im Nahen Osten zeigen, wie stark sich internationale Krisen auf Energiepreise und Versorgungssicherheit auswirken können.

Die DENEFF empfiehlt daher, Energieeffizienz konsequent als wirtschafts- und sicherheitspolitische Strategie zu stärken. Eine höhere Effizienz senkt den Energiebedarf strukturell und reduziert damit dauerhaft die Importabhängigkeit.

Politische Signale laufen derzeit in die falsche Richtung

Aktuelle politische Diskussionen über eine Abschwächung zentraler Effizienzregelungen, etwa im Energieeffizienzgesetz (EnEfG) oder im Gebäudeenergiegesetz (GEG), senden aus Sicht der DENEFF jedoch das falsche Signal.

„Wer Effizienzstandards aufweicht, verlängert letztlich Deutschlands strukturelle Energieabhängigkeit“, so Noll. „Gerade in einer Phase geopolitischer Unsicherheit wäre es sinnvoll, die vorhandenen Effizienzpotenziale konsequent zu erschließen.“

Importabhängigkeit könnte künftig wieder steigen

Der leichte Rückgang der Importquote dürfte zudem kein dauerhafter Trend sein. Mit dem fortschreitenden Rückgang der heimischen Energiegewinnung wird Deutschland künftig tendenziell noch stärker auf Energieimporte angewiesen sein, sofern der Energieverbrauch nicht deutlich sinkt.

Während Deutschland bereits Anfang Mai rechnerisch auf Energieimporte angewiesen ist, erreicht die EU diesen Punkt erst Anfang Juni. China erst im Herbst – und die USA praktisch gar nicht. Deutschland ist rund fünf Monate früher energieabhängig als China.

(Quelle: DENEFF)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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