Generic filters
FS Logoi
Generic filters

Standard für die Wirkungsmessung von Klimaschutzmaßnahmen

Mit der DIN SPEC 91637 „Wirkungsmessung von Maßnahmen für den kommunalen, regionalen und nationalen Klimaschutz“ ist ein neuer Standard verfügbar, der eine wirkungsvolle Unterstützung für die nachhaltige Gestaltung der Zukunft durch innovative Klimaschutzmaßnahmen ermöglicht.

von | 07.01.26

(Quelle: Adobe Stock / CHOI POO)
(Quelle: Adobe Stock / CHOI POO)

Die Politik fordert zu Recht eine präzise Abschätzung der Wirkung öffentlicher Investitionen. Verwaltungen stehen allerdings vor der komplexen Herausforderung der Wirkungsmessung.

Die DIN SPEC 91637 bietet hierfür einen standardisierten Ansatz, der sich auf die relevanten Sektoren des Klimaschutzes konzentriert, darunter Energie, Industrie sowie Land-, Forstwirtschaft und weitere Landnutzung (AFOLU), Abfall, Gebäude und Verkehr.

Vorteile der DIN SPEC 91637

Anhand dieses Standards können Verwaltungen:

  • Stringente und vergleichbare Transformationspläne entwickeln.
  • Einen strukturierten und datengestützten Erfahrungsaustausch mit kommunalen, regionalen und nationalen Ebenen führen.
  • Aufgrund der Vergleichbarkeit die Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen mit höherer Verlässlichkeit vornehmen.

Hierfür legt die DIN SPEC 91637 Anforderungen an die Wirkungsmessung von Maßnahmen für den kommunalen, regionalen und nationalen Klimaschutz mittels einer einheitlichen Wirkungslogik fest. Dadurch können klimapolitische und Investitionsentscheidungen vergleichbar und mit Hilfe von Indikatoren mess- und steuerbar gemacht werden.

Die Zielgruppe dieses Dokuments umfasst primär die öffentliche Hand (Kommunen, Regionen/Bundesländer und nationale Regierungen) sowie Akteure, welche diese bei der Planung und Umsetzung, dem Monitoring sowie der Finanzierung von Klimaschutzkonzepten beraten.

Wissenschaftlich fundierte Wirkungslogik

DIN SPEC 91637 bietet eine Wirkungslogik, welche auf physikalischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, insbesondere des Weltklimarats (IPCC). Gleichzeitig wird dabei eine Integration anderer Modelle ermöglicht.

Die Wirkungslogik besteht aus fünf Ebenen:

  1. Maßnahmen
  2. verändern die Merkmale einer Kommune, Region oder eines Landes,
  3. wodurch Menschen diese anders wahrnehmen, was zu Verhaltensänderungen führt,
  4. welche in Aktivitätsverlagerungen von fossilintensiven zu fossilärmeren Aktivitäten und
  5. somit zu (positiven) ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Wirkungen führen.

Ziel ist ein tragfähiger Wandel zur Klimaneutralität

Mit dieser Ergebnislogik unterstützt die DIN SPEC 91637 Verwaltungen dabei, die Auswirkungen ihrer Maßnahmen zu bewerten und Ressourcen sinnvoll zuzuteilen. Ziel ist es, einen gerechten und wirtschaftlich tragfähigen Wandel zur Klimaneutralität zu erreichen, bei dem alle relevanten Interessengruppen aktiv einbezogen werden.

Beteiligte Akteure

DIN SPEC 91637 wurde durch ein Konsortium aus kommunalen Vertretern, Energieagenturen, Forschungsinstituten und privaten Unternehmen entwickelt. Das Dokument schafft eine Vergleichbarkeit administrativer Maßnahmen der Klimaschutzplanung sowie eine Basis für den datengestützten Austausch von Städten, Regionen und Nationen.

Michael Bergöö über den Mehrwert der DIN SPEC 91637

Michael Bergöö – Initiator des Dokuments, Konsortialleiter und Global Director Public Sector bei ClimateView – über den Mehrwert der DIN SPEC 91637: „Mit der DIN SPEC 91637 schaffen wir erstmals eine gemeinsame Sprache für die Wirkungsmessung im Klimaschutz – wissenschaftlich fundiert, praxisnah und anschlussfähig. Verwaltungen erhalten damit ein Instrument, um Maßnahmen systematisch zu bewerten, Ressourcen gezielt einzusetzen und voneinander zu lernen. In einer Zeit, in der Wirkung und Transparenz zunehmend gefordert werden, ermöglicht der Standard belastbare Vergleiche und unterstützt eine wirkungsorientierte, gerechte und wirtschaftlich tragfähige Transformation.“

Die DIN SPEC 91637 steht im DIN Media Webshop kostenfrei zum Download zur Verfügung.

(Quelle: Deutsches Institut für Normierung e. V.)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Die ganze Welt der Metallurgie, immer in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

11. Dortmunder Schleifseminar – Aktuelle Technologien am Institut für Spanende Fertigung

11. Dortmunder Schleifseminar – Aktuelle Technologien am Institut für Spanende Fertigung

Am 4. und 5. März 2026 findet das 11. Dortmunder Schleifseminar des Instituts für Spanende Fertigung der TU Dortmund statt. Angekündigt sind hochkarätige Vorträge aus Industrie und Forschung, Live-Vorführungen im Versuchsfeld und die Vorstellung der Jubiläumsausgabe des Fachbuchs „Schleifen, Honen, Läppen und Polieren” – 100 Jahre geballtes Wissen zur Zerspanung mit geometrisch unbestimmten Schneiden.

mehr lesen
Industriepolitik 2026:  „Raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg“

Industriepolitik 2026: „Raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg“

Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) fordert konkrete Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: Aussetzung des nationalen CO2-Preises für die Industrie und Abschaffung des Solidaritätszuschlags. „Wir müssen raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg”, betont WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Beide Maßnahmen seien kurzfristig umsetzbar und würden 2026 direkt wirken.

mehr lesen

Fachinformationen für Sie

Industrie 4.0 – Prozesse und Ressourcen effizient managen

Industrie 4.0 – Prozesse und Ressourcen effizient managen

Vor dem Hintergrund der steigenden Rohstoffkosten rückt der effiziente Ressourceneinsatz immer mehr in den Fokus der Unternehmen. Das Management der kompletten Prozesskette von der Produktgestaltung über die Produktion und Logistik bis hin zu ...

Zum Produkt

Prozesswärme – 03 2019

Prozesswärme – 03 2019

Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Die Ausgabe 3 der PROZESSWÄRME erscheint pünktlich zum Messequartett GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST in Düsseldorf. Im großen Sonderteil erfahren Sie alles rund um die Messen mit besonderem Schwerpunkt auf GIFA und METEC – allgemeine ...

Zum Produkt

„GasQualitaetGlas“: Lokale Erdgasbeschaffenheiten und Auswirkungen auf industrielle Gasverbraucher (Teil 1)

„GasQualitaetGlas“: Lokale Erdgasbeschaffenheiten und Auswirkungen auf industrielle Gasverbraucher (Teil 1)

Autor: Jörg Leicher, Tim Schneider, Tim Nowakowski, Anne Giese, Klaus Görner, Bernhard Fleischmann, Nils-Holger Löber
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Der Erdgasmarkt durchläuft derzeit tiefgreifende Veränderungen, mit Auswirkungen nicht nur für die Gaswirtschaft, sondern auch für viele Endverbraucher. Ein Thema, das insbesondere für industrielle Endverbraucher immer mehr in den Fokus rückt, ist ...

Zum Produkt