Mai 2024 | Dr. Sebastian Keckert erhält den diesjährigen Nachwuchspreis für Beschleunigerphysik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Pfeiffer Vacuum ist einer der Sponsoren dieser Auszeichnung, die jährlich vom Arbeitskreis Beschleunigerphysik der DPG in Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen und Unternehmen vergeben wird.
Die Institutionen Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY), GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) sowie die Unternehmen Pfeiffer Vacuum und RI Research Instruments zeichnen mit dem Preis Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gemeinsam aus. So soll die Arbeit von jungen Forschern, die in einer frühen Phase an einer Universität oder Forschungseinrichtung im Bereich der Beschleunigerphysik entstanden ist, gewürdigt werden.
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird Dr. Keckert für herausragende Forschungsergebnisse auf dem Gebiet neuartiger Materialien für supraleitende Hochfrequenzsysteme verliehen.
Vakuum für wissenschaftliche Grundlagenforschung unverzichtbar
Keckert hat das Prinzip des Quadrupol-Resonators zum Test supraleitender Materialien entscheidend weiterentwickelt. Die von ihm realisierten Verbesserungen des Quadrupol-Resonators werden an mehreren Laboren weltweit eingesetzt. Damit ist die Grundlage für eine präzise und umfassende Charakterisierung der Hochfrequenzeigenschaften von neuartigen supraleitenden Materialsystemen gelegt worden. Zu den Erfolgen des Wissenschaftlers gehört beispielsweise die erste präzise Charakterisierung eines Vielschicht-Supraleiters, der das klassische Niob-Material sowohl in Bezug auf die erreichbare Feldstärke als auch hinsichtlich der Verlustleistung übertreffen könnte. Die Mobilisierung dieser Potentiale ist für den Bau künftiger Beschleunigeranlagen, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte, von erheblicher Bedeutung.
„Der nächste große Schritt für supraleitende Teilchenbeschleuniger sind Hohlraumresonatoren, in denen supraleitende Dünnschichten verwendet werden“, erklärt Keckert. „Dies würde einen Betrieb der Resonatoren bei 4 Kelvin statt 2 Kelvin ermöglichen. Das bedeutet, dass deutliche Einsparungen beim Energieeinsatz für die Kühlung erzielt werden könnten. Zusätzlich können einfachere Kühlsysteme verwendet werden, was ganz neue Anwendungen für supraleitende Teilchenbeschleuniger ermöglicht.“
Andreas Schopphoff, Head of Market Segment R&D bei Pfeiffer Vacuum, erläutert die Bedeutung der Vakuumtechnologie für die Spitzenforschung:
„Wir freuen uns, dass unsere Produkte in Beschleunigeranlagen eingesetzt werden, um neue Forschungsergebnisse zu erzielen und den Betrieb dieser Anlagen nachhaltiger zu gestalten. Fortschrittliche Vakuumlösungen ermöglichen nicht nur präzise Experimente, sondern auch eine effiziente Nutzung von Ressourcen und die Reduzierung des Energieverbrauchs dieser Anlagen. Mit supraleitenden Hohlraumresonatoren können Teilchen sehr effizient zu hohen Energien beschleunigt werden.“
Der DPG Arbeitskreis Beschleunigerphysik (AKBP) ist eine Vereinigung von Experten und Expertinnen auf dem Gebiet der Beschleunigerphysik in Deutschland. Er setzt sich für die Förderung und Weiterentwicklung der Beschleunigerphysik ein und organisiert regelmäßig Veranstaltungen und Tagungen, um den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik zu fördern.
Hintergrund
Pfeiffer Vacuum (Börsenkürzel PFV, ISIN DE0006916604) ist ein führender Anbieter von Vakuumlösungen. Neben hybrid- und magnetgelagerten Turbopumpen umfasst das Produktportfolio Vorvakuumpumpen, Lecksucher, Mess- und Analysegeräte, Bauteile sowie Vakuumkammern und Vakuumsysteme. Seit Erfindung der Turbopumpe durch Pfeiffer Vacuum steht das Unternehmen für innovative Lösungen und Hightech-Produkte in den Märkten Analytik, Industrie, Forschung & Entwicklung sowie Halbleiter und Zukunftstechnologien. Gegründet 1890, beschäftigt das Unternehmen heute mehr als 4000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und hat über 20 Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie 10 Produktionsstandorte weltweit. Es gehört zur Busch Group, einem der weltweit größten Hersteller von Vakuumpumpen, Vakuumsystemen, Gebläsen, Kompressoren und Abgasreinigungssystemen.






