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Ökobilanzierung von CCU- und CCS-Technologien: DIN SPEC 91508 schafft bessere Vergleichbarkeit

Rund ein Drittel der industriellen CO₂-Emissionen gelten als technisch schwer oder gar nicht vermeidbar. Um dennoch Fortschritte beim Klimaschutz zu erzielen, braucht es neue Wege und Technologien: Verfahren wie Carbon Capture and Utilization (CCU) und Carbon Capture and Storage (CCS) spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen es, CO₂ entweder weiterzuverwenden oder dauerhaft sicher zu speichern. 

von | 16.07.25

(Source: Adobe Stock)
(Source: Adobe Stock)

Doch wie lässt sich bewerten, ob solche Lösungen tatsächlich umweltverträglich sind? Hier bietet die neue DIN SPEC 91508 einen klaren Bewertungsrahmen für Ökobilanzierungen.

Sie schafft Transparenz und Vergleichbarkeit in einem komplexen Technologiefeld – und stärkt damit Vertrauen und Entscheidungssicherheit für Industrie, Wissenschaft und Politik.

Was leisten CCU und CCS?

CCU- und CCS-Technologien gehören zu den innovativsten Ansätzen im sogenannten Carbon Management – also dem systematischen Umgang mit CO₂-Emissionen entlang industrieller Wertschöpfungsketten.

  • CCU nutzt CO₂ als Rohstoff, zum Beispiel zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe, Chemikalien oder Baustoffe.
  • CCS speichert CO₂ sicher unter der Erdoberfläche – in geologischen Formationen oder erschöpften Lagerstätten.

Beide Verfahren leisten einen wichtigen Beitrag zur Emissionsminderung – vor allem in Sektoren, in denen Emissionen bislang kaum vermeidbar sind.

Greifbare Ökobilanzierung braucht klare Standards

Die Ökobilanzierung – auch bekannt als Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA) – erfasst systematisch die Umweltauswirkungen eines Produkts, Verfahrens oder einer Dienstleistung über den gesamten Lebensweg hinweg. Sie spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, den ökologischen Fußabdruck von CCU- und CCS-Technologien zu bewerten.

Gerade bei Verfahren zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung gestaltet sich diese Analyse besonders anspruchsvoll. Technologische Varianten, Prozessketten, eingesetzte Materialien sowie Energiequellen sind äußerst vielfältig. Standortfaktoren, Transportdistanzen und die langfristige Stabilität der CO₂-Speicherung haben ebenfalls erheblichen Einfluss auf die Umweltwirkung. Für eine belastbare und vergleichbare Bewertung ist eine methodisch klare, standardisierte Ökobilanzierung also unverzichtbar.

DIN SPEC 91508 sorgt für bessere Vergleichbarkeit

Die DIN SPEC 91508 schafft genau diese methodische Grundlage. Aufbauend auf den internationalen Normen DIN EN ISO 14040 und DIN EN ISO 14044 entwickelt sie spezifische Regeln für die Ökobilanzierung von CCU- und CCS-Technologien. Sie definiert unter anderem, wie Systemgrenzen und funktionale Einheiten festgelegt werden, welche Anforderungen an die Datenqualität gestellt werden und wie mit Unsicherheiten bei Modellierungen und Parametern umzugehen ist.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Szenarien- und Sensitivitätsanalysen, die es ermöglichen, unterschiedliche Rahmenbedingungen transparent abzubilden. Dadurch wird die Umweltwirkung von CO₂-Nutzung und -Speicherung nicht nur messbar, sondern auch nachvollziehbar und vergleichbar – eine wichtige Voraussetzung für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Akzeptanz.

Mit System zu mehr Innovation

Mit der DIN SPEC 91508 erhalten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger ein Werkzeug, das technische Innovation mit ökologischer Verantwortung verbindet. Der Standard unterstützt dabei, CO₂-bezogene Projekte fundiert zu planen, regulatorische Anforderungen einzuhalten und strategische Nachhaltigkeitsziele messbar zu verfolgen.

Langfristig stärkt eine solche transparente Bewertungsgrundlage nicht nur die Glaubwürdigkeit neuer Technologien, sondern auch das Vertrauen in Transformationsprozesse innerhalb der Industrie.

(Quelle: DIN)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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