Das neue System ist integraler Bestandteil der Gesamtlösung „Munition“ und regelt die Zugabe der Verfahrensmittel – zum Beispiel von Säure, Reinigungs- oder Passivierungsmitteln – und des Prozesswassers zwischen den einzelnen Umformstufen präzise. Walther Trowal setzt es erstmals an einer neuen Produktionsline eines der weltweit führenden Hersteller von Munition ein. Tests vor der Auslieferung der Anlage haben gezeigt, dass das System den Verbrauch von Verfahrensmitteln und Wasser in einer Größenordnung von bis zu 25 Prozent senkt.
Die Beschaffenheit der Oberfläche der Hülsen spielt bei der Umformung der Ronden zum fertigen Projektil eine entscheidende Rolle. Nach jedem der einzelnen Prozessschritte in diesem hochgradig verketteten Prozess müssen unterschiedliche Verfahren der Oberflächenbehandlung angewandt werden. Für alle Umformstufen setzt Walther Trowal einen Maschinentyp ein: den CM-Rundvibrator.
Sowohl die Verfahrensmittel (Compounds), die für die einzelnen Prozessschritte verwendet werden, als auch die Prozesswasser-Behandlungsanlagen entwickelt und produziert Walther Trowal im eigenen Hause. So ist gewährleistet, dass sie optimal aufeinander abgestimmt sind.
Christoph Cruse, der Vertriebsdirektor bei Walther Trowal: „Walther Trowal zählt zu den wenigen Firmen, die eine ganzheitliche Lösung der Oberflächenbearbeitung von der Ronde bis zur fertigen Patronenhülse anbieten: Maschinen, Verfahrensmittel und Prozesswassertechnik stammen aus unserem Haus und sind aufeinander abgestimmt. Das bietet Gewähr für effiziente Abläufe und hohe Qualität der fertigen Munition. Mit der Erfahrung aus mehr als hundert für die Munitionsindustrie gelieferten Maschinen kennen unsere Experten die Vorgänge um die Produktion von Munition und integrieren die Oberflächenbehandlung optimal in den Umformprozess unserer Kunden.“
Allein bei einem der größten Produzenten von Munition für das Militär arbeiten fast 40 Rundvibratoren von Walther Trowal, die bei der Herstellung der Patronenhülsen zwischen den einzelnen Prozessstufen unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Hintergrund: Die Technik im Detail
Bei der Herstellung von Munition werden aus Messingcoils zunächst Ronden gestanzt, die zu Näpfen tiefgezogen werden. Aus ihnen entstehen anschließend – ebenfalls durch Tiefziehen – die Geschosshülsen. Nach jeder Umformstufe muss die Oberfläche der Schritt für Schritt entstehenden Hülsen unterschiedlich behandelt werden, um die sichere Funktion der Munition zu gewährleisten. Dazu zählen das Beizen, Waschen, Trocknen und Passivieren. Für alle diese Prozesse haben sich die CM-Rundvibratoren von Walther Trowal bewährt. Sie bringen die Oberfläche der Ronden, Näpfe und Hülsen intensiv mit den Compounds in Kontakt und befreien sie von Anhaftungen.
Nach jeder Umformstufe muss die Oberfläche der Hülsen mit unterschiedlichen Verfahren behandelt werden. Sie muss zum Beispiel gewaschen, entfettet, gebeizt, getrocknet oder passiviert werden. Alle diese Schritte erfolgen in den CM-Rundvibratoren von Walther Trowal, die entlang der gesamten Prozesskette der Herstellung von Munition angeordnet sind. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die verwendeten Compounds. Diese Einheitlichkeit erleichtert Wartung und Instandhaltung erheblich.
Speziell bei der Herstellung von Geschosshülsen ist ein besonderer Vorteil der Rundvibratoren, dass aufgrund der Vibration immer wieder neues Verfahrensmittel nicht nur an die Außenseite gelangt, sondern auch in das Innere der Hülsen. Das reduziert den Verbrauch an Compounds deutlich und verkürzt die Bearbeitungsdauer. Auch bei der Fertigung der Projektile werden die CM-Rundvibratoren genutzt, um die Kanten der meist aus Blei bestehenden Projektile zu entgraten und zu verrunden.









