Generic filters
FS Logoi
Generic filters

KI als Stellhebel für wirtschaftliches Additive Manufacturing und neues Geschäft

Der 3D-Druck ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus digitalen Daten physische Objekte entstehen. Lösungen für die integrierte digitale Prozesskette sind Thema des Fachforums Software, KI & Design am 15. Mai 2025 auf der rapid.tech 3D.

von | 13.05.25

Bauteilfoto (Copyright: pedcad foot technology)

„Es ist nach wie vor eine Herausforderung, Additive Manufacturing zielführend in die gesamte Produktions- und Geschäftsprozesskette zu integrieren. Die Digitalisierung und hier insbesondere KI erweist sich als ein Stellhebel, um additive Verfahren wirtschaftlich einzusetzen sowie neue Geschäftsfelder und Märkte zu erschließen. Im Forum werden wir Beispiele vorstellen, wie man KI-Anwendungsfälle für die Fertigung identifiziert und auch auf rechtliche Aspekte der KI-Nutzung eingehen. Ein weiteres Thema ist die Umsetzung digitaler Threads, des digitalen ‚roten Fadens‘, in den Prozessketten. Das zeigen wir ebenfalls an konkreten Beispielen. Außerdem werden Anwenderlösungen präsentiert, wie man globale Märkte durch eine dezentrale Fertigung erschließt und wie sich multifunktionale Bauteile automatisiert konstruieren lassen“, gibt Martin Gasch einen Überblick über die Themen des Forums Software, KI & Design. Der Business Development Manager bei Siemens Digital Industries Software ist Mitglied im Fachbeirat der rapid.tech 3D und verantwortet in dieser Funktion die inhaltliche Ausrichtung des Forums.

KI rechtskonform einsetzen

Der Einsatz von KI-Systemen in Unternehmen im Allgemeinen und speziell in der Wertschöpfungskette der additiven Fertigung bringt erhebliche Potenziale mit sich. Damit einher geht jedoch auch die Einhaltung rechtlicher Anforderungen, wie sie der „AI Act“, die im Vorjahr in Kraft getretene KI-Verordnung, verlangt. Marco Müller-ter Jung, Fachanwalt für Informationstechnologierecht und Partner bei Grant Thornton, gibt in seinem Vortrag praxisnahe Empfehlungen für einen rechtskonformen Einsatz von KI im Unternehmen und zeigt die ersten Erfahrungen mit dem neuen KI-Recht auf.

Digitale Threads für die additive Fertigung

Ein nahtloser Informations- und Datenfluss steigert die Effizienz und generiert Mehrwert für das gesamte additive Ökosystem. Die erfolgreiche Implementierung geeigneter Technologien erfordert jedoch erhebliche Investitionen, Fachwissen, Richtlinienänderungen und organisatorische Umstrukturierungen. Welche Expertise Beratungsunternehmen für solche Digital-Thread-Projekte beisteuern können, ist Inhalt des Vortags von Dr. Felix Wunner, Manager bei Deloitte Consulting.

Globale Märkte durch dezentralisierten 3D-Druck erschließen

Wie ein kleines deutsches Unternehmen seine Expertise über 3D-Druck in globale Märkte exportieren konnte, zeigt das Beispiel von pedcad foot technology, einem führenden Anbieter von Mess-, Software- und Fertigungssystemen für die digitale Produktion individueller Schuh-Einlagen. CEO Dominik Walter präsentiert eine dezentralisierte 3D-Druck-Fertigung orthopädischer Einlegesohlen. Anstatt aufwändige Infrastruktur und Fachwissen vor Ort aufzubauen, ermöglicht der 3D-Druck eine kosteneffiziente Produktion direkt beim Kunden. Dieses Modell lässt sich auf viele Branchen übertragen, insbesondere dort, wo hohe Fertigungskosten, spezifisches Know-how und die Notwendigkeit individueller Anpassungen eine Rolle spielen. Es erweist sich zugleich als Katalysator für Internationalisierung – gerade für kleinere Unternehmen.

KI-Anwendungsfälle in der Fertigung identifizieren

Vorgehensweisen für das Identifizieren von KI-Anwendungsfällen in der Fertigung stellt Jonas Nowottnick, Projektmanager für KI-Strategie bei Merantix Momentum, vor. Das Unternehmen ist Partner für maschinelles Lernen und unterstützt bei der Identifizierung von Anwendungsfällen über die Entwicklung bis hin zum Betrieb von KI-Lösungen. Merantix Momentum nutzt einen KI-Canvas-Ansatz, abgeleitet vom klassischen Canvas-Modell für Geschäftsentwicklung.

Eine Softwarelösung für die End-to-End-Prozesskette

Mit 4D Additive vereint das deutsch-französische Unternehmen CT CoreTechnologie die End-to-End Prozesskette für die additive Fertigung in einer Software. Produktmanager Rémi Goupil veranschaulicht anhand verschiedener Anwendungsfälle, wie die Lösung vom Import der CAD-Geometrie hin zu Direct Modeling, Geometrie-Analyse, Texturierung, Gitterstrukturen, Nesting, Support-Generierung sowie Slicing funktioniert.

Innovative Reaktorkonzepte für die Chemieindustrie

Bauteile, die in der Anwendung komplexe, miteinander verknüpfte Funktionalitäten erzeugen, sind oft im Design kompliziert und benötigen eine präzise Auslegung. Am Beispiel von Prozesstechnik für die Methanol-Produktion präsentieren Dr. Christoph Kiener, Principal Key Expert bei Siemens, und Prof. Dr. Christoph Klahn, Tenure Track Professor am Karlsruher Institut für Technologie, neue Konzepte für ein automatisiertes Design. Sie stellen Untersuchungen des Verbundvorhabens 3D-PROCESS vor, ein Projekt zur Entwicklung innovativer Reaktorkonzepte für die chemische Industrie durch den Einsatz der additiven Fertigung. Deutlich wird, dass digitale Zwillinge und additive Fertigung skalierbare individualisierte Chemieanlagen ermöglichen.

(Quelle: rapid.tech 3D)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Die ganze Welt der Metallurgie, immer in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Industriepolitik 2026:  „Raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg“

Industriepolitik 2026: „Raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg“

Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) fordert konkrete Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: Aussetzung des nationalen CO2-Preises für die Industrie und Abschaffung des Solidaritätszuschlags. „Wir müssen raus aus dem Jammertal, rauf auf den Lösungsweg”, betont WSM-Hauptgeschäftsführer Christian Vietmeyer. Beide Maßnahmen seien kurzfristig umsetzbar und würden 2026 direkt wirken.

mehr lesen
KI-gesteuerter autonomer Schleifroboter beschleunigt das Entgraten dicker Blechteile

KI-gesteuerter autonomer Schleifroboter beschleunigt das Entgraten dicker Blechteile

Dank des EasyGrinder konnte Minerd & Sons die Lieferzeit von zwei Wochen auf nur drei Tage verkürzen – ein Durchbruch in Produktivität und Lieferzuverlässigkeit. Das führende regionale Stahlservicezentrum in Pittsburgh, Pennsylvania, hat die Endbearbeitung von plasma- und autogengeschnittenen Blechteilen durch den Einsatz des EasyGrinder, dem autonomen Schleifroboter von Teqram, deutlich beschleunigt. Das System bearbeitet dicke Bleche vollautomatisch, ohne Programmierung oder Teaching, und liefert gleichbleibende Qualität bei deutlich höherem Durchsatz.

mehr lesen

Fachinformationen für Sie

Brenner mit niedrigem Stickoxidausstoß

Brenner mit niedrigem Stickoxidausstoß

Autor: Stefan Baur / Herbert Bauer / Vasile Jechiu
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Bei der Modernisierung und dem Neubau von Thermoprozessanlagen in Stahl- und Aluminiumwerken sind niedrige NOX und CO2- Emissionen ein Hauptanliegen. Der Artikel beschreibt die Entwicklung eines Konzeptes zur Reduzierung des Stickstoffausstoßes ...

Zum Produkt

Schmelzen von großen Stahlgussteilen im Induktionstiegelofen

Schmelzen von großen Stahlgussteilen im Induktionstiegelofen

Autor: Erwin Dötsch / Wolfgang Ertl
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Die voestalpine-Giesserei Gruppe betreibt in ihrem Stahl-Segment eine Gießerei zur Herstellung von schwerem Stahlguss mit einem Gewicht von 1 bis 200 t pro Gussteil. Die in der Gießerei benötigte Schmelze wird zu einem großen Teil aus dem auf dem ...

Zum Produkt

Auswirkungen zugelassener Toleranzen auf das Ergebnis beim Nitrieren

Auswirkungen zugelassener Toleranzen auf das Ergebnis beim Nitrieren

Autor: Karl-Michael Winter
Themenbereich: Thermoprozesstechnik

Nitrieren und Nitrocarburieren haben in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung in der Wärmebehandlung von Bauteilen erlangt. Während es noch vor wenigen Jahren üblich war, diese Prozesse mit fest eingestellten Temperaturen und Gasmengen ...

Zum Produkt