Für das Jahr 2026 sollen zehn Gigawatt neue steuerbare Kapazitäten ausgeschrieben werden, die bis 2031 ans Netz gehen sollen. Acht Gigawatt sind als wasserstofffähige Gaskraftwerke vorgesehen, zwei Gigawatt werden technologieoffen ausgeschrieben.
Alle neuen Gasblöcke müssen „H₂‑ready“ sein und bis spätestens 2045 dekarbonisieren. Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft (GW), verbindet mit dem Beschluss die Hoffnung, dass endlich Klarheit über die Ausschreibungsmodalitäten entsteht und die dringend benötigten Investitionen anrollen können:
„Wir begrüßen, dass die Koalition die Weichen für den Ausschreibungsstart stellt und damit den Einstieg in die dringend benötigte Zusatzkapazität vorbereitet. Steuerbare Leistung von zehn Gigawatt ist ein wichtiger erster Schritt, damit Stromversorgung und Industrie im künftigen klimaneutralen System stabil bleiben. Positiv ist auch, dass alle neuen Anlagen von Anfang an wasserstofffähig sein müssen und bis 2045 technologieoffen dekarbonisieren können – so entsteht Raum für einen Markthochlauf von Wasserstoff aus unterschiedlichen Produktionsrouten.
Gleichzeitig ist es ein Trauerspiel, dass die Verhandlungen mit der Europäischen Union immer noch nicht abgeschlossen sind. Investoren und Lieferanten stochern weiter im Nebel, weil die wesentlichen Details der Kraftwerksausschreibungen fehlen. Damit kommt die dringend erforderliche Entlastung unseres Stromsystems zu spät; fehlende regelbare Leistungen lassen die Systemkosten steigen, die dann – ähnlich wie beim aktuell für drei Jahre beschlossenen Industriestrompreis – durch staatliche Ausgleichszahlungen abgefedert werden müssen.
Die Gas‑ und Wasserstoffwirtschaft entwickelt das Kernnetz, plant Wasserstoffspeicher und steht bereit, moderne, klimafreundliche Gaskraftwerke zu bauen, die als Ankerkunden den Wasserstoffhochlauf voranbringen. Doch dazu brauchen wir jetzt Klarheit und verlässliche Rahmenbedingungen. Bundesregierung und EU-Kommission müssen die offenen Fragen zügig klären, damit die Ausschreibungen starten können und Deutschland beim Wasserstoff keine weitere Zeit verliert.“









