Exergy3 hat erfolgreich eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 11,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde von Axeleo Capital angeführt. Neben Bayern Kapital beteiligten sich zudem Kibo Invest sowie die Bestandsinvestoren Scottish Enterprise, Zero Carbon Capital und Old College Capital. Mit dem frischen Kapital will Exergy3 die Kommerzialisierung seiner Technologie beschleunigen, Produktionskapazitäten ausbauen, erste großindustrielle Projekte realisieren und seine Expansion nach Deutschland mit dem europäischen Hauptsitz in München vorantreiben.
Die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme zählt zu den größten ungelösten Herausforderungen der Energiewende. Zahlreiche industrielle Anwendungen benötigen kontinuierlich hohe Temperaturen, die bislang überwiegend durch fossile Energieträger bereitgestellt werden. Gleichzeitig stehen Deutschland und Europa unter wachsendem Druck, industrielle Emissionen zu senken, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen zu erhalten. Genau hier setzt Exergy3 an und adressiert einen zentralen Hebel der industriellen Energiewende.
Exergy3 entwickelt eine Technologie, die überschüssigen erneuerbaren Strom in hochtemperaturfähige Prozesswärme umwandelt. Das modulare thermische Energiespeichersystem kann Prozesstemperaturen zwischen 50 °C und 1.200 °C liefern und eignet sich damit für eine Vielzahl energieintensiver Industrien, darunter Lebensmittel und Getränke, Chemie, Pharma, Düngemittel und Zement. Auf diese Weise schafft das Unternehmen eine wirtschaftlich attraktive, zuverlässige und CO₂-freie Alternative zu fossilen Energieträgern in Anwendungen, für die es bislang kaum konkurrenzfähige elektrische Lösungen gibt. Die Technologie ist mit einem erfolgreich betriebenen industriellen Demonstrator bereits unter Realbedingungen validiert und zeichnet sich durch hohe Betriebstemperaturen, sehr geringe Wärmeverluste sowie eine modulare und skalierbare Bauweise aus.
Darüber hinaus adressiert Exergy3 zentrale Herausforderungen im Energiesystem. Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien wächst die Diskrepanz zwischen Stromerzeugung und -nachfrage, sodass große Mengen an Strom regelmäßig abgeregelt werden müssen, um Netzengpässe zu vermeiden. Die Technologie von Exergy3 nutzt diese überschüssige Energie gezielt und macht sie für industrielle Prozesse verfügbar. Damit trägt sie sowohl zur Dekarbonisierung industrieller Anwendungen als auch zur Flexibilisierung des Stromsystems bei.
Mit der Finanzierung treibt Exergy3 nun den Übergang von der erfolgreichen Pilotphase zur kommerziellen Skalierung voran. Das Unternehmen plant, seine Produktionskapazitäten auszubauen und erste großindustrielle Projekte gemeinsam mit Industriepartnern umzusetzen. Ein zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie ist die Expansion nach Deutschland. Mit dem Standort in München rückt Exergy3 näher an wichtige industrielle Kunden und Partner im europäischen Markt. Zugleich adressiert Exergy3 einen sehr großen Wachstumsmarkt: Allein in Europa liegt das potenziell elektrifizierbare Marktvolumen für industrielle Prozesswärme in der Größenordnung von rund 1.400 TWh pro Jahr. Daraus ergibt sich – je nach Technologiemix und Auslastung – ein langfristiges Investitionspotenzial von grob 160 bis 245 Milliarden Euro; als belastbare Mittelschätzung rund 200 Milliarden Euro.
Markus Rondé, CEO von Exergy3, erklärt zur Standortwahl München: „Bayern bietet für uns ein ideales Umfeld: eine starke industrielle Basis, eine hohe Dichte energieintensiver Unternehmen und Zugang zu exzellenten Fachkräften. Das ermöglicht es uns, nah an unseren Kunden zu arbeiten und lokale Lieferketten aufzubauen. Mit München schaffen wir einen zentralen Standort, um unsere Technologie weiterzuentwickeln und unser Team auszubauen. Bis Ende 2027 planen wir, ein Team von rund 15 Mitarbeitenden vor Ort aufzubauen und eng mit Universitäten in der Region zusammenzuarbeiten.“
Parallel dazu wird Exergy3 die Investition nutzen, um seine Aktivitäten im Vereinigten Königreich weiter auszubauen, und plant, die Gesamtzahl der Mitarbeitenden bis Jahresende zu verdoppeln.
„Die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme ist ein zentraler Hebel für die Transformation energieintensiver Industrien und zugleich ein hochrelevanter Wachstumsmarkt für Climate-Tech in Europa. Exergy3 entwickelt eine technologisch vielversprechende Lösung an der Schnittstelle von Energie, Industrie und Dekarbonisierung. Als VC-Investor sehen wir hier erhebliches kommerzielles Potenzial. Dass Exergy3 sein technologisches Potenzial künftig auch von München aus erschließen will, unterstreicht zudem die Attraktivität Bayerns als Standort für industrielle Innovation“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital.






