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Automatische Schweißnahtvorbereitung mit KI-Schleifroboter

Auf der EuroBLECH in Hannover stellt Teqram eine wichtige Erweiterung seines EasyGrinder vor. Der KI-gesteuerte Schleifroboter, der bereits für die automatische Nachbearbeitung von geschnittenen Blechteilen eingesetzt wird, kann künftig auch Schweißfasen anbringen und nachbearbeiten.

von | 26.08.26

Autonome Schweißnahtvorbereitung mit KI und 3D-Vision (Quelle: Teqram)
Autonome Schweißnahtvorbereitung mit KI und 3D-Vision (Quelle: Teqram)

Damit geht das Unternehmen einen weiteren Schritt in Richtung einer vollständig automatisierten Schweißnahtvorbereitung – speziell für Betriebe, die mittelschwere und schwere Bleche verarbeiten.

Der EasyGrinder hat sich in den vergangenen Jahren als autonome Lösung zum Entgraten und Schleifen von Brenn- und Schneidteilen bewährt. Er entfernt Grate und Anschnitt-Fahnen, verrundet Kanten bis R3 und reinigt Oberflächen. Mit der neuen Funktion wird der Einsatzbereich deutlich erweitert.

Neben dem Entfernen von Oxidschichten, wärmebeeinflussten Zonen (HAZ) und anderen Rückständen kann der Roboter jetzt auch selbstständig Schweißfasen erzeugen. Dadurch können Bauteile direkt nach dem Schneidprozess für das Schweißen vorbereitet werden – ohne zusätzliche Bearbeitungsschritte.

Automatische Programmierung auf Basis von Produktdaten

Ein besonderes Merkmal der neuen Lösung ist der hohe Automatisierungsgrad. Auf Grundlage einer Geometriedatei mit Informationen zur Schweißnaht erstellt der EasyGrinder automatisch das erforderliche Bearbeitungsprogramm. Eine manuelle Programmierung oder das Teachen des Roboters ist nicht erforderlich.

Nach Angaben von Teqram entspricht dieser Ansatz dem wachsenden Bedarf an flexibler Automatisierung in der Blechbearbeitung. Durch die steigende Variantenvielfalt sowie den Trend zu kleineren Losgrößen und Einzelteilfertigung gewinnt Flexibilität zunehmend an Bedeutung. Da Programmieraufwand und Rüstzeiten auf ein Minimum reduziert werden, kann Automatisierung auch in solchen Produktionsumgebungen wirtschaftlich eingesetzt werden. Gleichzeitig ermöglicht die Lösung einen gezielteren Einsatz des Know-hows erfahrener Fachkräfte.

KI und 3D-Vision gleichen Abweichungen automatisch aus

Der EasyGrinder kombiniert 3D-Vision-Technologie mit einer mit KI-bereichterte Steuerung. Vor jedem Bearbeitungsvorgang werden die tatsächliche Geometrie und die Position des Werkstücks automatisch erkannt.

Dadurch bleibt die Bearbeitungsqualität konstant, auch wenn sich die Bauteile voneinander unterscheiden. Komplexe Konturen werden automatisch erkannt und verfolgt, ohne dass zusätzliche Programmierung erforderlich ist.

Interessante Alternative zu herkömmlichen Verfahren

Für das Anbringen von Schweißfasen werden in der Praxis häufig Verfahren wie manuelles Schleifen, Nibbeln oder Fräsen eingesetzt. Jedes dieser Verfahren hat jedoch seine Grenzen.

Nibbeln eignet sich vor allem für gerade Konturen und erzeugt in der Regel eine vergleichsweise raue Oberfläche. Fräsen bietet eine hohe Genauigkeit, erfordert jedoch oft zusätzliche Prozessschritte und eine NC-Programmierung. Außerdem müssen die Bauteile vorab gereinigt und entgratet werden.

Der EasyGrinder vereint mehrere Bearbeitungsschritte in einem automatisierten Prozess. Dank hoher Bearbeitungsgeschwindigkeit können auch größere Fasen wirtschaftlich hergestellt werden, sodass zusätzliche Arbeitsschritte in vielen Fällen entfallen.

Nahtlose Ergänzung zum thermischen Schneiden

Für Unternehmen, die dicke Bleche bearbeiten, bleiben Laser-, Plasma- und Autogenschneiden häufig die wirtschaftlichsten Verfahren zur Herstellung großer Schweißfasen. Diese Prozesse sind schnell und effizient, erfordern jedoch eine anschließende Nachbearbeitung. Vor dem Schweißen müssen unter anderem Oxidschichten, Schlacke, Grate, Anschnitt-Fahnen und die wärmebeeinflusste Zone entfernt werden, um eine zuverlässige Schweißverbindung zu gewährleisten.

Der EasyGrinder automatisiert diese Nachbearbeitung vollständig. In einer einzigen Aufspannung können Bauteile entgratet und geschliffen, Kanten verrundet sowie Fasen hergestellt werden. Damit hat man für Bauteile bis 30mm Blechstärke, oder dickere Bleche mit kleinen Fasen, eine sehr wirtschaftliche Alternative zum Schneiden der Fase.

Durch die Kombination mehrerer Bearbeitungsschritte in einem automatisierten Prozess werden Handlingaufwand, Zwischenlagerung und manuelle Schleifarbeiten reduziert. Gleichzeitig wird eine konstante und reproduzierbare Qualität erreicht.

Mehr Kapazität ohne zusätzliches Fachpersonal

Nach Angaben von Teqram ist die Erweiterung insbesondere für Unternehmen relevant, die ihre Produktionskapazität steigern möchten, ohne stärker von knapp verfügbarem technischem Fachpersonal abhängig zu werden. Der EasyGrinder übernimmt nicht nur körperlich belastende Schleifarbeiten, sondern automatisiert auch das Handling schwerer Blechteile.

Der Roboter kann Bauteile selbstständig aufnehmen, für die Bearbeitung positionieren und anschließend wieder stapeln. Dabei verarbeitet das System Werkstücke mit einem Gewicht von bis zu 600 kg und Abmessungen von bis zu 4 x 1 Meter oder 1,6 x 1,6 Meter. Durch diese automatisierte Handhabung entfallen Kranbewegungen und manuelle Zwischenschritte, wodurch sich die Durchlaufzeit verkürzt und der Einsatz der Mitarbeiter effizienter gestaltet wird.

Darüber hinaus sorgt der automatisierte Ansatz für eine gleichbleibend hohe Qualität und einen besser kontrollierbaren Produktionsprozess. Dies kann dazu beitragen, Ausschuss und Nacharbeit zu reduzieren und die Planbarkeit der Produktionskosten zu verbessern. Zudem werden Schleifmittel effizienter genutzt, was helfen kann, die Betriebskosten weiter zu senken.

Live auf der EuroBLECH

Die neuen Funktionen des EasyGrinder werden erstmals auf der EuroBLECH vorgestellt, der internationalen Fachmesse für Blechbearbeitung, die vom 20. bis 23. Oktober 2026 in Hannover stattfindet.

Besucher können am Stand von Teqram erleben, wie ein KI-gesteuerter Schleifroboter nicht nur die Nachbearbeitung von Schneidteilen automatisiert, sondern auch die Schweißnahtvorbereitung in einen autonomen Gesamtprozess integriert.

(Quelle: Teqram)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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