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Aluminium-Recycling in Europa: Rekordquoten treffen auf Rohstoffnot

Kaum ein Werkstoff ist zurzeit so wichtig für die europäische Industrie und wird zusätzlich so konsequent mit dem Begriff Kreislaufwirtschaft verbunden wie Aluminium.

von | 01.09.26

(Quelle: Adobe Stock / TSUNG-LIN WU)
(Quelle: Adobe Stock / TSUNG-LIN WU)

Aluminiums einzigartige Verbindung von Leichtigkeit und Langlebigkeit macht es zu einem wichtigen Bestandteil für Fahrzeugbau, Bauwesen, aber auch Defence. Gleichzeitig liegt seine allgemeine End-of-Life-Recyclingfähigkeit zwischen 90-95%. Ein Blick auf die tatsächliche Recyclingquote sowie die Ausfuhrzahlen von recyclebarem Aluminium zeigt aber, dass der Weg zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft in Europa noch nicht zurückgelegt ist.

Die Primäraluminiumproduktion in Europa ist seit 2022 infolge der Energiekrise um rund die Hälfte zurückgegangen. Recycling benötigt im Vergleich dazu nur etwa 5 % der Energie, die für die Herstellung von Primäraluminium aufgewendet werden muss. Europa verfolgt außerdem das Ziel, seine Abhängigkeit von Primäraluminium-Importen zu verringern und Aluminiumschrott, der bislang nach Asien exportiert wird, stärker im eigenen Markt zu halten. Die ersten Unternehmen reagieren bereits mit Investitionen: Speira hat am Standort Holmestrand in Norwegen rund 400 Millionen Norwegische Kronen in einen neuen Ofen investiert, der die Recyclingkapazität um 22.000 Tonnen jährlich erhöhen und dafür sorgen soll, dass künftig die Hälfte der dort produzierten Menge aus Sekundärquellen stammt. Der Werksleiter Jon Gaasholt ordnet die Investition als Teil eines umfassenderen Verständnisses von Nachhaltigkeit ein, das Optimierung von Produktion, Verarbeitung und Recycling gleichermaßen umfasst.

Schrottausfuhr

Laut einem Kommentar von European Aluminium verlässt jährlich mehr als eine Million Tonnen Aluminiumschrott die EU. Diese Rohstoffe fehlen damit europäischen Recyclingbetrieben und erhöhen indirekt die Kosten für verbleibendes Material. Die EU-Kommission schlägt aktuell einen Zoll von 15 % auf die Ausfuhr von Aluminiumschrott vor, und zwar für alle Handelspartner. Der Vorschlag muss mit qualifizierter Mehrheit bestätigt werden, sodass die Mitgliedstaaten darüber abstimmen können, ob sie diesem zustimmen. Parallel dazu soll der geplante Circular Economy Act einen langfristigen Rahmen für Verfügbarkeit und Qualität von Sekundärrohstoffen schaffen.

Zahlen zum Jahresauftakt 2026

Die aktuellen Produktionsdaten von Aluminium Deutschland relativieren die Aufbruchstimmung: Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland 684.564 Tonnen Recyclingaluminium produziert, ein Rückgang von rund 3 % gegenüber dem Vorjahr. Während Refiner ihre Produktion um 2 % auf 128.639 Tonnen steigern konnten, verzeichneten Remelter mit 555.925 Tonnen einen Rückgang von 4 % und bleiben damit der wesentliche Bremsfaktor. Auch die Halbzeugproduktion sank leicht um 1 % auf 568.688 Tonnen. Verbandspräsident Rob van Gils führt die Lage auf ein anhaltend schwieriges konjunkturelles und strukturelles Umfeld zurück und macht deutlich, dass einzelne positive Entwicklungen daran nichts ändern, solange sich die Standortbedingungen nicht spürbar verbessern.

ALUMINIUM 2026

Vor diesem Hintergrund hat die Weltleitmesse ALUMINIUM, die vom 6. bis 8. Oktober 2026 in Düsseldorf stattfindet, ihr Leitthema Sustainability und den besonderen Fokus auf Sekundäraluminium als Schlüssel zur Dekarbonisierung durchaus nachvollziehbar gewählt. Neu im Programm ist die Sustainability & Recycling Conference mit Fachvorträgen zu Kreislaufwirtschaft und CO₂-armer Produktion, ergänzt um eine eigene Ausstellungszone, die Sustainability & Recycling Plaza. Aussteller nutzen die Messe, um Lösungen für mehr Transparenz in der Lieferkette vorzustellen.

Energiepolitisch spricht einiges dafür, dass Sekundäraluminium weiter an Bedeutung gewinnt. Faktisch bremsen aber fehlende Schrottmengen und unklare regulatorische Rahmenbedingungen die Entwicklung in zentralen Marktsegmenten. Was die Branche nun braucht, ist eine eindeutige Haltung der Europäischen Kommission sowie deren Mitgliedsstaaten. Wenn Aluminium ein systemrelevanter Rohstoff sein soll, muss die Branche von der Politik entsprechend unterstützt werden.

Quellen

Dieser Text wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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