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Mai – Vakuumöfen
Vom Chirurgieskalpell bis zur 15-Tonnen-Druckgussform: Vakuum-Kammeröfen können mehr, als die meisten ahnen
Härten, Anlassen, Glühen — das klingt nach Routine. Doch moderne Vakuumofentechnik ist weit mehr als das: Sie lötet Plattenwärmetauscher in der Großserie, kühlt Werkzeuge auf Tiefsttemperaturen, reichert Oberflächen mit Kohlenstoff an — und das alles ohne Randoxidation, metallisch blank und vollautomatisch. Björn Eric Zieger von der IVA Schmetz GmbH erklärt, welche Bauformen, Vakuumsysteme, Heizkonzepte und Abschreckmechanismen hinter dieser Vielseitigkeit stecken — und warum die Wahl des richtigen Systems über Verzug, Härtestreuung und Energiekosten entscheidet. Ein Überblick, der Lust macht, tiefer einzutauchen.
Wasserstoff als Abschreckmedium? Was lange vergessen schien, könnte die Wärmebehandlung grundlegend verändern
Stickstoff ist Standard, Öl ist bewährt — aber Wasserstoff? Die Aichelin ST Vacuum GmbH zeigt, warum das leichteste Element im Periodensystem als Abschreckgas eine echte Renaissance erlebt: höhere Wärmeübergangskoeffizienten, wirtschaftliche Drücke bis 20 bar, weniger Bauteilverzug und sogar die Möglichkeit, kostengünstigere Stahlsorten einzusetzen. Kombiniert mit der Niederdruckaufkohlung, bei der höhere Prozesstemperaturen die Behandlungszeit drastisch verkürzen und gleichzeitig den CO₂-Fußabdruck senken, entsteht ein Ansatz, der ökonomische und ökologische Anforderungen gleichermaßen erfüllt. Wer wissen will, wie sich Vakuumtechnik, Wasserstoff-Abschreckung und Einsatzhärten zu einem zukunftsfähigen Gesamtkonzept zusammenfügen, sollte diesen Artikel nicht verpassen.
50-mal weniger Verschleiß — und das ganz ohne offene Flammen, toxische Emissionen oder Brandgefahr
Das klingt nach Zukunftsmusik, ist aber das Ergebnis konkreter Laborversuche: SECO/WARWICK hat gemeinsam mit dem polnischen Wärmebehandlungsunternehmen Hart-TECH systematisch untersucht, was das Niederdruck-Karbonitrieren im Vakuumofen wirklich leisten kann — und die Resultate sind beeindruckend. Bei bestimmten Automatenstählen steigerte das Verfahren die Oberflächenhärte um 150 HV, erhöhte die effektive Einsatztiefe um 13 % und reduzierte den Bauteilverschleiß gegenüber der klassischen Niederdruckaufkohlung um mehr als das Fünfzigfache. Dazu kommt: Der Prozess läuft vollautomatisch, vollständig reproduzierbar und ohne die CO₂-, CO- und NOₓ-Emissionen herkömmlicher Atmosphärenöfen. Wer wissen will, für welche Stahlsorten sich das Verfahren wirklich lohnt — und wo es seine Grenzen hat — sollte diesen Forschungsbericht nicht verpassen.



