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Wasserstoff im Hochofen: thyssenkrupp Steel schließt erste Versuchsphase ab

thyssenkrupp Steel hat die erste Phase der Wasserstoffversuche am „Hochofen 9“ in Duisburg erfolgreich abgeschlossen. Auch unter Corona-Bedingungen konnten in den vergangenen Monaten Versuche an einer der 28 Blasformen des Hochofens durchgeführt werden, darunter einige Langzeittests. Im nächsten Schritt sollen Versuche mit Wasserstoff auf alle Blasformen ausgeweitet werden. Die Einblasversuche sind Teil der Klimastrategie. Das […]

von | 03.02.21

thyssenkrupp Steel hat die erste Phase der Wasserstoffversuche am „Hochofen 9“ in Duisburg erfolgreich abgeschlossen. Auch unter Corona-Bedingungen konnten in den vergangenen Monaten Versuche an einer der 28 Blasformen des Hochofens durchgeführt werden, darunter einige Langzeittests. Im nächsten Schritt sollen Versuche mit Wasserstoff auf alle Blasformen ausgeweitet werden. Die Einblasversuche sind Teil der Klimastrategie. Das Unternehmen will bis 2030 seine CO2-Emissionen um 30 % reduzieren.

Am 11. November 2019 hat thyssenkrupp Steel als erstes Unternehmen weltweit Wasserstoff in einen laufenden Hochofen eingeblasen. Dabei ersetzt der Wasserstoff Kohlenstaub als zusätzliches Reduktionsmittel. Das Ziel: CO2-Emissionen reduzieren. Denn im Gegensatz zu Kohlenstoff reagiert der Wasserstoff im Hochofen nicht zu CO2, sondern zu Wasser. Das Land NRW fördert das Projekt im Rahmen der Initiative IN4climate.NRW und Betriebsforschungsinstitut des VdEH (BFI) begleitet es wissenschaftlich. Auch Air Liquide unterstützt durch die Bereitstellung von Wasserstoff.

Produktionsvorstand Dr. Arnd Köfler: „Die Entwicklung der Wasserstofftechnologie am Hochofen 9 ist ein wichtiger Teil unserer Transformation zur klimaneutralen Hütte. Wir können so den klassischen, kohlebasierten Hochofenprozess deutlich CO2-ärmer gestalten. Wir sind dem Land NRW für die Förderung dieser ersten Versuchsphase sehr dankbar, mit der die Grundlagen für die nun anstehende zweite Phase gelegt wurden. Darauf folgt dann der nächste entscheidende Schritt zur Klimaneutralität: Der Bau von Direktreduktionsanlagen, die rein wasserstoffbasiert und komplett ohne Kohle betrieben werden können.“

Technische Grundlage für Ausweitung auf alle Blasformen geschaffen

Bald weitet die zweite Versuchsphase die Versuche auf alle 28 Blasformen des Hochofens aus. Damit soll der Weg für den industriellen Einsatz geebnet werden. Dann wird der Einfluss der Wasserstofftechnologie auf die metallurgischen Prozesse im Hochofen im Mittelpunkt stehen. Im Jahr 2022 soll die zweite Phase starten. Bedingt durch die Corona-Pandemie ist das etwas später als ursprünglich geplant. In der ersten Versuchsphase lieferten LKWs noch den Wasserstoff. Die benötigten Mengen für die zweite Phase machen jedoch eine Pipeline notwendig.

Die Bundesregierung hat im Rahmen des Reallabor-Programms eine Förderung der zweiten Phase in Aussicht gestellt.

Eine Absichtserklärung zur Belieferung des Hochofens aus den Wasserstoff-Fernleitungen von Air Liquide wurde jetzt abgeschlossen. Air Liquide hat bereits die erste Projektphase begleitet. Das Unternehmen beabsichtigt – vorbehaltlich der Fördermittelzusage – in eine neue Rohrleitung zwischen Hochofen und vorhandener Wasserstoff-Fernleitung zu investieren.

Gilles Le Van, Vorsitzender der Geschäftsführung von Air Liquide Deutschland: „Gemeinsam bringen wird die Dekarbonisierung der Stahlerzeugung voran – mit dem Ziel, Klimaschutz und internationale Wettbewerbsfähigkeit stets in Balance zu halten. Dies ist für NRW, Deutschland und Europa wichtig und wir sind stolz, unseren Beitrag dazu zu leisten. Air Liquide bringt mehr als 50 Jahre Erfahrung rund um Wasserstoff in die Partnerschaft mit thyssenkrupp ein. Darauf können wir gemeinsam aufbauen.”

 

(Quelle: thyssenkrupp Steel Europe)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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