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Paul Wurth, Dillinger & Saarstahl: Weiterentwicklung der Trockenreformierung

30.04.2021. Saarstahl und Dillinger kooperieren mit Paul Wurth, einem Unternehmen der SMS group, um die Weiterentwicklung der von Paul Wurth entwickelten Technologie der Trockenreformierung von Kokereigas mit Gichtgas voranzutreiben. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde im Jahr 2020 unterzeichnet. Die Pilotanlage soll im Sommer am Standort der gemeinsamen Tochtergesellschaft von Dillinger und Saarstahl, der ROGESA Roheisengesellschaft Saar […]

von | 30.04.21

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30.04.2021. Saarstahl und Dillinger kooperieren mit Paul Wurth, einem Unternehmen der SMS group, um die Weiterentwicklung der von Paul Wurth entwickelten Technologie der Trockenreformierung von Kokereigas mit Gichtgas voranzutreiben. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde im Jahr 2020 unterzeichnet. Die Pilotanlage soll im Sommer am Standort der gemeinsamen Tochtergesellschaft von Dillinger und Saarstahl, der ROGESA Roheisengesellschaft Saar mbH, in Dillingen in Betrieb gehen.

Verfahren

Allgemeiner Verlauf des Trockenreformierungsprozesses. Foto: Paul Wurth

Das Trockenreformierungsverfahren ermöglicht die Umwandlung von Kokereigas in ein heißes Reduktionsgas oder Synthesegas, das an der Blasform oder auf dem Schachtniveau in den Hochofen eingedüst wird. Die Mischung aus Kokereigas und Gichtgas wird verdichtet und in einem regenerativen Wärmetauscher, der ähnlich ausgelegt ist wie ein herkömmlicher Winderhitzer, erhitzt. Bei hoher Temperatur reagiert das im Kokereigas enthaltene Methan mit dem im Gichtgas enthaltenen CO2 unter Bildung von Wasserstoff und Kohlenmonoxid.

Die Eindüsung dieses heißen Reduktionsgases in den Hochofen führt zu einer erheblichen Verringerung des Koksverbrauchs. Dieser Einsatz von Abgasen aus der Stahlerzeugung für metallurgische und nicht für thermische Zwecke ermöglicht eine erhebliche Reduzierung der CO2-Emissionen um bis zu 12 %. Unter Verwendung von Wasserstoff kann das CO2-Einsparpotenzial weiter verbessert und nahezu verdoppelt werden.

Bau einer Pilotanlage

Der erste Schritt in der Entwicklung der Technologie ist der Bau einer Pilotanlage, die es ermöglicht, den Trockenreformierungsprozess in kleinem Maßstab mit Industriegasen zu testen. Ein weiteres Ziel der Pilotanlage ist es, Materialien und Komponenten hinsichtlich ihrer Eignung für den Bau einer Anlage im industriellen Maßstab zu testen. Dies ist besonders wichtig für die Auswahl der im regenerativen Wärmetauscher verwendeten Feuerfestmaterialien. Die Inbetriebnahme der Pilotanlage ist für Sommer 2021 geplant.

In den folgenden Phasen der Zusammenarbeit ist geplant mit Unterstützung von öffentlichen Fördermitteln das Verfahren auf den halbindustriellen und später auf den industriellen Maßstab weiterzuentwickeln, indem größere Mengen an heißem Synthesegas erzeugt und auf Schachtniveau in einen der beiden Hochöfen in Dillingen eingedüst werden. Die Pilotanlage zur Erarbeitung einer Hochofenschacht-Eindüstechnologie ist somit die Basis der Entwicklung der Trockenreformierung.

Kooperationsvereinbarung

Die Kooperationsvereinbarung gibt Paul Wurth die Möglichkeit, den Trockenreformierungsprozess unter industrieähnlichen Bedingungen zu testen, was die Entwicklung der neuen Technologie vorantreiben wird. Für Dillinger und Saarstahl wird die künftige vollständige Umsetzung dieser Technologie den Kohlenstoff-Fußabdruck erheblich verringern und damit ein weiterer Schritt hin zur Produktion von grünem Stahl gemacht.

 

(Quelle: Paul Wurth)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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