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MiViA ist ein Freiberger Start-up, welches Mikrostrukturanalysen von metallischen Werkstoffen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz durchführt.
Foto: Saxeed

Metallographische Bildanalyse in Sekunden dank KI

Kategorien: |
Themen: |
Autor: Charlotte Lange

Datum: 13. Okt. 2023

Der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen investiert im Zuge einer pre-Seed-Finanzierung in die MiViA GmbH. Das KI-Start-up ist eine Ausgründung des Instituts für Metallumformung der TU Bergakademie Freiberg und bietet über die webbasierte Plattform mivia.ai eine innovative und automatisierte Auswertung von Mikroskopbildern. MiViA unterstützt und entlastet damit Metallographen bei der Qualitätskontrolle von Werkstücken im Ein- und Ausgang. Aufwand, Reklamationen, Ausschuss und Produktionsausfälle können minimiert und insgesamt ein einheitliches Qualitätsverständnis etabliert werden.

Beschleunigte Routineprozesse

An der Schnittstelle zwischen Werkstoff- und KI-Expertise hat das Gründerteam mit mivia.ai nach eigenen Angaben ein Produkt entwickelt, mit dem es den Routineprozess der Mikrostrukturanalyse beschleunigt und standardisiert. mivia.ai wird bereits durch namhafte Akteure aus der Stahlbranche angewandt. Die Mittel des TGFS dienen dem weiteren Unternehmensaufbau und der Entwicklung zusätzlicher Funktionalitäten.

Die Mikrostrukturanalyse ist eines der wichtigsten Prüfverfahren in der Qualitätskontrolle und kommt auch in Forschung und Entwicklung zum Einsatz. Sie dient der Erkennung von Oberflächenfehlern und insbesondere der Beurteilung der mechanischen Eigenschaften von Werkstücken. Potenzielle Mängel sollen damit frühzeitig erkannt werden. Traditionell ist die Mikrostrukturanalyse ein aufwendiger Routineprozess, der von speziell ausgebildeten Metallographen oder externen Dienstleistern durchgeführt wird.

„Mit mivia.ai können wir die Metallographen deutlich von einer monoton-repetitiven Tätigkeit entlasten“, betont Dr.-Ing. Grzegorz Korpała, CTO von MiViA. „Binnen Sekunden erhalten metallverarbeitende Unternehmen Zugang zu einer professionellen Mikrostrukturanalyse – und können das Ergebnis in ihre digitale Infra- und Prozessstruktur im Sinne von Industrie 4.0 Connected Industry integrieren. Gerade auch für international aufgestellte Konzerne ist es attraktiv, eine werksübergreifend einheitliche Herangehensweise zu haben.“

Umfang der Analyse

Die Mikrostrukturanalyse von MiViA umfasst derzeit die Gefügesegmentation, die Risserkennung, die Restaustenit- und die Korngrößenbestimmung.

„Mit diesem Angebot erreichen wir bereits Unternehmen aus der Stahlverarbeitung sowie der Materialentwicklung als auch Labordienstleister und die Fachinstitute an den Hochschulen“, erklärt Jessica Schneider, CSO. „Wir arbeiten stetig an weiteren Funktionalitäten, wie zum Beispiel der Zwillingserkennung oder der Bestimmung der Randentkohlung, um für die Branche eine ganzheitliche Analyseinfrastruktur anbieten zu können“, erläutert Miriam Corcoran, CEO von MiViA. „Dafür stehen wir eng im Austausch mit den verschiedenen Unternehmen, beispielsweise über Fachmessen.“

Globaler und internationaler Wettbewerb

International aufgestellt ist die Stahlindustrie weitestgehend unabhängig von regionalen und branchenspezifischen Konjunkturschwankungen. Der globale Wettbewerb sorgt jedoch für einen hohen Kostendruck auf die einzelnen Akteure der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig wuchsen zuletzt die Qualitätsanforderungen seitens der Endabnehmer.

„In diesem Umfeld birgt der Einsatz einer automatischen Mikrostrukturanalyse per Künstlicher Intelligenz ein enormes Potenzial, Zeit und Kosten zu sparen und auch genauere Ergebnisse zu erhalten“, fasst Sören Schuster, Geschäftsführer des TGFS, zusammen. „Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in der Mikrostrukturanalyse, der Metall- und Automotive-Industrie sowie dem Consulting vereint das Gründerteam von MiViA eine beeindruckende fachliche und operative Expertise, dieses Potential zu realisieren. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und die gemeinsame Entwicklung des Unternehmens.“

 

(Quelle: TU Bergakademie Freiberg)

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